Blutröhrchen: Farben, Zusätze und Reihenfolge
In Deutschland steht Rot für EDTA, nicht für Serum. Warum der Sarstedt-Farbcode vom internationalen abweicht und welche Farbe welchen Zusatz bedeutet.
Bei einer Blutabnahme füllt die Praxis oft mehrere Blutröhrchen in verschiedenen Farben. Die Farbe der Verschlusskappe ist keine Dekoration und kein Praxis-Logo: Sie steht für einen Zusatz im Röhrchen — meist ein Gerinnungshemmer —, der zu den angeforderten Untersuchungen passen muss. Dieser Ratgeber erklärt, welche Farbe in Deutschland welchen Zusatz bedeutet, warum dieser Farbcode ein anderer ist als der, den Sie auf englischsprachigen Seiten finden, in welcher Reihenfolge die Röhrchen gefüllt werden und warum das Zitratröhrchen exakt bis zum Strich reichen muss.
Der wichtigste Punkt gleich vorweg: In Deutschland ist Rot die Farbe des EDTA-Röhrchens — also des Blutbild-Röhrchens. International steht Rot dagegen für das Serumröhrchen. Wer eine englischsprachige Farbtabelle auf einen deutschen Befund anwendet, liegt systematisch falsch.
Das Wichtigste in Kürze
- Jede Kappenfarbe steht für einen Zusatz: Gerinnungshemmer, Gerinnungsaktivator, Glykolysehemmer — oder für gar keinen.1
- Deutschland arbeitet überwiegend mit dem Farbcode von Sarstedt und Kabe: rot = EDTA, grün = Zitrat, orange = Lithium-Heparin, gelb = Fluorid, weiß = Serum.231
- Beim international verbreiteten System (BD Vacutainer, Greiner) bedeuten dieselben Farben etwas anderes: lila = EDTA, hellblau = Zitrat, grün = Heparin, grau = Fluorid.13
- Die Farben sind nicht verbindlich genormt. ISO 6710 empfiehlt sie seit 2017 nur in einem informativen Anhang F.4
- Die Zitrat-Monovette muss bis zur Markierung gefüllt sein, sonst stimmt das Verhältnis Blut zu Zitrat nicht.56
- Hämolyse — zerstörte rote Blutkörperchen — verfälscht vor allem Kalium, LDH und die Transaminasen.75
Warum überhaupt verschiedene Röhrchen?
Blut ist kein Einheitsmaterial, das man in ein beliebiges Gefäß füllen könnte. Je nach Untersuchung muss die Probe in einem ganz bestimmten Zustand konserviert werden:15
- Für ein großes Blutbild dürfen die Zellen nicht verklumpen. Das Blut wird deshalb ungerinnbar gemacht, damit ein Automat Erythrozyten und Thrombozyten unversehrt zählen kann.
- Viele klinisch-chemische Werte und die Serologie werden im Serum gemessen — der klaren Flüssigkeit, die nach der Gerinnung und dem Zentrifugieren übrig bleibt.
- Andere Werte brauchen Plasma: ebenfalls die flüssige Phase, aber ohne Gerinnung gewonnen. Der Unterschied ist im Wesentlichen das Fibrinogen, das im Serum fehlt, weil es zum Gerinnsel geworden ist.
Entscheidend: Die Zusätze sind nicht austauschbar. Was für ein Blutbild ideal ist, macht eine Gerinnungsuntersuchung unbrauchbar — und umgekehrt. Deshalb gibt es für jeden Zweck ein eigenes Röhrchen und, zum schnellen Erkennen, eine eigene Farbe.
