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CEA-Wert: Tumormarker, Normwerte und erhöhte Werte

CEA ist der Tumormarker der Darmkrebs-Nachsorge, kein Suchtest. Rauchen hebt den Wert, und nur rund 30 % der Darmkrebse zeigen bei Diagnose ein erhöhtes CEA.

Mis à jour le August 14, 202612 min de lectureRédigé par l'Équipe Blood Analysis · Relu et vérifié par Julien Priour

Das CEA – ausgeschrieben carcinoembryonales Antigen, auf manchen Befunden auch karzinoembryonales Antigen – ist ein Eiweiß im Blut, das zu den Tumormarkern gezählt wird. Das Wort erschreckt, deshalb gleich zu Beginn das Wichtigste: CEA ist kein Suchtest für Krebs. Sein Platz ist die Verlaufskontrolle einer bereits bekannten Krebserkrankung, vor allem des Darmkrebses. Ein erhöhtes CEA ist keine Diagnose, ein normales CEA schließt nichts aus. Dieser Ratgeber erklärt die Normwerte, warum Rauchen der wichtigste harmlose Grund für einen erhöhten Wert ist, was die deutsche S3-Leitlinie seit 2025 tatsächlich sagt – und warum sich CEA-Werte nur innerhalb desselben Labors vergleichen lassen. Gelesen wird er nie allein, sondern mit dem übrigen Befund, etwa den Entzündungswerten und den Leberwerten.

Drei Abkürzungen, die leicht verwechselt werden. CEA ist hier immer das carcinoembryonale Antigen. In der Gefäßchirurgie steht dieselbe Abkürzung für die Carotis-Endarteriektomie, eine Operation an der Halsschlagader. Und in französischsprachigen Unterlagen heißt genau dieser Marker „ACE", während ACE im Deutschen die ACE-Hemmer bezeichnet, eine Gruppe von Blutdruckmedikamenten. Steht „CEA" auf einem Laborbefund, ist praktisch immer der Tumormarker gemeint.

Das Wichtigste in Kürze

  • CEA wird vor allem in der Embryonalzeit in der Darm- und Magenschleimhaut gebildet; nach der Geburt bleibt nur eine geringe Konzentration im Blut. Die Halbwertszeit im Serum beträgt 2 bis 8 Tage.1
  • Kein Screening. Die S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom hält fest, dass keiner der im Serum bestimmbaren Tumormarker für Screening-Untersuchungen oder die Primärdiagnose des Darmkrebses geeignet ist.2
  • Bei der Erstdiagnose eines Darmkrebses ist CEA nur bei etwa 30 % der Patientinnen und Patienten erhöht – bei rund zwei Dritteln also normal.2
  • Rauchen ist der wichtigste Einflussfaktor und hebt den Wert ohne jede Krebserkrankung.13 Manche deutsche Labore drucken deshalb getrennte Grenzen für Raucher und Nichtraucher, andere altersabhängige Werte.41
  • Die Zahlen sind nur innerhalb eines Labors und eines Testsystems vergleichbar: Deutsche Labore geben für dieselbe Messgröße Obergrenzen zwischen etwa 3,8 und 5,2 µg/l an.41
  • Entscheidend ist selten der Einzelwert, sondern der Verlauf über mehrere Messungen – und die ärztliche Einordnung in Ihren Gesamtbefund.56

Was ist das CEA (carcinoembryonales Antigen)?

Das carcinoembryonale Antigen ist ein Glykoprotein mit einem Zuckeranteil von rund 50 %. Es sitzt normalerweise auf der Oberfläche von Zellen der kolorektalen Schleimhaut und der Magenschleimhaut und wird vor allem in der Fötalphase gebildet; nach der Geburt ist es nur noch in niedrigen Konzentrationen nachweisbar.1

Den Namen „Tumormarker" trägt es, weil es zuerst in Krebsgewebe des Dickdarms gefunden wurde. Diese Bezeichnung führt jedoch in die Irre: CEA hat eine geringe Organspezifität und ist nicht krebsspezifisch. Sowohl bösartige als auch gutartige Erkrankungen – insbesondere des Magen-Darm-Trakts, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und der Lunge – führen zu erhöhten Werten. Auch bei Rauchern ohne Karzinom werden erhöhte Konzentrationen beobachtet.1

Für alle Tumormarker – neben CEA etwa CA 19-9, CA 125, CA 15-3, AFP und der PSA-Wert – gilt laut Krebsinformationsdienst des DKFZ dieselbe Grenze: Sie seien „meist zu ungenau, um sie zur Krebs-Früherkennung einzusetzen: Sie schlagen zu häufig falschen Alarm, wenn gar keine Krebserkrankung vorliegt" – und übersähen zugleich zu viele Krebserkrankungen.7

Warum wird CEA bestimmt – und wofür nicht?

