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Blutabnahme bei Kindern und Babys: Ablauf, Schmerzen

Fersenblut beim Neugeborenen, Vene beim größeren Kind: der Ablauf nach Alter, was gegen Schmerzen belegt wirkt und warum der Satz „Das tut nicht weh“ schadet.

Publié le August 15, 202612 min de lectureRédigé par l'Équipe Blood Analysis · Relu et vérifié par Julien Priour

Eine Blutabnahme beim Baby oder Kind beunruhigt Eltern meist stärker als das Kind selbst — und die entscheidende Frage lautet: was kann ich tun, damit es für mein Kind erträglich wird? Darauf gibt es konkrete, belegte Antworten: die Technik richtet sich nach dem Alter, der Schmerz lässt sich mit einfachen Mitteln deutlich senken, und Sie dürfen dabeibleiben. Dieser Ratgeber erklärt, wie das Fersenblut beim Neugeborenen funktioniert, wann eine Vene punktiert wird, was Zuckerlösung, Stillen, Hautkontakt, betäubende Creme und Ablenkung wirklich leisten, wie viel Blut überhaupt entnommen wird und warum Kinderwerte nicht nach Erwachsenenmaßstäben gelesen werden. Zum allgemeinen Ablauf siehe Blutabnahme.

Der wichtigste Satz zuerst: Versprechen Sie Ihrem Kind nie, dass es „gar nicht weh tut“. Zwei deutsche Kinderkliniken raten ausdrücklich davon ab — ehrlich und positiv bleiben, ohne zu verharmlosen.12 Ein Kind, dem einmal etwas Falsches versprochen wurde, glaubt Ihnen beim nächsten Mal nicht mehr.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Neugeborenen wird für das Screening meist Kapillarblut aus der Ferse entnommen; laut Kinder-Richtlinie ist auch Venenblut zulässig.3
  • Der optimale Zeitpunkt des Neugeborenen-Screenings ist das Alter von 48 bis 72 Lebensstunden; die Probe soll nicht vor vollendeten 36 und nicht nach 72 Lebensstunden entnommen werden.3
  • Seit Mai 2026 umfasst das erweiterte Neugeborenen-Screening 20 Zielkrankheiten statt bisher 16.34
  • Orale Zuckerlösung (Glukose oder Saccharose) ist beim Neugeborenen die am besten belegte nicht-medikamentöse Maßnahme gegen Prozedurschmerz — jenseits des ersten Geburtstags ist ein schmerzstillender Effekt nicht belegt.56
  • Stillen und Hautkontakt während des Piksens senken die Schmerzreaktion beim Neugeborenen ebenfalls messbar.78
  • Eine venöse Blutentnahme ist beim Neugeborenen laut Leitlinie weniger schmerzhaft als eine kapilläre — entgegen der Intuition vieler Eltern.9
  • Erwachsenen-Referenzwerte gelten für Kinder nicht. Die Einordnung gehört in kinderärztliche Hand.1011

Was sich mit dem Alter ändert

Die Methode hängt davon ab, wie viel Blut gebraucht wird und wie gut die Venen zu treffen sind.

AlterÜbliches Vorgehen
Neugeborenes (erste Lebenstage)Kapillarblut aus der Ferse für das Screening, alternativ Venenblut312
SäuglingVene — Ellenbeuge, Handrücken, Fußrückenplexus, seltener Kopfhautvenen13
Klein- und VorschulkindVene; für einzelne Messungen genügt manchmal ein Fingerpieks14
Schulkind, JugendlicheVenenpunktion wie bei Erwachsenen

Beim Neugeborenen wird die Ferse am äußeren oder inneren Fersenrand der Fußsohle punktiert, nie in der Sohlenmitte — dort läge der Fersenbeinknochen zu nah. Die Spitze der Stechhilfe soll nicht länger als 2,4 mm sein, bei Frühgeborenen kürzer. Der erste Blutstropfen wird abgewischt, und die Ferse wird ausdrücklich nicht „gemolken“ oder gequetscht: das würde die Probe mit Gewebsflüssigkeit verdünnen.12

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist für die meisten Basisuntersuchungen Venenblut zu bevorzugen. Neben Ellenbeuge und Handrücken kommen der Fußrückenplexus sowie Unterarm- und Unterschenkelvenen infrage; bei sehr kleinen Kindern gelegentlich auch eine Kopfhautvene, die — so ungewohnt das aussieht — oft weniger schmerzhaft ist als eine Punktion an den Extremitäten. Kalte Arme und Beine werden vorher mit warmen Tüchern besser durchblutet, was die Trefferquote erhöht.13

Kapillarblut aus der Fingerbeere liefert Volumina von unter einem Milliliter und reicht für Fragestellungen wie Blutzucker oder ein kleines Blutbild.14 Für ein größeres Analysenpaket wird die Vene punktiert. Ob Ihr Kind nüchtern kommen muss, hängt von der Fragestellung ab und wird bei Kindern so kurz wie möglich gehalten — siehe nüchtern zur Blutabnahme.