Was die einzelnen Zusätze tun
- EDTA bindet Kalzium, das die Gerinnung zwingend braucht. Ohne freies Kalzium bleibt das Blut flüssig und die Zellen behalten ihre Form — die Voraussetzung dafür, sie zu zählen und zu vermessen. EDTA-Blut dient auch für HbA1c und die Blutgruppe.1
- Natriumzitrat bindet ebenfalls Kalzium, aber reversibel und in einem festen Mengenverhältnis (in Deutschland üblich 1:10). Das Labor kann die Gerinnung im Reagenzglas kontrolliert wieder starten und so ausmessen — daher Quick-Wert und INR, PTT, Fibrinogen und D-Dimere aus dem Zitratröhrchen.3
- Gerinnungsaktivator, oft mit Trenngel: das genaue Gegenteil. Er beschleunigt die Gerinnung, damit sauberes Serum entsteht; das Gel bildet nach dem Zentrifugieren eine Barriere zwischen Serum und Blutkuchen.2
- Lithium-Heparin hemmt Thrombin und liefert rasch Plasma — praktisch, wenn es schnell gehen muss.1
- Fluorid (meist mit EDTA kombiniert) stoppt die Glykolyse. Ohne diesen Hemmstoff verbrauchen die Blutzellen im Röhrchen weiter Zucker, und der gemessene Blutzucker fällt zu niedrig aus. Dasselbe Röhrchen dient für Laktat.8
Der deutsche Farbcode — und warum er ein anderer ist
In Deutschland dominieren die Röhrchen von Sarstedt (S-Monovette) und Kabe; sie folgen dem sogenannten EU-Farbcode. Die international bekannten Röhrchen von BD (Vacutainer) und Greiner (Vacuette) benutzen einen anderen. Sarstedt bietet dieselben Röhrchen sogar in beiden Codes an — das EDTA-Röhrchen etwa mit rotem Verschluss (EU) und mit violettem Verschluss (US).2
| Verschluss in Deutschland | Zusatz | Wofür | Dieselbe Zubereitung international |
|---|---|---|---|
| Weiß | Gerinnungsaktivator, ohne Gel (oder ganz ohne Zusatz) | Serum: Klinische Chemie, Serologie, Hormone23 | Rot |
| Braun / ocker | Gerinnungsaktivator + Trenngel | Serum, durch Gel abgetrennt21 | Gold / ocker |
| Rot | EDTA | Blutbild, HbA1c, Blutgruppe231 | Lila / Lavendel |
| Grün | Natriumzitrat 1:10 (0,106 mol/l) | Gerinnung: Quick/INR, PTT, Fibrinogen231 | Hellblau |
| Orange | Lithium-Heparin | Plasma für klinische Chemie21 | Grün |
| Gelb | Fluorid (mit EDTA oder Heparin) | Blutzucker, Laktat231 | Grau |
| Lila | Zitrat 1:5 | Blutsenkung (BSG)3 | Schwarz |
Drei Farben kommen in beiden Systemen vor und bedeuten dort jeweils etwas anderes: Rot (hier EDTA, international Serum), Grün (hier Zitrat, international Heparin) und Lila (hier BSG, international EDTA). Übereinstimmend belegt ist allein Braun/Ocker für das Serum-Gel-Röhrchen.1
Was die Norm dazu sagt — und was nicht
Man würde erwarten, dass eine Norm hier Ordnung schafft. Sie tut es bislang nicht. ISO 6710 regelt Einmalgefäße zur venösen Blutentnahme, und ihre Entstehungsgeschichte ist aufschlussreich: Bei der europäischen Vorgängernorm EN 14820 kam kein Konsens über einen gemeinsamen Farbcode zustande. Die EU-Kommission stufte das Fehlen einer Farbfestlegung 2006 als mögliches Sicherheitsrisiko ein und erteilte CEN dafür ein eigenes Normungsmandat — auch das führte zu keiner Einigung. Erst die Fassung von 2017 nahm Farbempfehlungen auf, und zwar bewusst in einem informativen Anhang F, den niemand einhalten muss; die Norm hält lediglich die Absicht fest, ihn bei einer späteren Revision eventuell verbindlich zu machen.4
Die europäischen Labormediziner der EFLM haben dieselbe Lücke aus Sicht der Patientensicherheit beschrieben: Die Farben seien nicht standardisiert, und der Wechsel von einem Hersteller zum anderen berge deshalb ein Fehlerrisiko.9 Für Sie heißt das ganz praktisch: Verbindlich ist die Beschriftung auf dem Etikett, nicht die Farbe.