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt lässt CEA in klar umrissenen Situationen bestimmen:

  • Vor der Behandlung eines Darmkrebses. Die S3-Leitlinie empfiehlt im Konsens: „Der CEA-Wert soll prätherapeutisch mit Ausnahme von T1-Tumoren bestimmt werden."2 Dieser Ausgangswert ist die Bezugsgröße für alles Spätere.
  • Zur Verlaufs- und Therapiekontrolle beim kolorektalen Karzinom – CEA gilt hier als Verlaufsmarker erster Wahl.1
  • Ergänzend beim medullären Schilddrüsenkarzinom zusammen mit dem Calcitonin-Wert, in der Differenzialdiagnose von Lebertumoren und bei Bauchspeicheldrüsenzysten.1

Wofür CEA nicht gedacht ist: als Bluttest, „um zu prüfen, ob man Krebs hat". Wirksame Verfahren zur Darmkrebsfrüherkennung sind laut S3-Leitlinie die Koloskopie alle 10 Jahre, die Sigmoidoskopie alle 5 Jahre oder der immunologische Stuhltest auf okkultes Blut (iFOBT) alle 1–2 Jahre – Verfahren, die die krebsbedingte Sterblichkeit um bis zu 30 % senken können.28 Ein Bluttest steht nicht auf dieser Liste.

Muss man für die CEA-Bestimmung nüchtern sein?

Ein striktes Nüchternsein ist für CEA nicht vorgeschrieben. Da die Blutentnahme aber oft mit anderen Analysen zusammengelegt wird – etwa dem großen Blutbild –, richten Sie sich nach der Anweisung auf Ihrer Überweisung. Wichtiger ist ein Hinweis aus der Labormedizin: Wie alle Immunoassays kann die CEA-Messung durch Rheumafaktoren, HAMA-Antikörper und hohe Biotin-Konzentrationen gestört werden. Wer Biotin hoch dosiert einnimmt (mehr als 5 mg pro Tag, etwa als Haut- und Haarpräparat), sollte die Blutentnahme frühestens 8 Stunden nach der letzten Einnahme durchführen lassen.1

Normwerte: warum jedes Labor andere Zahlen druckt

Die übliche Einheit ist µg/l; auf vielen Befunden steht stattdessen ng/ml. Beides bedeutet exakt dasselbe: 1 ng/ml = 1 µg/l. Die folgenden Zahlen sind Beispiele aus zwei deutschen Laboren – sie zeigen, wie unterschiedlich derselbe Marker begrenzt wird.

Labor / BezugObere ReferenzgrenzeEinheit
MVZ Dortmund – Nichtraucher< 3,8ng/ml (= µg/l)
MVZ Dortmund – Raucher< 5,5ng/ml (= µg/l)
Uniklinik Ulm – unter 40 Jahre< 4,7µg/l
Uniklinik Ulm – ab 40 Jahre< 5,2µg/l

Beide messen mit demselben Verfahren (ECLIA, Elektrochemilumineszenz-Immunoassay) – und kommen zu unterschiedlichen Grenzen und sogar zu einer anderen Einteilungslogik: Dortmund trennt nach Rauchstatus, Ulm nach Alter.41 Beides ist vertretbar, denn die nordische Referenzwertstudie NORIP zeigte, dass CEA sowohl mit dem Alter als auch mit dem Rauchen steigt: Bei Nichtrauchern lag die obere Referenzgrenze bei 3,59 µg/l mit 50 Jahren und bei 4,12 µg/l mit 70 Jahren.3

Was daraus folgt: Ein CEA-Wert lässt sich sinnvoll nur mit dem Referenzbereich auf Ihrem eigenen Befund vergleichen – und Verlaufsmessungen sollten möglichst immer im selben Labor erfolgen. Ein Wechsel des Labors kann eine Änderung vortäuschen, die nur am Testsystem liegt. Ein Grenzwert ist kein Schalter, der von „gesund" auf „krank" umlegt.

