Blutwerte-Lexikon: Abkürzungen auf dem Laborbefund

Hb, Hkt, MCV, GOT, GPT, GGT, CRP, TSH, Quick-Wert, eGFR … Was bedeutet welche Abkürzung auf Ihrem Laborbefund? Hier finden Sie ein klares Verzeichnis der häufigsten Kürzel — jedes mit dem passenden ausführlichen Ratgeber verlinkt.

Aktualisiert am 17. August 2026Herausgegeben von Smart Medical Care SAS

A

ACTH — Adrenocorticotropes Hormon
Hypophysenhormon; steuert die Cortisolbildung der Nebennierenrinde.
AFP — Alpha-Fetoprotein
Tumormarker (Leber) und Wert in der Schwangerschaft.
Albumin — Albumin im Serum
Wichtigstes Eiweiß des Blutes (Leber, Ernährungszustand).
Albumin im Urin (ACR) — Albumin-Kreatinin-Quotient
Albumin im Urin; früher Hinweis auf eine Nierenschädigung.
Aldosteron — Aldosteron (Nebennierenrinde)
Regelt Natrium, Kalium und den Blutdruck.
AMH — Anti-Müller-Hormon
Maß für die Eizellreserve der Eierstöcke.
Ammoniak — Ammoniak im Blut
Stickstoffhaltiges Abbauprodukt; wird von der Leber entgiftet.
Amylase — Alpha-Amylase
Enzym aus Bauchspeicheldrüse und Speicheldrüsen.
Antikörpersuchtest — Indirekter Coombstest
Sucht irreguläre Antikörper gegen fremde rote Blutkörperchen.
AP — Alkalische Phosphatase
Enzym aus Leber, Gallenwegen und Knochen.
ApoB — Apolipoprotein B
Zahl der atherogenen Partikel; Herz-Kreislauf-Risiko.

B

Basophile — Basophile Granulozyten
Seltenste weiße Blutkörperchen; Allergie und Entzündung.
Bauchspeicheldrüse — Pankreaswerte
Anforderungsblock: Lipase, Amylase und Pankreas-Elastase.
Beta-hCG — Humanes Choriongonadotropin
Schwangerschaftshormon; auch Tumormarker.
Bikarbonat (HCO₃⁻) — Standardbikarbonat
Puffer des Säure-Basen-Haushalts.
Bilirubin — Bilirubin gesamt und direkt
Gallenfarbstoff; Gelbsucht, Morbus Meulengracht.
Blutbild — Kleines und großes Blutbild
Zählung der Blutzellen; groß = klein plus Differentialblutbild.
Blutgerinnung — Gerinnungsstatus
Anforderungsblock: Quick-Wert und INR, PTT sowie Fibrinogen.
Blutgruppe — AB0- und Rhesussystem
Antigene der roten Blutkörperchen; steht nicht im Blutbild.
BNP / NT-proBNP — Natriuretisches Peptid Typ B
Marker der Herzschwäche (Herzinsuffizienz).
BSG (BKS) — Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit
Unspezifischer Entzündungswert; Blutsenkung.

C

C-Peptid — Connecting Peptide
Zeigt die körpereigene Insulinbildung an.
CA 125 — Carbohydrate-Antigen 125
Tumormarker (Eierstock); häufig gutartig erhöht.
CA 15-3 — Carbohydrate-Antigen 15-3
Tumormarker zur Verlaufskontrolle (Brust).
CA 19-9 — Carbohydrate-Antigen 19-9
Tumormarker (Bauchspeicheldrüse, Gallenwege).
Calcitonin — Calcitonin
Schilddrüsenhormon; Marker des medullären Karzinoms.
Calcium — Calcium im Serum (Kalzium)
Knochen, Muskeln und Nerven; auch als Kalzium geschrieben.
CEA — Carcinoembryonales Antigen
Tumormarker zur Verlaufskontrolle (vor allem Darm).
Chlorid — Chlorid im Serum
Elektrolyt; wird mit Natrium und Kalium gelesen.
Cholesterinwerte — Lipidprofil
Anforderungsblock: Gesamtcholesterin, LDL, HDL und Triglyceride.
CK — Kreatinkinase
Muskel- und Herzenzym; steigt nach Sport deutlich an.
Coeruloplasmin — Coeruloplasmin und Kupfer
Kupfertransport; Morbus Wilson.
Cortisol — Cortisol (Cortisolspiegel)
Stresshormon der Nebennierenrinde; stark tageszeitabhängig.
CRP — C-reaktives Protein
Wichtigster Entzündungswert im Blut.
Cystatin C — Cystatin C
Nierenwert; Alternative zum Kreatinin für die GFR.