Monovette oder Vacutainer: zwei Entnahmeprinzipien
Der Unterschied ist auch für Sie sichtbar. Ein Vacutainer ist ein Röhrchen mit Vakuum: Sobald es auf die Kanüle gesteckt wird, saugt der Unterdruck das Blut hinein. Die S-Monovette funktioniert wie eine kleine Spritze — die Entnahmeperson zieht den Kolben langsam heraus und aspiriert das Blut. Dieselbe Monovette lässt sich auch als Vakuumröhrchen verwenden, indem der Kolben vor der Punktion zurückgezogen und eingerastet wird.2
Die Aspirationstechnik erlaubt es, den Sog an die Vene anzupassen — das ist bei zarten oder schwer zu treffenden Venen ein Vorteil. In deutschen Laborhandbüchern taucht sie deshalb regelmäßig neben dem Vakuumsystem als gleichwertige Option auf.1
Die Reihenfolge bei der Blutabnahme
Werden mehrere Röhrchen gefüllt, geschieht das in einer festen Reihenfolge. Der Grund: Beim Übergang von einem Röhrchen zum nächsten kann eine Spur des vorherigen Zusatzes verschleppt werden, und Zusätze sind chemisch nicht mit jeder Messung verträglich. Deutsche Laborhandbücher — vom Universitätsklinikum Tübingen über die Universitätsmedizin Greifswald bis zum Labor 28 in Berlin — nennen übereinstimmend:751
- Blutkulturen
- Serum (Nativblut, weiß bzw. braun)
- Zitrat (grün) — Gerinnung
- Heparin (orange)
- EDTA (rot) — Blutbild
- Fluorid (gelb) — Blutzucker
Hier weicht die deutsche Praxis von der internationalen ab: Die CLSI-Sequenz setzt das Zitratröhrchen an die zweite Stelle, also vor das Serumröhrchen. Die deutschen Handbücher begründen ihre Reihenfolge damit, dass das erste Röhrchen zwangsläufig etwas Gewebssaft aus der Einstichstelle enthält, weshalb das Gerinnungsröhrchen nie am Anfang stehen soll; falls es doch als erstes gefüllt wird, ist die erste Fraktion zu verwerfen.15 Beide Varianten verfolgen dasselbe Ziel und sind gängige Praxis — maßgeblich ist die Vorgabe des Labors, an das Ihre Probe geht.
Wie stark die Verschleppung tatsächlich ins Gewicht fällt, ist gut untersucht. Eine kontrollierte Arbeit fand bei geschlossenen Systemen und regelrechter Technik keine messbare EDTA-Verunreinigung; erst bei grober Abweichung von den Vorgaben veränderten sich Magnesium, Kalzium und Kalium.10 Die europäische Fachgesellschaft EFLM hat die Studienlage 2017 zusammengefasst und kommt dennoch zu dem Schluss, dass unter weniger als idealen Bedingungen relevante Kontaminationen vorkommen — und dass die Reihenfolge, weil sie leicht einzuhalten ist, beibehalten werden soll.11
Warum das Zitratröhrchen exakt bis zum Strich reichen muss
Das grüne Röhrchen ist das empfindlichste der Reihe. Es enthält eine fest dosierte Menge flüssiges Zitrat, die auf ein bestimmtes Blutvolumen ausgelegt ist. Kommt zu wenig Blut hinein, ist der Zitratanteil relativ zu hoch — und die gemessene Gerinnungszeit stimmt nicht mehr. Deutsche Laborhandbücher formulieren das als unbedingte Vorgabe: Füllung bis zum Eichstrich.51
Wie groß der Effekt ist, hängt von der Zitratkonzentration ab. In einer klassischen Untersuchung verlängerte eine Unterfüllung bei 3,8-prozentigem Zitrat den Quick-Test bereits unterhalb von 80 Prozent Füllung messbar; bei den heute üblichen 3,2-prozentigen Röhrchen war der Quick-Wert bis hinunter zu 60 Prozent und die PTT bis 70 Prozent Füllung unauffällig.6 Moderne Röhrchen sind also toleranter, als oft angenommen — deutsche Labore verlangen die vollständige Füllung trotzdem, weil ein deutlich zu kurz geratenes Röhrchen die Gerinnungswerte unbrauchbar macht und dann neu abgenommen werden muss.