Erhöhtes CEA: zuerst an die harmlosen Ursachen denken

Rauchen – der häufigste und der beruhigendste Grund

Das Labor der Universitätsklinik Ulm benennt es unmissverständlich: „Der wichtigste Einflussfaktor ist das Rauchen, es erhöht die CEA Konzentration."1 Ein leicht erhöhtes CEA bei einem Menschen, der raucht, ist deshalb ein erwarteter Befund und kein Alarmzeichen. Genau deshalb drucken Labore wie das MVZ Dortmund überhaupt eine höhere Grenze für Raucher.4

Weitere gutartige Ursachen

Erhöhte CEA-Werte finden sich bei einer ganzen Reihe nicht bösartiger Erkrankungen:17

  • Magen-Darm-Trakt: chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Magengeschwür, entzündliche Darmerkrankungen allgemein;
  • Leber: Leberentzündungen und Leberzirrhose – lassen Sie in dem Fall die Leberwerte mitlesen, insbesondere GPT, Gamma-GT, alkalische Phosphatase und Bilirubin;
  • Bauchspeicheldrüse: Pankreatitis;
  • Lunge: chronische Bronchitis und andere chronische Lungenerkrankungen – oft ohnehin bei Rauchern;
  • Niere: eine Niereninsuffizienz kann den Wert anheben, weil CEA schlechter ausgeschieden wird; ein Blick auf die Nierenwerte und das Kreatinin ordnet das ein;
  • Entzündungen allgemein, weshalb CRP und die übrigen Entzündungswerte zur Einordnung gehören.

Zur Größenordnung hält das Ulmer Leistungsverzeichnis fest, dass gutartige Erkrankungen die Obergrenze des Referenzbereichs „nur vereinzelt" um mehr als das Vierfache überschreiten.1 Das ist eine Orientierung für die behandelnde Ärztin, kein Urteil über einen einzelnen Menschen.

„CEA erhöht = Krebs" – dieser Kurzschluss stimmt nicht

Er stimmt in beide Richtungen nicht:

  1. Ein erhöhtes CEA bedeutet keinen Krebs. Die gutartigen Ursachen sind häufig, das Rauchen an erster Stelle.1
  2. Ein normales CEA schließt keinen Krebs aus. Bei der Erstdiagnose eines kolorektalen Karzinoms ist CEA nur bei etwa 30 % der Betroffenen erhöht.2 Der Krebsinformationsdienst formuliert es für die Nachsorge ebenso: „Allerdings geben nicht alle Darmtumoren CEA ins Blut ab – und der Marker kann auch durch andere Auslöser steigen. Eine Veränderung ist deshalb nur ein erster Hinweis und muss weiter untersucht werden."5

Wenn eine Abklärung des Darms ansteht, sind es andere Befunde, die den Ausschlag geben – etwa eine unerklärte Eisenmangelanämie. Deshalb lohnt bei einem auffälligen CEA immer der Blick auf Hämoglobin, die Eisenwerte und den Ferritin-Wert. Ein erniedrigtes Ferritin ist ein deutlich konkreterer Anlass für eine Darmspiegelung als eine CEA-Zahl.

Was die S3-Leitlinie 2025 wirklich sagt

Hier hat sich in Deutschland etwas geändert, das viele Ratgeberseiten noch nicht abbilden.