Neugeborenen-Screening: Zeitpunkt und Umfang

Der Zeitpunkt ist in der Kinder-Richtlinie des G-BA verbindlich geregelt: optimal ist das Alter von 48 bis 72 Lebensstunden, und die Probe soll nicht vor vollendeten 36 und nicht nach 72 Lebensstunden entnommen werden. Wird ein Kind vor der 36. Lebensstunde entlassen, wird eine erste Probe entnommen — die Eltern müssen dann über ein termingerechtes Zweitscreening informiert werden.3 In der Praxis fällt der Termin meist mit der U2 zusammen.15

Der Umfang hat sich gerade geändert. Der G-BA beschloss am 15. Mai 2025, den Vitamin-B12-Mangel sowie Homocystinurie, Propionazidämie und Methylmalonazidurie aufzunehmen; anzuwenden sind die Änderungen zwölf Monate nach Beschlussfassung, also seit Mai 2026.4 Seither zählt § 17 der Kinder-Richtlinie 20 Zielkrankheiten auf — vorher waren es 16.3 Insgesamt findet man bei etwa einem von 1 000 Neugeborenen eine dieser Erkrankungen.15

Praktisch heißt das: wenige Blutstropfen auf eine Filterpapierkarte, die getrocknet und sofort ins Screeninglabor geschickt wird. Zwischen Probenentnahme und Übermittlung eines auffälligen Befunds sollen nicht mehr als 72 Stunden liegen; bei unauffälligem Ergebnis hören Sie in der Regel nichts.315

Schmerzen ernst nehmen: was wirklich hilft

Nadelangst ist kein Erziehungsproblem, sondern verbreitet: eine systematische Übersicht mit Metaanalyse fand sie bei der Mehrheit der Kinder, bei 20–50 % der Jugendlichen und bei 20–30 % der jungen Erwachsenen — sie nimmt mit dem Alter ab.16 Wer die erste Blutabnahme gut begleitet, investiert also in alle späteren.

Beim Baby: Zuckerlösung, Stillen, Hautkontakt

Die deutsche Leitlinie zur Betreuung von Neugeborenen in der Geburtsklinik verlangt, bei der Screening-Blutentnahme die Grundsätze der Schmerzminimierung zu beachten, ausdrücklich durch orale Gabe von Glukose.9 Wie gut das belegt ist, zeigt der Cochrane-Review mit 74 Studien und 7 049 Neugeborenen: für Saccharose zusammen mit Nuckeln am Schnuller — oder allein oral gegeben — besteht hochwertige Evidenz einer Schmerzreduktion bei Fersenstich, Venenpunktion und intramuskulärer Injektion; ernsthafte Nebenwirkungen wurden nicht dokumentiert. Eine optimale Dosis ließ sich wegen uneinheitlicher Studien nicht bestimmen.5

Wichtig ist die Altersgrenze. Der Effekt ist für die Neugeborenenperiode belegt. Für Kinder ab einem Jahr stellte ein eigener Cochrane-Review fest, dass die Evidenz bei Ein- bis Vierjährigen nicht ausreicht und bei Schulkindern kein schmerzstillender Effekt nachweisbar war — in diesem Alter gibt es wirksamere Mittel.6 Zuckerlösung ist also eine Baby-Maßnahme, kein Allzweckmittel.

Ebenfalls belegt: Stillen beziehungsweise Muttermilch und Hautkontakt („Känguru“) während des Eingriffs senken Schmerzreaktionen beim Neugeborenen.78 Deutsche Kinderkliniken empfehlen, damit einige Minuten vor dem Piks zu beginnen.1

Betäubende Creme und Pflaster

Lidocain-/Prilocain-haltige Zubereitungen (EMLA, umgangssprachlich „Zaubercreme“) machen die Haut unempfindlich. Entscheidend ist die Einwirkzeit: die Kinderklinik Passau nennt 45 bis 60 Minuten Einwirken und Entfernen 15 Minuten vor dem Eingriff, die Kinderklinik Datteln mindestens eine Stunde.12 Wer das Pflaster erst im Wartezimmer aufklebt, hat es umsonst getan: fragen Sie vorab in der Praxis nach.

