Blutwerte-Lexikon: Abkürzungen auf dem Laborbefund
Hb, Hkt, MCV, GOT, GPT, GGT, CRP, TSH, Quick-Wert, eGFR … Was bedeutet welche Abkürzung auf Ihrem Laborbefund? Hier finden Sie ein klares Verzeichnis der häufigsten Kürzel — jedes mit dem passenden ausführlichen Ratgeber verlinkt.
A
- ACTH — Adrenocorticotropes Hormon
- Hypophysenhormon; steuert die Cortisolbildung der Nebennierenrinde.
- AFP — Alpha-Fetoprotein
- Tumormarker (Leber) und Wert in der Schwangerschaft.
- Albumin — Albumin im Serum
- Wichtigstes Eiweiß des Blutes (Leber, Ernährungszustand).
- Albumin im Urin (ACR) — Albumin-Kreatinin-Quotient
- Albumin im Urin; früher Hinweis auf eine Nierenschädigung.
- Aldosteron — Aldosteron (Nebennierenrinde)
- Regelt Natrium, Kalium und den Blutdruck.
- AMH — Anti-Müller-Hormon
- Maß für die Eizellreserve der Eierstöcke.
- Ammoniak — Ammoniak im Blut
- Stickstoffhaltiges Abbauprodukt; wird von der Leber entgiftet.
- Amylase — Alpha-Amylase
- Enzym aus Bauchspeicheldrüse und Speicheldrüsen.
- Antikörpersuchtest — Indirekter Coombstest
- Sucht irreguläre Antikörper gegen fremde rote Blutkörperchen.
- AP — Alkalische Phosphatase
- Enzym aus Leber, Gallenwegen und Knochen.
- ApoB — Apolipoprotein B
- Zahl der atherogenen Partikel; Herz-Kreislauf-Risiko.
B
- Basophile — Basophile Granulozyten
- Seltenste weiße Blutkörperchen; Allergie und Entzündung.
- Bauchspeicheldrüse — Pankreaswerte
- Anforderungsblock: Lipase, Amylase und Pankreas-Elastase.
- Beta-hCG — Humanes Choriongonadotropin
- Schwangerschaftshormon; auch Tumormarker.
- Bikarbonat (HCO₃⁻) — Standardbikarbonat
- Puffer des Säure-Basen-Haushalts.
- Bilirubin — Bilirubin gesamt und direkt
- Gallenfarbstoff; Gelbsucht, Morbus Meulengracht.
- Blutbild — Kleines und großes Blutbild
- Zählung der Blutzellen; groß = klein plus Differentialblutbild.
- Blutgerinnung — Gerinnungsstatus
- Anforderungsblock: Quick-Wert und INR, PTT sowie Fibrinogen.
- Blutgruppe — AB0- und Rhesussystem
- Antigene der roten Blutkörperchen; steht nicht im Blutbild.
- BNP / NT-proBNP — Natriuretisches Peptid Typ B
- Marker der Herzschwäche (Herzinsuffizienz).
- BSG (BKS) — Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit
- Unspezifischer Entzündungswert; Blutsenkung.
C
- C-Peptid — Connecting Peptide
- Zeigt die körpereigene Insulinbildung an.
- CA 125 — Carbohydrate-Antigen 125
- Tumormarker (Eierstock); häufig gutartig erhöht.
- CA 15-3 — Carbohydrate-Antigen 15-3
- Tumormarker zur Verlaufskontrolle (Brust).
- CA 19-9 — Carbohydrate-Antigen 19-9
- Tumormarker (Bauchspeicheldrüse, Gallenwege).
- Calcitonin — Calcitonin
- Schilddrüsenhormon; Marker des medullären Karzinoms.
- Calcium — Calcium im Serum (Kalzium)
- Knochen, Muskeln und Nerven; auch als Kalzium geschrieben.
- CEA — Carcinoembryonales Antigen
- Tumormarker zur Verlaufskontrolle (vor allem Darm).
- Chlorid — Chlorid im Serum
- Elektrolyt; wird mit Natrium und Kalium gelesen.
- Cholesterinwerte — Lipidprofil
- Anforderungsblock: Gesamtcholesterin, LDL, HDL und Triglyceride.
- CK — Kreatinkinase
- Muskel- und Herzenzym; steigt nach Sport deutlich an.
- Coeruloplasmin — Coeruloplasmin und Kupfer
- Kupfertransport; Morbus Wilson.