Die frühere Fassung der S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom (Version 2.1, 2019) enthielt eine klare Empfehlung mit Empfehlungsgrad B: „Die Bestimmung des karzinoembryonalen Antigens (CEA) wird alle 6 Monate für mindestens 2 Jahre empfohlen. Ein erhöhter CEA-Wert erfordert eine weitere Diagnostik, berechtigt aber nicht zum Beginn einer systemischen Chemotherapie bei Verdacht auf ein metastasiertes Tumorstadium."9

Die aktuelle Version 3.0 vom September 2025 hat das deutlich zurückgenommen. Sie enthält statt einer Empfehlung nur noch ein evidenzbasiertes Statement auf Evidenzniveau 4: „Der Nutzen der Bestimmung des karzinoembryonalen Antigens (CEA) in der Nachsorge des kolorektalen Karzinoms – insbesondere bei Patienten mit prätherapeutisch nicht erhöhten Werten – wird kontrovers diskutiert. Die Bestimmung von CEA bei prätherapeutisch erhöhten CEA-Werten kann nach kurativ intendierter Therapie erfolgen."2 Im Nachsorgeschema der Leitlinie (Tabelle 17) sind für die Jahre 1 bis 5 Anamnese und körperliche Untersuchung, Koloskopie, Abdomensonografie und gegebenenfalls eine Computertomografie aufgeführt – das CEA erscheint dort nicht mehr als programmierte Untersuchung.2

Der Rahmen der Nachsorge bleibt: Sie beginnt ab dem Operationszeitpunkt, und da 90 % der Rückfälle in den ersten drei Jahren auftreten und nach fünf Jahren praktisch keine neuen mehr, rechtfertigt das keine Ausdehnung über das fünfte postoperative Jahr hinaus.2

Wo die Quellen auseinandergehen: Die Patientenseite des Krebsinformationsdienstes beschreibt CEA weiterhin als Bestandteil der Nachsorgetermine – alle sechs Monate in den ersten beiden Jahren, danach jährlich bis zum fünften Jahr.5 Auch amerikanische (ASCO) und europäische (EGTM) Leitlinien enthalten CEA in der Nachsorge.2 Diesen Widerspruch müssen Sie nicht auflösen: Die deutsche Leitlinie ist zurückhaltender geworden, ohne CEA zu verbieten. Das Deutsche Ärzteblatt fasst es so zusammen – die Wirksamkeit der Früherkennung sei „unbestritten", zur optimalen Intensität der Nachsorge gebe es weniger Evidenz.8 Ob und wie oft bei Ihnen CEA bestimmt wird, entscheidet Ihr Behandlungsteam.

Einflussfaktoren im Überblick

Den Wert verändern können: Rauchen (wichtigster Faktor), Alter, gutartige Erkrankungen von Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse und Lunge, eine Niereninsuffizienz, hochdosiertes Biotin sowie ein Laborwechsel.13 Nennen Sie Rauchstatus, chronische Erkrankungen und Nahrungsergänzungsmittel – sie verändern die Interpretation.

Neuere Forschung

  • Nachsorge nützt – aber die Intensität ist offen. Die britische FACS-Studie zeigte, dass eine planmäßige Nachsorge mit CEA und/oder CT mehr operierbare Rückfälle entdeckt, ohne klaren Zusatznutzen der Kombination beider Verfahren.10 Die französische Phase-III-Studie PRODIGE-13 fand für eine intensivierte Nachsorge keinen Überlebensvorteil in der Gesamtgruppe.11 Diese Uneinheitlichkeit ist der Grund, warum die deutsche S3-Leitlinie 2025 zurückhaltender formuliert.
  • Der Verlauf zählt mehr als der Einzelwert. Eine niederländische Kohortenuntersuchung bestätigte, dass die Dynamik über mehrere Messungen die eigentliche Information trägt – nicht ein isolierter Zahlenwert.6
  • Zirkulierende Tumor-DNA als Ergänzung. Eine Metaanalyse zu Stadium-II-Darmkrebs fand, dass eine dynamische ctDNA-Überwachung Rückfälle früher anzeigt als herkömmliche Verfahren einschließlich CEA und Bildgebung – die Methoden müssen vor einem Routineeinsatz aber noch standardisiert und validiert werden.12

Diese Ergebnisse betreffen Forschung und Nachsorge. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung und begründen keine eigenmächtigen Entscheidungen.

Lassen Sie Ihren CEA-Wert im Zusammenhang deuten

Ein CEA-Wert allein sagt wenig. Seine Bedeutung hängt davon ab, ob Sie rauchen, wie alt Sie sind, welche Erkrankungen von Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse oder Niere vorliegen, welches Labor gemessen hat – und vor allem, wie sich der Wert über die Zeit entwickelt.