D

D-Dimere — Fibrinspaltprodukte
Helfen, eine Thrombose oder Lungenembolie auszuschließen.
DHEAS — Dehydroepiandrosteron-Sulfat
Androgen der Nebennierenrinde.

E

Eisen — Serumeisen
Aktuell zirkulierendes Eisen; stark tagesabhängig.
Eisenbindungskapazität (TEBK) — Totale Eisenbindungskapazität
Transportkapazität des Blutes für Eisen.
Eisenwerte — Eisenstatus
Anforderungsblock: Ferritin, Serumeisen, Transferrin und TSAT.
Eiweißelektrophorese — Serum-Eiweißelektrophorese
Auftrennung der Bluteiweiße in Fraktionen; M-Gradient.
Elektrolyte — Elektrolytstatus
Anforderungsblock: Natrium, Kalium, Chlorid und Bikarbonat.
Entzündungswerte — Entzündungsparameter
Anforderungsblock: CRP, BSG, Leukozyten und Procalcitonin.
Eosinophile — Eosinophile Granulozyten
Weiße Blutkörperchen bei Allergien und Parasiten.
Erythrozyten (Ery, RBC) — Rote Blutkörperchen
Sauerstofftransport; Leitwert bei Blutarmut.

F

Ferritin — Ferritin im Serum
Spiegelt die Eisenspeicher des Körpers wider.
Fibrinogen — Gerinnungsfaktor I
Gerinnung; zugleich Akute-Phase-Protein.
Folsäure — Folat (Vitamin B9)
Vitamin; Blutbildung und Schwangerschaft.
Fructosamin — Fructosamin
Blutzuckerkontrolle der letzten 2–3 Wochen.
FSH — Follikelstimulierendes Hormon
Fruchtbarkeit; steigt in den Wechseljahren.
fT3 — Freies Trijodthyronin
Aktives Schilddrüsenhormon.
fT4 — Freies Thyroxin
Wichtigstes Hormon der Schilddrüse.

G

G6PD — Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase
Erblicher Enzymmangel (Favismus); Risiko einer Hämolyse.
Gamma-GT (GGT) — Gamma-Glutamyltransferase
Leberwert; Gallenwege und Alkohol.
Gesamtcholesterin — Cholesterin gesamt
Summe aus LDL, HDL und weiteren Fraktionen.
Gesamteiweiß — Gesamtprotein im Serum
Alle Eiweiße des Blutes zusammen.
GFR (eGFR) — Glomeruläre Filtrationsrate
Zentraler Wert der Nierenfunktion; aus Kreatinin berechnet.
Globuline — Serumglobuline
Abwehr- und Transporteiweiße des Blutes.
Glucose — Blutzucker (Nüchternglucose)
Screening und Verlaufskontrolle des Diabetes.
GOT (AST) — Glutamat-Oxalacetat-Transaminase
Transaminase aus Leber, Muskel und Herz.
GPT (ALT) — Glutamat-Pyruvat-Transaminase
Leberspezifische Transaminase (Zellschädigung).

H

Hämatokrit (Hkt, HCT) — Hämatokrit
Volumenanteil der Blutzellen am Gesamtblut.
Hämoglobin (Hb, HGB) — Roter Blutfarbstoff
Transportiert Sauerstoff; Leitwert der Anämie.
Haptoglobin — Haptoglobin
Bindet freies Hämoglobin; empfindlicher Hämolysemarker.
Harnsäure — Harnsäure im Serum
Abbauprodukt der Purine; Gicht.
Harnstoff — Harnstoff im Serum
Stickstoffhaltiges Abbauprodukt; Nierenfunktion.
HbA1c — Glykiertes Hämoglobin
Blutzuckerlage der letzten rund drei Monate.
HDL-Cholesterin — High Density Lipoprotein
Das „gute“ Cholesterin (schützend).
Herzwerte — Kardiale Marker
Anforderungsblock: Troponin, BNP, CK und LDH.
Homocystein — Homocystein im Plasma
Aminosäure; Gefäßrisiko, Mangel an B6, B12 und Folsäure.
Hormonstatus — Hormonlabor
Anforderungsblock: FSH, LH, Östradiol, Progesteron, Prolaktin, Testosteron.
hs-CRP — Hochsensitives CRP
Feinere CRP-Messung zur kardiovaskulären Risikoeinschätzung.