- Cortisol — Cortisol (Cortisolspiegel)
- Stresshormon der Nebennierenrinde; stark tageszeitabhängig.
- CRP — C-reaktives Protein
- Wichtigster Entzündungswert im Blut.
- Cystatin C — Cystatin C
- Nierenwert; Alternative zum Kreatinin für die GFR.
D
E
- Eisen — Serumeisen
- Aktuell zirkulierendes Eisen; stark tagesabhängig.
- Eisenbindungskapazität (TEBK) — Totale Eisenbindungskapazität
- Transportkapazität des Blutes für Eisen.
- Eisenwerte — Eisenstatus
- Anforderungsblock: Ferritin, Serumeisen, Transferrin und TSAT.
- Eiweißelektrophorese — Serum-Eiweißelektrophorese
- Auftrennung der Bluteiweiße in Fraktionen; M-Gradient.
- Elektrolyte — Elektrolytstatus
- Anforderungsblock: Natrium, Kalium, Chlorid und Bikarbonat.
- Entzündungswerte — Entzündungsparameter
- Anforderungsblock: CRP, BSG, Leukozyten und Procalcitonin.
- Eosinophile — Eosinophile Granulozyten
- Weiße Blutkörperchen bei Allergien und Parasiten.
- Erythrozyten (Ery, RBC) — Rote Blutkörperchen
- Sauerstofftransport; Leitwert bei Blutarmut.
F
- Ferritin — Ferritin im Serum
- Spiegelt die Eisenspeicher des Körpers wider.
- Fibrinogen — Gerinnungsfaktor I
- Gerinnung; zugleich Akute-Phase-Protein.
- Folsäure — Folat (Vitamin B9)
- Vitamin; Blutbildung und Schwangerschaft.
- Fructosamin — Fructosamin
- Blutzuckerkontrolle der letzten 2–3 Wochen.
- FSH — Follikelstimulierendes Hormon
- Fruchtbarkeit; steigt in den Wechseljahren.
- fT3 — Freies Trijodthyronin
- Aktives Schilddrüsenhormon.
- fT4 — Freies Thyroxin
- Wichtigstes Hormon der Schilddrüse.
G
- G6PD — Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase
- Erblicher Enzymmangel (Favismus); Risiko einer Hämolyse.
- Gamma-GT (GGT) — Gamma-Glutamyltransferase
- Leberwert; Gallenwege und Alkohol.
- Gesamtcholesterin — Cholesterin gesamt
- Summe aus LDL, HDL und weiteren Fraktionen.
- Gesamteiweiß — Gesamtprotein im Serum
- Alle Eiweiße des Blutes zusammen.
- GFR (eGFR) — Glomeruläre Filtrationsrate
- Zentraler Wert der Nierenfunktion; aus Kreatinin berechnet.
- Globuline — Serumglobuline
- Abwehr- und Transporteiweiße des Blutes.
- Glucose — Blutzucker (Nüchternglucose)
- Screening und Verlaufskontrolle des Diabetes.
- GOT (AST) — Glutamat-Oxalacetat-Transaminase
- Transaminase aus Leber, Muskel und Herz.
- GPT (ALT) — Glutamat-Pyruvat-Transaminase
- Leberspezifische Transaminase (Zellschädigung).
H
- Hämatokrit (Hkt, HCT) — Hämatokrit
- Volumenanteil der Blutzellen am Gesamtblut.
- Hämoglobin (Hb, HGB) — Roter Blutfarbstoff
- Transportiert Sauerstoff; Leitwert der Anämie.
- Haptoglobin — Haptoglobin
- Bindet freies Hämoglobin; empfindlicher Hämolysemarker.
- Harnsäure — Harnsäure im Serum
- Abbauprodukt der Purine; Gicht.
- Harnstoff — Harnstoff im Serum
- Stickstoffhaltiges Abbauprodukt; Nierenfunktion.
- HbA1c — Glykiertes Hämoglobin
- Blutzuckerlage der letzten rund drei Monate.
- HDL-Cholesterin — High Density Lipoprotein
- Das „gute“ Cholesterin (schützend).
- Herzwerte — Kardiale Marker
- Anforderungsblock: Troponin, BNP, CK und LDH.
- Homocystein — Homocystein im Plasma
- Aminosäure; Gefäßrisiko, Mangel an B6, B12 und Folsäure.
- Hormonstatus — Hormonlabor
- Anforderungsblock: FSH, LH, Östradiol, Progesteron, Prolaktin, Testosteron.