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Häufige Fragen

Was sagt der CEA-Wert aus? Er zeigt die Konzentration eines Eiweißes, das bei bestimmten Krebserkrankungen – vor allem des Darms – vermehrt gebildet wird, aber auch bei Rauchen und bei gutartigen Erkrankungen von Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Lunge und Niere ansteigt. Er ist ein Hinweis im Verlauf, keine Diagnose.15

Wie hoch ist der CEA-Wert bei Darmkrebs? Darauf gibt es keine allgemeingültige Zahl. Bei der Erstdiagnose eines kolorektalen Karzinoms ist CEA nur bei rund 30 % der Betroffenen überhaupt erhöht – zwei Drittel haben einen normalen Wert.2 Eine bestimmte Höhe erlaubt weder einen Rückschluss auf ein Stadium noch eine Prognose für einen einzelnen Menschen.

Welcher CEA-Wert ist normal? Das hängt vom Labor ab. Deutsche Labore geben Obergrenzen zwischen etwa 3,8 und 5,2 µg/l (= ng/ml) an, teils getrennt nach Rauchstatus, teils nach Alter.41 Maßgeblich ist der Referenzbereich, der auf Ihrem Befund steht.

Kann der CEA-Wert erhöht sein, ohne dass Krebs vorliegt? Ja, und das ist häufig. Rauchen ist der wichtigste Grund; hinzu kommen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Magengeschwür, Leberzirrhose und Leberentzündungen, Pankreatitis, chronische Bronchitis und eine Niereninsuffizienz.1

Warum haben Raucher andere Grenzwerte? Weil Rauchen die CEA-Konzentration nachweislich anhebt – auch bei völlig gesunden Menschen. In der NORIP-Referenzwertstudie stiegen die Werte sowohl mit dem Rauchen als auch mit dem Alter.3 Manche Labore bilden das über getrennte Grenzen für Raucher und Nichtraucher ab, andere über altersabhängige Werte.41

Eignet sich CEA zur Krebsfrüherkennung? Nein. Die S3-Leitlinie stellt fest, dass keiner der im Serum bestimmbaren Tumormarker für Screening-Untersuchungen oder die Primärdiagnose geeignet ist.2 Zur Darmkrebsfrüherkennung dienen Koloskopie, Sigmoidoskopie oder der immunologische Stuhltest (iFOBT).28

Wird CEA in der Darmkrebs-Nachsorge noch bestimmt? Vor der Behandlung soll der Wert bestimmt werden (außer bei T1-Tumoren). Für die Nachsorge selbst hat die S3-Leitlinie in der Version 3.0 von September 2025 die frühere Empfehlung „alle 6 Monate für mindestens 2 Jahre" zurückgenommen: Der Nutzen wird nun als „kontrovers diskutiert" bezeichnet, und die Bestimmung kann bei vorher erhöhtem CEA erfolgen.29 In der Praxis wird sie vielerorts weiter durchgeführt – das entscheidet Ihr Behandlungsteam.5

Kann ich CEA-Werte aus zwei Laboren vergleichen? Besser nicht: Referenzbereiche und Testsysteme unterscheiden sich. Verlaufskontrollen sollten möglichst im selben Labor erfolgen.41

CEA normal, aber CA 19-9 erhöht – was heißt das? Es sind verschiedene Marker mit jeweils eigenen gutartigen Ursachen; der eine kann steigen, während der andere normal bleibt. Keiner von beiden wird isoliert gedeutet. Die Zusammenschau mit Vorgeschichte, Untersuchung und Bildgebung übernimmt die Ärztin oder der Arzt.72

Das Wichtigste zum Schluss

Das CEA ist ein Tumormarker, aber kein Krebstest. Ein erhöhter Wert ist keine Diagnose, ein normaler keine Entwarnung – bei der Erstdiagnose eines Darmkrebses ist er bei rund 70 % der Betroffenen normal.2 Rauchen ist der häufigste harmlose Grund für ein erhöhtes CEA, gefolgt von Erkrankungen des Darms, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Lunge und der Niere. Die Obergrenzen deutscher Labore reichen von 3,8 bis 5,2 µg/l und sind nur innerhalb desselben Labors vergleichbar; entscheidend ist der Verlauf. Sein anerkannter Platz ist die Bestimmung vor der Behandlung eines Darmkrebses und die Verlaufskontrolle danach – nicht die Früherkennung. Erst das Gesamtbild aus Ihren Werten und Ihrer Vorgeschichte ergibt Sinn – dabei hilft AI DiagMe, ergänzend zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Quellen