I

IGF-1 — Insulin-like Growth Factor 1
Spiegelt die Wachstumshormonwirkung wider.
IgG / IgM — Immunglobuline G und M
Antikörperklassen der Serologie: IgM frisch, IgG durchgemacht.
INR — International Normalized Ratio
Standardisierter Quick-Wert; Kontrolle der Antikoagulation.
Insulin — Insulin im Serum
Hormon der Blutzuckerregulation; HOMA-Index.

K

Kalium — Kalium im Serum
Elektrolyt; entscheidend für Herz und Muskeln.
Knochenstoffwechsel — Knochenlabor
Anforderungsblock: Calcium, Phosphat, Parathormon und Vitamin D.
Kreatinin — Kreatinin im Serum
Nierenwert; Grundlage der eGFR-Berechnung.

L

Laktat — Laktat im Blut
Milchsäure; Sauerstoffmangel im Gewebe, Laktatazidose.
LDH — Laktatdehydrogenase
Enzym aus zerfallenden Zellen; wenig spezifisch.
LDL-Cholesterin — Low Density Lipoprotein
Das „schlechte“ Cholesterin (Gefäßrisiko).
Leberwerte — Leberlabor
Anforderungsblock: GOT, GPT, Gamma-GT, AP und Bilirubin.
Leukozyten (Leuko, WBC) — Weiße Blutkörperchen
Infektabwehr; im Differentialblutbild aufgeschlüsselt.
LH — Luteinisierendes Hormon
Steuert den Eisprung; mit FSH gelesen.
Lipase — Pankreaslipase
Enzym der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).
Lp(a) — Lipoprotein(a)
Genetisch bestimmtes Lipoprotein; eigenständiges Gefäßrisiko.
Lymphozyten — Lymphozyten
Weiße Blutkörperchen der erworbenen Abwehr (Viren, Impfung).

M

Magnesium — Magnesium im Serum
Elektrolyt; der Serumwert bildet den Körperspeicher nur begrenzt ab.
MCH — Mittleres korpuskuläres Hämoglobin
Hämoglobingehalt eines roten Blutkörperchens.
MCHC — Mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration
Index des Blutbilds (Farbe der roten Blutkörperchen).
MCV — Mittleres korpuskuläres Volumen
Größe der roten Blutkörperchen; ordnet die Anämie ein.
Monozyten — Monozyten
Weiße Blutkörperchen als „Aufräumzellen“; chronische Infekte.

N

Natrium — Natrium im Serum
Wasser- und Salzhaushalt; Hyponatriämie.
Neutrophile — Neutrophile Granulozyten
Erste Abwehrlinie gegen Bakterien.
Nierenwerte — Nierenlabor
Anforderungsblock: Kreatinin, eGFR, Harnstoff und Albumin im Urin.

O

Osmolalität — Serumosmolalität
Teilchenkonzentration im Blut; osmotische Lücke.
Östradiol (E2) — Estradiol
Wichtigstes Östrogen; zyklusabhängig.

P

Phosphat — Anorganisches Phosphat
Knochen, Nieren und Calcium-Phosphat-Haushalt.
Procalcitonin (PCT) — Procalcitonin
Weist eher auf eine bakterielle Infektion hin.
Progesteron — Progesteron
Hormon der zweiten Zyklushälfte und der Schwangerschaft.
Prolaktin — Prolaktin
Hormon der Milchbildung; auch stress- und medikamentenabhängig.
PSA — Prostataspezifisches Antigen
Marker der Prostata; altersabhängige Grenzen.
PTH — Parathormon
Regelt das Calcium (Nebenschilddrüsen).
PTT (aPTT) — Aktivierte partielle Thromboplastinzeit
Gerinnungstest (Heparin, Faktorenmangel).

Q

Quick-Wert — Thromboplastinzeit nach Quick
Gerinnung; wird heute als INR angegeben.

R

Renin — Plasma-Renin
Enzym der Blutdruckregulation; mit Aldosteron gelesen.
Retikulozyten — Retikulozyten
Junge rote Blutkörperchen; zeigen die Blutbildung an.
Rhesusfaktor (RhD) — Rhesussystem
Antigen D; positiv oder negativ, wichtig in der Schwangerschaft.

S

Schilddrüsenwerte — Schilddrüsenlabor
Anforderungsblock: TSH, fT3, fT4 sowie TPO-AK und TRAK.
SHBG — Sexualhormonbindendes Globulin
Bindet Testosteron und Östradiol; bestimmt den freien Anteil.