- hs-CRP — Hochsensitives CRP
- Feinere CRP-Messung zur kardiovaskulären Risikoeinschätzung.
I
- IGF-1 — Insulin-like Growth Factor 1
- Spiegelt die Wachstumshormonwirkung wider.
- IgG / IgM — Immunglobuline G und M
- Antikörperklassen der Serologie: IgM frisch, IgG durchgemacht.
- INR — International Normalized Ratio
- Standardisierter Quick-Wert; Kontrolle der Antikoagulation.
- Insulin — Insulin im Serum
- Hormon der Blutzuckerregulation; HOMA-Index.
K
- Kalium — Kalium im Serum
- Elektrolyt; entscheidend für Herz und Muskeln.
- Knochenstoffwechsel — Knochenlabor
- Anforderungsblock: Calcium, Phosphat, Parathormon und Vitamin D.
- Kreatinin — Kreatinin im Serum
- Nierenwert; Grundlage der eGFR-Berechnung.
L
- Laktat — Laktat im Blut
- Milchsäure; Sauerstoffmangel im Gewebe, Laktatazidose.
- LDH — Laktatdehydrogenase
- Enzym aus zerfallenden Zellen; wenig spezifisch.
- LDL-Cholesterin — Low Density Lipoprotein
- Das „schlechte“ Cholesterin (Gefäßrisiko).
- Leberwerte — Leberlabor
- Anforderungsblock: GOT, GPT, Gamma-GT, AP und Bilirubin.
- Leukozyten (Leuko, WBC) — Weiße Blutkörperchen
- Infektabwehr; im Differentialblutbild aufgeschlüsselt.
- LH — Luteinisierendes Hormon
- Steuert den Eisprung; mit FSH gelesen.
- Lipase — Pankreaslipase
- Enzym der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).
- Lp(a) — Lipoprotein(a)
- Genetisch bestimmtes Lipoprotein; eigenständiges Gefäßrisiko.
- Lymphozyten — Lymphozyten
- Weiße Blutkörperchen der erworbenen Abwehr (Viren, Impfung).
M
- Magnesium — Magnesium im Serum
- Elektrolyt; der Serumwert bildet den Körperspeicher nur begrenzt ab.
- MCH — Mittleres korpuskuläres Hämoglobin
- Hämoglobingehalt eines roten Blutkörperchens.
- MCHC — Mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration
- Index des Blutbilds (Farbe der roten Blutkörperchen).
- MCV — Mittleres korpuskuläres Volumen
- Größe der roten Blutkörperchen; ordnet die Anämie ein.
- Monozyten — Monozyten
- Weiße Blutkörperchen als „Aufräumzellen“; chronische Infekte.
N
- Natrium — Natrium im Serum
- Wasser- und Salzhaushalt; Hyponatriämie.
- Neutrophile — Neutrophile Granulozyten
- Erste Abwehrlinie gegen Bakterien.
- Nierenwerte — Nierenlabor
- Anforderungsblock: Kreatinin, eGFR, Harnstoff und Albumin im Urin.
O
- Osmolalität — Serumosmolalität
- Teilchenkonzentration im Blut; osmotische Lücke.
- Östradiol (E2) — Estradiol
- Wichtigstes Östrogen; zyklusabhängig.
P
- Phosphat — Anorganisches Phosphat
- Knochen, Nieren und Calcium-Phosphat-Haushalt.
- Procalcitonin (PCT) — Procalcitonin
- Weist eher auf eine bakterielle Infektion hin.
- Progesteron — Progesteron
- Hormon der zweiten Zyklushälfte und der Schwangerschaft.
- Prolaktin — Prolaktin
- Hormon der Milchbildung; auch stress- und medikamentenabhängig.
- PSA — Prostataspezifisches Antigen
- Marker der Prostata; altersabhängige Grenzen.
- PTH — Parathormon
- Regelt das Calcium (Nebenschilddrüsen).
- PTT (aPTT) — Aktivierte partielle Thromboplastinzeit
- Gerinnungstest (Heparin, Faktorenmangel).
Q
- Quick-Wert — Thromboplastinzeit nach Quick
- Gerinnung; wird heute als INR angegeben.
R
- Renin — Plasma-Renin
- Enzym der Blutdruckregulation; mit Aldosteron gelesen.
- Retikulozyten — Retikulozyten
- Junge rote Blutkörperchen; zeigen die Blutbildung an.