Offizielle deutsche Quellen und wissenschaftliche Publikationen (PubMed), die für diesen Ratgeber ausgewertet wurden:

Footnotes

  1. Universitätsklinikum Ulm, Zentrale Einrichtung Klinische Chemie — Leistungsverzeichnis Carcinoembryonales Antigen (CEA), Dokument-ID 24044, Revision 003 vom 01.07.2024 (Methode ECLIA, Roche cobas 8000; Referenzbereiche nach Elecsys-CEA-Packungsbeilage 2024). uniklinik-ulm.de (PDF) 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

  2. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF) — S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Langversion 3.0, September 2025, AWMF-Registernummer 021-007OL; federführende Fachgesellschaft: DGVS. Status: konsultierte S3-Leitlinie, gültige Fassung. Kapitel 4.2.1.1 (Früherkennung), 7.4.3 (Tumormarker), 11.2/11.3.2/11.5 (Nachsorge, Tabelle 17). leitlinienprogramm-onkologie.de (PDF) · Registereintrag: register.awmf.org/de/leitlinien/detail/021-007OL (die direkten PDF-Links des AWMF-Servers antworteten bei der Prüfung mit HTTP 500; der Volltext wurde beim Leitlinienprogramm Onkologie gelesen) 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

  3. Bjerner J, Høgetveit A, Wold Akselberg K, et al. Reference intervals for carcinoembryonic antigen (CEA), CA125, MUC1, alfa-foeto-protein (AFP), neuron-specific enolase (NSE) and CA19.9 from the NORIP study. Scand J Clin Lab Invest, 2008. PubMed · DOI 2 3 4

  4. MVZ Dr. Eberhard & Partner Dortmund (Medizinisches Zentrum Dortmund), Laboratoriumsmedizin — Untersuchung: CEA (Carcinoembryonales Antigen), Referenzbereich Nichtraucher/Raucher, Methode ECLIA. medizin-zentrum-dortmund.de 2 3 4 5 6 7

  5. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) — Nachsorge und Reha bei Darmkrebs. krebsinformationsdienst.de 2 3 4 5

  6. Ramphal W, Boeding JRE, Gobardhan PD, et al. Serum carcinoembryonic antigen to predict recurrence in the follow-up of patients with colorectal cancer. Int J Biol Markers, 2019. PubMed · DOI 2

  7. Krebsinformationsdienst, DKFZ — Tumormarker und andere Biomarker: Anwendung. krebsinformationsdienst.de 2 3

  8. Ebert MP, Reichermeier S, Klug L, Lynen Jansen P, Pox C. Clinical Practice Guideline: Colorectal Cancer — Diagnosis, Treatment, Prevention, and Long-Term Follow-Up Care. Dtsch Arztebl Int, 2025. PubMed · DOI 2 3

  9. Leitlinienprogramm Onkologie — S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Langversion 2.1, Januar 2019 (Vorgängerfassung, durch Version 3.0 abgelöst), Empfehlung 10.5 zur CEA-Bestimmung in der Nachsorge. leitlinienprogramm-onkologie.de (PDF) 2

  10. Primrose JN, Perera R, Gray A, et al. Effect of 3 to 5 years of scheduled CEA and CT follow-up to detect recurrence of colorectal cancer: the FACS randomized clinical trial. JAMA, 2014. PubMed · DOI

  11. Lepage C, et al. Effect of 5 years of CT-scan and CEA follow-up on survival endpoints in patients with colorectal cancer: the PRODIGE-13 FFCD phase III trial. Ann Oncol, 2025. PubMed · DOI

  12. Negro S, Pulvirenti A, Trento C, et al. Circulating Tumor DNA as a Real-Time Biomarker for Minimal Residual Disease and Recurrence Prediction in Stage II Colorectal Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis. Int J Mol Sci, 2025. PubMed · DOI

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