Schwenken statt schütteln — und die Sache mit der Hämolyse
Direkt nach der Entnahme wird jedes Röhrchen mit Zusatz mehrmals vorsichtig geschwenkt, in deutschen Vorgaben typischerweise fünfmal. Geschüttelt werden darf es in keinem Fall.5 Ohne Durchmischung gerinnt das Blut trotz Zusatz teilweise; bei zu heftiger Behandlung platzen rote Blutkörperchen — das ist die Hämolyse.
Ihre Folgen sind spezifisch und gut dokumentiert. Aus den zerstörten Zellen treten Stoffe aus, die innen sehr viel höher konzentriert sind als im Plasma: allen voran Kalium, die LDH und die Transaminasen wie GOT. Diese Werte fallen dann falsch hoch aus.75 Ausgelöst wird das nicht nur durch Schütteln, sondern auch durch zu langes Stauen, „Pumpen" mit der Faust, eine zu dünne Kanüle oder zu schnelles Aufziehen.17 Auch ein unvollständig gefülltes Röhrchen genügt: An der Berliner Charité stieg die LDH bei nur zur Hälfte gefüllten Röhrchen um 21,6 Prozent im Serum und 28,3 Prozent im Heparinplasma, der Hämolyse-Index um mehr als das Dreifache.12
Wichtig für die Einordnung: Diese Hämolyse entsteht im Röhrchen, nicht im Körper. Sie ist kein Krankheitszeichen. Ob im Körper tatsächlich rote Blutkörperchen zerfallen, prüft das Labor mit anderen Größen, etwa dem Haptoglobin.
Serum oder Plasma — eine deutsche Vorgabe hat sich geändert
Für zwei Messgrößen schreibt die Richtlinie der Bundesärztekammer (Rili-BÄK) inzwischen das Probenmaterial vor. Die Vorgaben wurden am 30. Mai 2023 im Deutschen Ärzteblatt bekannt gegeben und sind spätestens drei Jahre danach — also seit Ende Mai 2026 — einzuhalten:8
- Kalium: zu verwenden sind Heparinplasma oder Vollblut; die Verwendung von Serum ist ungeeignet, weil die Kaliumwerte dann falsch hoch ausfallen. Grund ist die Gerinnung selbst: Dabei geben unter anderem die Thrombozyten Kalium ab.
- Glukose: Plasma oder Vollblut; Serum ist ungeeignet. Wird nicht innerhalb von 15 Minuten zentrifugiert oder gemessen, sind Röhrchen mit geeigneter Glykolysehemmung zu verwenden — sonst werden zu niedrige Glukosewerte gemessen.
Dass die Röhrchenwahl hier wirklich zählt, hat eine Arbeit der Universitätsmedizin Greifswald gezeigt: Die Glukosestabilität unterschied sich deutlich zwischen fünf Röhrchentypen — sogar zwischen Röhrchen, die denselben Glykolysehemmer enthalten sollten.13 Praktisch heißt das für Sie: Wenn Ihr Blutzucker oder Ihr Elektrolytstatus bestimmt wird, greift die Praxis womöglich zu einem anderen Röhrchen als früher. Das ist kein Zeichen für ein Problem, sondern für eine aktuelle Vorgabe.
Kinder, Mikroproben und die Gesamtmenge
Für Kinder gibt es dieselben Zusätze in kleineren Röhrchen: Kinderentnahmesysteme fassen etwa 1,2 bis 1,6 Milliliter, Mikroprobengefäße rund 1,3 Milliliter.1 Die Farblogik der Zusätze bleibt gleich, die Kappenfarben der Kindersysteme können sich zwischen den Herstellern allerdings unterscheiden — auch hier zählt das Etikett.3
Und die Gesamtmenge? Ein Routine-Röhrchensatz beim Erwachsenen umfasst typischerweise eine Serum-Monovette mit 7,5 Millilitern und eine EDTA-Monovette mit 2,7 Millilitern, zusammen rund 10 Milliliter.1 Zum Vergleich: Bei einer Vollblutspende werden 500 Milliliter entnommen, etwa zehn Prozent der gesamten Blutmenge eines Erwachsenen.14 Eine gewöhnliche Blutabnahme entspricht also ungefähr einem Fünfzigstel einer Blutspende — eine Menge, die der Körper nicht bemerkt.