T

Testosteron — Testosteron gesamt und frei
Wichtigstes Androgen; morgens zu bestimmen.
Thrombozyten (PLT) — Blutplättchen
Blutstillung (Thrombozytopenie, Thrombozytose).
Thyreoglobulin (Tg) — Thyreoglobulin
Schilddrüseneiweiß; Verlaufskontrolle nach Thyreoidektomie.
TPO-AK — Antikörper gegen die Thyreoperoxidase
Schilddrüsen-Autoantikörper (Hashimoto).
TRAK — TSH-Rezeptor-Autoantikörper
Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion).
Transferrin — Transferrin
Transporteiweiß des Eisens; auch CDT.
Transferrinsättigung (TSAT) — Transferrinsättigung
Zeigt, wie gut verfügbar das Eisen im Blut ist.
Triglyceride — Triglyceride
Blutfette (Ernährung, Alkohol, Stoffwechsel).
Troponin — Kardiales Troponin T/I
Marker des Herzinfarkts; hochsensitiv gemessen.
TSH — Thyreotropin
Steuerhormon der Schilddrüse; empfindlichster Suchtest.
Tumormarker — Tumormarker im Blut
Anforderungsblock: PSA, CEA, CA 125, CA 15-3, CA 19-9, AFP.

V

Vitamin A — Retinol
Sehen, Haut und Immunsystem; Überdosierung möglich.
Vitamin B1 — Thiamin
Nerven und Herz; Mangel bei Alkoholkrankheit.
Vitamin B12 — Cobalamin (Holotranscobalamin)
Nerven und Blutbildung; Holo-TC sagt mehr als der Gesamtwert.
Vitamin B6 — Pyridoxin
Nervenstoffwechsel; Überdosierung schadet den Nerven.
Vitamin C — Ascorbinsäure
Bindegewebe und Abwehr; Skorbut bei schwerem Mangel.
Vitamin D — 25-OH-Vitamin D
Knochen und Immunsystem; häufig zu niedrig.
Vitamin E — Tocopherol
Antioxidans; Mangel ist selten, aber neurologisch relevant.
Vitaminwerte — Vitaminstatus
Anforderungsblock: Vitamin D, B12, Folsäure und weitere Vitamine.

Z

Zink — Zink im Serum
Spurenelement für Abwehr, Haut und Wundheilung.

Quellen & Transparenz

Jede Definition verweist auf den zugehörigen Ratgeber, der seine eigenen Belege führt. In unseren deutschsprachigen Ratgebern stammen diese 2.392 Quellen von Institutionen und Fachgesellschaften sowie aus begutachteter Fachliteratur:

  • PubMed1.187 Quellen
  • ClinicalTrials.gov5 Quellen
  • ChEMBL2 Quellen
  • WHO2 Quellen
  • EMA1 Quellen
  • AWMF (Leitlinien)163 Quellen
  • IQWiG / gesundheitsinformation.de118 Quellen
  • G-BA68 Quellen
  • KBV / EBM42 Quellen
  • IGeL-Monitor21 Quellen
  • Robert Koch-Institut47 Quellen
  • DGE — Ernährung22 Quellen
  • BfR22 Quellen
  • BfArM / AkdÄ28 Quellen
  • Bundesärztekammer27 Quellen
  • Deutsches Ärzteblatt31 Quellen
  • Onkopedia (DGHO)53 Quellen
  • Krebsinformationsdienst (DKFZ)15 Quellen
  • Deutsche Fachgesellschaften110 Quellen
  • Universitätskliniken125 Quellen
  • Deutsche Labore221 Quellen
  • Bundesbehörden36 Quellen
  • Deutsche Fachpresse15 Quellen
  • Deutsche Blutspendedienste19 Quellen
  • Deutsche Gesetzestexte27 Quellen
  • Verbraucherzentrale6 Quellen

Hinweis. Diese Definitionen dienen der Information und Aufklärung. Sie sind keine ärztliche Beratung: Die Beurteilung Ihrer Befunde hängt von Ihrer persönlichen Situation ab und liegt bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Verbindlich ist außerdem immer der Referenzbereich, den Ihr Labor neben Ihrem Ergebnis abdruckt.

Zum Weiterlesen: die Normalwerte-Tabelle, der Einheiten-Umrechner oder unsere Ratgeber nach Blutwert.