Zwei Grenzen sollten Sie kennen. Erstens betäubt die Creme nur die Haut, nicht die Tiefe: das Ziehen in der Vene und das Festhalten spürt Ihr Kind weiterhin. Zweitens gelten je nach Alter und Hautzustand unterschiedliche Vorgaben — welches Präparat für Ihr Kind geeignet ist und wie viel aufgetragen wird, entscheidet ausschließlich die behandelnde Ärztin oder der Apotheker. Ist keine Zeit zum Einwirken, arbeiten manche Kliniken mit Kälte oder Vibration direkt neben der Einstichstelle.12

Ablenkung und Komfort-Position

Ablenkung ist keine Beschäftigungstherapie, sondern eine geprüfte Methode: ein Cochrane-Review zu psychologischen Verfahren bei nadelbezogenen Eingriffen fand Belege für Ablenkung, Hypnose, kombinierte Verhaltenstherapie und Atemübungen.17 Ein Buch, ein Tablet, Seifenblasen, „Ich sehe was, was du nicht siehst“ — je aktiver Sie mitmachen, desto besser.2

Zur Position sind die Empfehlungen deutscher Kinderkliniken eindeutig: Kinder werden in sogenannte Komfort-Positionen gebracht, nicht flach hingelegt und festgehalten. Bis zwölf Monate Hautkontakt und Nuckeln; von einem bis fünf Jahren auf dem Schoß oder sitzend im Arm; ab sechs Jahren Wahlmöglichkeiten („bei Mama sitzen oder allein?“); bei Jugendlichen Selbstbestimmung.12 Das Leitmotiv der Passauer Klinik lautet „ohne Festhalten — ohne Angst“.1 Das hat einen sehr praktischen Grund: Was Kinder am meisten stört, ist häufig gar nicht der Einstich, sondern das Festgehaltenwerden.13

Der Satz, der sich rächt

„Das tut überhaupt nicht weh“ ist gut gemeint und richtet Schaden an. Die Kinderklinik Datteln formuliert die Regel so: ehrlich und positiv bleiben, ohne zu verharmlosen — statt „Es tut nicht weh“ lieber „Du merkst, dass dort etwas gemacht wird, aber wir geben auf dich acht“.2 Auch die Bundeszentrale-Nachfolgerin BIÖG rät auf kindergesundheit-info.de, mögliche schmerzhafte Untersuchungen nicht zu verharmlosen oder zu verschweigen; das Kind solle wissen, dass es bei der Blutabnahme kurz piekst — andernfalls büßen Eltern Vertrauen ein.18

Drei Formulierungen, die deutsche Kinderkliniken empfehlen zu meiden, weil Verneinungen und Verkleinerungen nicht wirken: „Hab keine Angst“, „Jetzt kommt ein kleiner Pieks“, „Das hat ja noch nie geklappt“. Besser: „Wie würdest du dich wohler fühlen?“, „Wenn du so weit bist, fangen wir an“, „Lass uns neugierig sein, wie gut es heute klappt“.1 Und: Ihre eigene Ruhe überträgt sich auf Ihr Kind.2

Wie viel Blut wird eigentlich abgenommen?

Diese Sorge ist verbreitet und lässt sich mit Zahlen entschärfen. Das Blutvolumen eines Kindes beträgt etwa 80 ml pro Kilogramm Körpergewicht19 — ein 5 kg schwerer Säugling hat also rund 400 ml Blut. Dem stehen Blutröhrchen gegenüber, die für die Pädiatrie gebaut sind: Kapillar-Mikroröhrchen fassen typischerweise 100 bis 500 Mikroliter, also 0,1 bis 0,5 ml.14

Dass diese Miniaturisierung kein Luxus ist, zeigt der Blick auf die Frühgeborenenmedizin: bei einem 1 000 g schweren Frühgeborenen entsprechen bereits 7 ml entnommenen Blutes etwa 10 % des Blutvolumens.20 Genau deshalb arbeiten Labore mit Mikroröhrchen, bündeln Anforderungen auf eine Punktion und geben Mindestmengen an. Bei einem gesunden Kind, dem einmal Blut für ein Blutbild abgenommen wird, ist der Verlust physiologisch bedeutungslos — der Körper ersetzt das Volumen innerhalb kurzer Zeit.