Lassen Sie Ihre Blutwerte von AI DiagMe einordnen
Welches Röhrchen benutzt wurde, entscheidet mit darüber, wie ein Wert zu lesen ist — Kalium aus Serum ist etwas anderes als Kalium aus Plasma.
👉 AI DiagMe erklärt Ihre Befunde — Blut, Urin oder Stuhl — in verständlicher Sprache und im Zusammenhang. Ein informativer Dienst, der keine Diagnose stellt und das ärztliche Gespräch ergänzt, ohne es zu ersetzen.
Häufige Fragen
Welche Farbe hat das Röhrchen fürs Blutbild? In Deutschland das rote EDTA-Röhrchen von Sarstedt oder Kabe.23 Auf internationalen Tabellen ist dasselbe Röhrchen lila. Verlassen Sie sich auf die Beschriftung, nicht auf die Farbe.
Warum werden mir mehrere Röhrchen abgenommen? Weil Ihre Untersuchungen Blut in unterschiedlichen Zuständen brauchen — ungerinnbar gemacht, als Serum oder als Plasma — und die Zusätze nicht austauschbar sind.1
In welcher Reihenfolge werden die Röhrchen gefüllt? In deutschen Laborhandbüchern: Blutkulturen, Serum, Zitrat, Heparin, EDTA, Fluorid.751 International steht das Zitratröhrchen an zweiter Stelle. Beides ist üblich; entscheidend ist die Vorgabe des Labors.
Warum muss das grüne Zitratröhrchen ganz voll sein? Weil das Verhältnis von Blut zu Zitrat festgelegt ist. Bei deutlicher Unterfüllung werden Quick/INR und PTT unzuverlässig.56
Was bedeutet „die Probe war hämolytisch"? Rote Blutkörperchen sind im Röhrchen zerplatzt. Kalium, LDH und Transaminasen fallen dann falsch hoch aus, und die Abnahme wird wiederholt.75 Mit Ihrer Gesundheit hat das nichts zu tun.
Was ist der Unterschied zwischen Serum und Plasma? Plasma enthält noch die Gerinnungsfaktoren, darunter das Fibrinogen. Serum entsteht nach der Gerinnung — das Fibrinogen steckt dann im Blutkuchen.
Sind die Röhrchenfarben überall gleich? Nein. ISO 6710 empfiehlt Farben nur in einem informativen Anhang, verbindlich sind sie nicht.4 Deshalb unterscheiden sich Sarstedt und Kabe von BD und Greiner.91
Wie viel Blut wird insgesamt entnommen? Bei einer üblichen Abnahme etwa 10 Milliliter — rund ein Fünfzigstel einer Blutspende von 500 Millilitern.114
Auf einen Blick
Die Farben der Blutröhrchen stehen für ihre Zusätze — und in Deutschland bedeuten sie etwas anderes als auf englischsprachigen Seiten: rot ist hier EDTA fürs Blutbild, grün Zitrat für die Gerinnung, orange Heparin, gelb Fluorid für den Blutzucker, weiß oder braun Serum. Verbindlich genormt sind diese Farben nicht,4 weshalb das Etikett zählt. Die Reihenfolge der Röhrchen, das Füllen bis zum Strich beim Zitratröhrchen und das Schwenken statt Schütteln sind die drei Handgriffe, die über die Verlässlichkeit Ihrer Werte entscheiden — und um die sich das Praxisteam kümmert, nicht Sie. Was am Ende auf Ihrem Befund steht, ergibt erst im Zusammenhang Sinn: dabei hilft AI DiagMe an der Seite Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.