- Rhesusfaktor (RhD) — Rhesussystem
- Antigen D; positiv oder negativ, wichtig in der Schwangerschaft.
S
- Schilddrüsenwerte — Schilddrüsenlabor
- Anforderungsblock: TSH, fT3, fT4 sowie TPO-AK und TRAK.
- SHBG — Sexualhormonbindendes Globulin
- Bindet Testosteron und Östradiol; bestimmt den freien Anteil.
T
- Testosteron — Testosteron gesamt und frei
- Wichtigstes Androgen; morgens zu bestimmen.
- Thrombozyten (PLT) — Blutplättchen
- Blutstillung (Thrombozytopenie, Thrombozytose).
- Thyreoglobulin (Tg) — Thyreoglobulin
- Schilddrüseneiweiß; Verlaufskontrolle nach Thyreoidektomie.
- TPO-AK — Antikörper gegen die Thyreoperoxidase
- Schilddrüsen-Autoantikörper (Hashimoto).
- TRAK — TSH-Rezeptor-Autoantikörper
- Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion).
- Transferrin — Transferrin
- Transporteiweiß des Eisens; auch CDT.
- Transferrinsättigung (TSAT) — Transferrinsättigung
- Zeigt, wie gut verfügbar das Eisen im Blut ist.
- Triglyceride — Triglyceride
- Blutfette (Ernährung, Alkohol, Stoffwechsel).
- Troponin — Kardiales Troponin T/I
- Marker des Herzinfarkts; hochsensitiv gemessen.
- TSH — Thyreotropin
- Steuerhormon der Schilddrüse; empfindlichster Suchtest.
- Tumormarker — Tumormarker im Blut
- Anforderungsblock: PSA, CEA, CA 125, CA 15-3, CA 19-9, AFP.
V
- Vitamin A — Retinol
- Sehen, Haut und Immunsystem; Überdosierung möglich.
- Vitamin B1 — Thiamin
- Nerven und Herz; Mangel bei Alkoholkrankheit.
- Vitamin B12 — Cobalamin (Holotranscobalamin)
- Nerven und Blutbildung; Holo-TC sagt mehr als der Gesamtwert.
- Vitamin B6 — Pyridoxin
- Nervenstoffwechsel; Überdosierung schadet den Nerven.
- Vitamin C — Ascorbinsäure
- Bindegewebe und Abwehr; Skorbut bei schwerem Mangel.
- Vitamin D — 25-OH-Vitamin D
- Knochen und Immunsystem; häufig zu niedrig.
- Vitamin E — Tocopherol
- Antioxidans; Mangel ist selten, aber neurologisch relevant.
- Vitaminwerte — Vitaminstatus
- Anforderungsblock: Vitamin D, B12, Folsäure und weitere Vitamine.
Z
- Zink — Zink im Serum
- Spurenelement für Abwehr, Haut und Wundheilung.
Quellen & Transparenz
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- PubMed1.186 Quellen
- ClinicalTrials.gov5 Quellen
- ChEMBL2 Quellen
- WHO2 Quellen
- EMA1 Quellen
- AWMF (Leitlinien)163 Quellen
- IQWiG / gesundheitsinformation.de118 Quellen
- G-BA68 Quellen
- KBV / EBM42 Quellen
- IGeL-Monitor21 Quellen
- Robert Koch-Institut47 Quellen
- DGE — Ernährung22 Quellen
- BfR22 Quellen
- BfArM / AkdÄ28 Quellen
- Bundesärztekammer27 Quellen
- Deutsches Ärzteblatt31 Quellen
- Onkopedia (DGHO)53 Quellen
- Krebsinformationsdienst (DKFZ)15 Quellen
- Deutsche Fachgesellschaften110 Quellen
- Universitätskliniken125 Quellen
- Deutsche Labore221 Quellen
- Bundesbehörden36 Quellen
- Deutsche Fachpresse15 Quellen
- Deutsche Blutspendedienste19 Quellen
- Deutsche Gesetzestexte27 Quellen
- Verbraucherzentrale6 Quellen
Hinweis. Diese Definitionen dienen der Information und Aufklärung. Sie sind keine ärztliche Beratung: Die Beurteilung Ihrer Befunde hängt von Ihrer persönlichen Situation ab und liegt bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Verbindlich ist außerdem immer der Referenzbereich, den Ihr Labor neben Ihrem Ergebnis abdruckt.
Zum Weiterlesen: die Normalwerte-Tabelle, der Einheiten-Umrechner oder unsere Ratgeber nach Blutwert.