Kinderwerte sind keine Erwachsenenwerte

Der häufigste Fehler beim Blick auf einen Kinderbefund ist, ihn an den Zahlen aus dem eigenen Laborbericht zu messen. Referenzintervalle im Kindesalter sind hochdynamisch: Wachstum und Reifung verändern die meisten hämatologischen und biochemischen Analyte so stark, dass das für Erwachsene übliche Konzept eines einheitlichen Bereichs nicht auf Kinder übertragbar ist.10

Wie scharf diese Dynamik sein kann, zeigt ein Beispiel aus der Kinder- und Jugendklinik Erlangen: Ein Kreatininwert von 0,8 mg/dl würde im Alter von 14 Tagen als normal gelten, einen Tag später — nach der starren Altersgruppengrenze — dagegen als mehr als doppelt so hoch wie das obere Referenzlimit. Deshalb werden heute kontinuierliche Verläufe statt fester Altersblöcke gefordert; die Datengrundlage dafür stammt aus deutschen Routinedaten von Neugeborenen bis zu Jugendlichen.1011

Praktisch bedeutet das: Hämoglobin, Hämatokrit, Leukozyten, Lymphozyten, Thrombozyten und Retikulozyten aus dem großen Blutbild haben im Kindesalter eigene, altersabhängige Bereiche; für 22 hämatologische und biochemische Kenngrößen wurde dieser Verlauf von der Geburt bis zur Adoleszenz aus deutschen Routinedaten beschrieben.11 Dasselbe gilt für Ferritin und die übrigen Eisenwerte, für CRP und die Entzündungswerte, für Bilirubin beim Neugeborenen, für Kreatinin und für den Blutzucker. Maßgeblich ist immer der Bereich, der neben dem Ergebnis Ihres Kindes gedruckt ist — und die Einordnung durch die Kinderärztin.

Dürfen Eltern dabeibleiben?

Ja — und das ist keine Höflichkeit, sondern fachlicher Standard. „Früher tendierten wir Behandlungsteams häufig dazu, die Eltern bei Blutentnahmen aus dem Zimmer zu schicken. Heute wissen wir es besser“, schreibt die Kinderklinik Passau: Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen und tragen durch ihre Anwesenheit wesentlich zur Entspannung bei.1

Ihre Aufgabe ist dabei nicht, das Kind festzuhalten. Sie halten die Komfort-Position, führen die Ablenkung und bleiben ruhig; die Punktion übernimmt das Team.12 Sagen Sie vorher Bescheid, wenn Ihr Kind bereits schlechte Erfahrungen gemacht hat — dann lässt sich das Vorgehen anpassen.1

Nach der Blutabnahme

Ein paar Minuten fest auf die Einstichstelle drücken beugt einem blauen Fleck am wirksamsten vor; ein kleines Hämatom ist unangenehm, aber harmlos und verschwindet innerhalb weniger Tage.

Beim Pflaster gilt bei Kleinkindern eine Vorsichtsregel, die selten jemand ausspricht: Kleinkinder erkunden ihre Welt über den Mund und stecken viele Dinge hinein — das Verschlucken passiert typischerweise unbeobachtet.21 Ein sich lösendes Pflaster gehört in diese Kategorie. Nehmen Sie es also ab, sobald die Einstichstelle trocken ist, und lassen Sie Ihr Kind damit nicht unbeaufsichtigt.

Melden Sie sich in der Praxis, wenn die Einstichstelle stark anschwillt, überwärmt oder gerötet ist, wenn sie nach Stunden noch blutet oder wenn Ihr Kind ungewöhnlich schlapp wirkt. Und loben Sie Ihr Kind — ein neutraler bis positiver Rückblick auf den Termin ist die beste Vorbereitung auf den nächsten.

Wie lange die Auswertung dauert, hängt vom Parameter ab; einen Überblick gibt Blutbild: Dauer. Bei Kindern wird eine Blutabnahme immer ärztlich veranlasst — Selbstzahlerangebote wie ein Blutbild ohne Überweisung betreffen Erwachsene.