Quellen
Deutsche institutionelle Quellen, Herstellerdokumentation und wissenschaftliche Publikationen (PubMed), die diesem Ratgeber zugrunde liegen:
Footnotes
-
Labor 28 Berlin — Laborhandbuch Präanalytik, Kapitel 2.5 „Entnahmereihenfolge", 2.8 „Häufige Fehlerquellen" und 4.6 „Monovetten (Aspirationstechnik) / Vacutainer (Vakuumtechnik)". labor28.de ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9 ↩10 ↩11 ↩12 ↩13 ↩14 ↩15 ↩16 ↩17 ↩18 ↩19 ↩20 ↩21 ↩22 ↩23
-
SARSTEDT AG & Co. KG — S-Monovette® Blutentnahmeröhrchen, Produktübersichten Serum, EDTA, Citrat, Heparin und Glukosebestimmung (Verschlussfarben EU- und US-Farbcode) sowie Beschreibung von Aspirations- und Vakuumtechnik. sarstedt.com ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9 ↩10 ↩11
-
MedLab Bochum, Praxis für Labormedizin und Mikrobiologie — Röhrchen und Gefäße (Deckelfarben Kabe/Sarstedt gegenüber Greiner). medlab-bochum.de ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9 ↩10
-
ISO 6710:2017 — Single-use containers for human venous blood specimen collection, Introduction und Annex F (informative) „Recommended colour codes for identifying additives and accessories". iso.org ↩ ↩2 ↩3 ↩4
-
Universitätsmedizin Greifswald / IMD — Präanalytik-Fibel, Abschnitte „Reihenfolge der Blutabnahmen", „Venöse Blutentnahme" und „Hämolytische Proben". imd-greifswald.de ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9 ↩10 ↩11
-
Adcock DM, Kressin DC, Marlar RA. Minimum specimen volume requirements for routine coagulation testing: dependence on citrate concentration. American Journal of Clinical Pathology, 1998; 109(5): 595–9. PubMed · DOI ↩ ↩2 ↩3
-
Universitätsklinikum Tübingen, Zentrallabor — Allgemeine Informationen und Präanalytik, Kapitel 4.5 „Reihenfolge bei der Blutentnahme" und 4.6 „Fehlerquellen", Freigabedatum 18.03.2026. medizin.uni-tuebingen.de ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6
-
Bundesärztekammer — Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (Rili-BÄK), Tabelle B 1-1 „Vorgaben auf zu verwendende Untersuchungsmaterialien" (Glucose, Kalium). Bekanntgabe: Deutsches Ärzteblatt, 30. Mai 2023. bundesaerztekammer.de ↩ ↩2
-
Simundic AM, Cornes MP, Grankvist K, et al. Colour coding for blood collection tube closures – a call for harmonisation. Clinical Chemistry and Laboratory Medicine, 2015; 53(3): 371–6. PubMed · DOI ↩ ↩2
-
Cadamuro J, Felder TK, Oberkofler H, Mrazek C, Wiedemann H, Haschke-Becher E. Relevance of EDTA carryover during blood collection. Clinical Chemistry and Laboratory Medicine, 2015; 53(8): 1271–8. PubMed · DOI ↩
-
Cornes M, van Dongen-Lases E, Grankvist K, et al. (EFLM WG-PRE). Order of blood draw: Opinion Paper by the European Federation for Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (EFLM) Working Group for the Preanalytical Phase. Clinical Chemistry and Laboratory Medicine, 2017; 55(1): 27–31. PubMed · DOI ↩
-
Neuwinger N, Meyer zum Büschenfelde D, Tauber R, Kappert K. Underfilling of vacuum blood collection tubes leads to increased lactate dehydrogenase activity in serum and heparin plasma samples. Clinical Chemistry and Laboratory Medicine, 2020; 58(2): 213–21. PubMed · DOI ↩
-
Winter T, Hannemann A, Suchsland J, Nauck M, Petersmann A. Long-term stability of glucose: glycolysis inhibitor vs. gel barrier tubes. Clinical Chemistry and Laboratory Medicine, 2018; 56(8): 1251–8. PubMed · DOI ↩
-
DRK-Blutspendedienste — Blutspende: wie viel Blut spendet man? (Vollblutspende 500 ml, etwa zehn Prozent der gesamten Blutmenge). blutspende.de ↩ ↩2