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Häufige Fragen

Wie läuft eine Blutabnahme beim Baby ab? Beim Neugeborenen meist als Kapillarblut aus der Ferse, punktiert am Fersenrand, nicht in der Sohlenmitte.12 Danach überwiegt die Venenpunktion — laut Leitlinie ist sie beim Neugeborenen sogar weniger schmerzhaft als der Fersenstich.9

Wann findet das Neugeborenen-Screening statt? Optimal zwischen der 48. und 72. Lebensstunde, frühestens nach vollendeten 36 und spätestens nach 72 Lebensstunden — in der Regel rund um die U2.315

Auf wie viele Krankheiten wird gescreent? Auf 20 Zielkrankheiten. Vitamin-B12-Mangel, Homocystinurie, Propionazidämie und Methylmalonazidurie kamen mit dem G-BA-Beschluss vom 15. Mai 2025 hinzu, anzuwenden seit Mai 2026.34

Hilft Zuckerlösung wirklich gegen Schmerzen? Beim Neugeborenen ja, mit hochwertiger Evidenz aus 74 Studien.5 Ab dem ersten Geburtstag ist ein Effekt dagegen nicht belegt.6 Ob und wie Ihr Kind eine solche Lösung bekommt, entscheidet das Behandlungsteam.

Wie lange muss die betäubende Creme einwirken? Deutsche Kinderkliniken nennen 45 bis 60 Minuten beziehungsweise mindestens eine Stunde, mit Entfernen etwa 15 Minuten vor dem Eingriff.12 Sie betäubt nur die Haut, nicht die Tiefe — fragen Sie vorab, ob Sie sie zu Hause aufkleben sollen.

Ist die Blutmenge für ein Baby gefährlich? Nein. Ein Säugling hat rund 80 ml Blut pro Kilogramm,19 während pädiatrische Mikroröhrchen typischerweise 0,1 bis 0,5 ml fassen.14

Darf ich als Elternteil dabeibleiben? Ja, und es ist erwünscht.1 Halten Sie die Komfort-Position und die Ablenkung — das Festhalten ist nicht Ihre Aufgabe.2

Warum sind die Werte meines Kindes außerhalb „meiner“ Normbereiche? Weil Kinder eigene, altersabhängige Referenzintervalle haben, die sich zum Teil binnen Tagen verschieben.1011 Vergleichen Sie nie mit einem Erwachsenenbefund; maßgeblich ist der Bereich auf dem Befund Ihres Kindes.

Auf einen Blick

Beim Neugeborenen wird meist Fersenblut gewonnen, beim größeren Kind eine Vene punktiert — und Venenblut ist in dieser Altersgruppe leitliniengemäß nicht die schmerzhaftere Variante.9 Das Neugeborenen-Screening erfolgt zwischen der 48. und 72. Lebensstunde und umfasst seit Mai 2026 20 Zielkrankheiten.3 Gegen den Schmerz wirken beim Baby Zuckerlösung, Stillen und Hautkontakt,578 beim älteren Kind betäubende Creme, Ablenkung und eine Komfort-Position auf Ihrem Schoß.117 Die Blutmenge ist im Verhältnis zum kindlichen Blutvolumen sehr klein,1914 und die Zahlen im Befund gehören in kinderärztliche Hände, weil Kinderwerte eigene Bereiche haben.10 Bleibt der eine Satz, der alles trägt: ehrlich sein, ohne zu verharmlosen.182 Beim Verstehen der Zahlen danach hilft AI DiagMe an der Seite Ihrer Kinderärztin.

Quellen

Deutsche institutionelle Quellen und wissenschaftliche Publikationen (PubMed), die diesem Ratgeber zugrunde liegen:

Footnotes

  1. Kinderklinik Dritter Orden Passau — Schmerzarme Blutabnahme: Kommunikation, Vorbereitung, Nähe, Fokus. kinderklinik-passau.de 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

  2. Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln, Tigerambulanz — Blut abnehmen – oh nein!? Tipps und Tricks für Eltern. kinderklinik-datteln.de 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

  3. Gemeinsamer Bundesausschuss — Richtlinie über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern (Kinder-Richtlinie), § 17 Zielkrankheiten, § 20 Zeitpunkt der Probenentnahmen, § 21 Probenentnahme. Fassung vom 15. Mai 2025. g-ba.de 2 3 4 5 6 7 8 9 10

  4. Gemeinsamer Bundesausschuss — Beschluss über eine Änderung der Kinder-Richtlinie: Früherkennung eines Vitamin-B12-Mangels und weiterer Zielerkrankungen (Homocystinurie, Propionazidämie und Methylmalonazidurie) im erweiterten Neugeborenen-Screening, 15. Mai 2025. g-ba.de 2 3

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