CRP-Wert: Normalwerte, Tabelle und wann er zu hoch ist
CRP-Wert verstehen: normal ist unter 5 mg/l bzw. 0,5 mg/dl, er steigt schon nach 6 bis 12 Stunden – und ein hoher Wert heißt Entzündung, nicht Krebs.
Der CRP-Wert ist der meistbestimmte Entzündungswert überhaupt. CRP steht für C-reaktives Protein, ein Eiweiß, das die Leber innerhalb von Stunden in großen Mengen bildet, sobald irgendwo im Körper eine Entzündung, eine Infektion oder eine Gewebeschädigung entsteht. Genau das macht ihn so nützlich – und zugleich so leicht misszuverstehen: Der CRP-Wert sagt zuverlässig, dass etwas los ist, aber nie, was und wo. Dieser Ratgeber erklärt die Normalwerte in mg/l und mg/dl, was ein zu hoher CRP-Wert in welcher Größenordnung bedeutet, warum er auch ohne Infektion steigen kann, was der CRP-Schnelltest in der Hausarztpraxis leistet – und warum ein erhöhter Wert fast nie für Krebs spricht.
Das Wichtigste in Kürze
- Normalwert bei Erwachsenen: unter 5 mg/l, also unter 0,5 mg/dl. Beide Einheiten sind in Deutschland üblich, der Umrechnungsfaktor ist 10.123
- CRP ist ein Akute-Phase-Protein der Leber. Die Syntheserate kann bei akuten Entzündungen auf über das 1000-Fache steigen.24
- Zeitverlauf: Der Wert steigt bereits nach 6 bis 12 Stunden, der Spitzenwert wird nach 24 bis 48 Stunden erreicht. Die Halbwertszeit beträgt rund 19 Stunden – deshalb fällt CRP auch schnell wieder ab.25
- CRP ist sehr empfindlich, aber unspezifisch: Es zeigt eine Entzündung an, benennt aber weder Ursache noch Ort.24
- Werte über 100 mg/l sprechen für starke Reize – schweres Trauma, schwere Infektion, Sepsis.2
- Der CRP-Schnelltest (POCT) in der Praxis kann helfen, unnötige Antibiotika zu vermeiden; die DEGAM führt ihn als eine von mehreren Optionen auf.67
- Erhöhtes CRP bedeutet fast nie Krebs: In einer großen Kohorte hatten über 96 % der Menschen mit erhöhtem Entzündungswert im Folgejahr keine Krebsdiagnose.8
Was ist der CRP-Wert?
Das C-reaktive Protein war das erste je beschriebene Akute-Phase-Protein.4 Es wird in der Leber gebildet, sobald Immunzellen entzündungsfördernde Botenstoffe ausschütten – allen voran Interleukin-6, daneben IL-1 und TNF.24 Im Blut markiert CRP dann abgestorbene Zellen und Krankheitserreger, damit das Immunsystem sie abräumen kann.1
Für die Praxis zählen drei Eigenschaften:
- Es reagiert schnell. Nach einem einzelnen Entzündungsreiz steigt die Konzentration innerhalb von etwa 6 Stunden über 5 mg/l und erreicht ihr Maximum nach 24 bis 48 Stunden.25
- Es reagiert stark. Die Syntheserate kann sich um mehr als das Tausendfache erhöhen – kaum ein anderer Laborwert bewegt sich über einen so großen Bereich.2
- Es ist unspezifisch. Die Universitätsklinik Ulm formuliert es nüchtern: Die CRP-Konzentration ist „ein sensitiver, aber unspezifischer Indikator einer Entzündung".2
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Ein hoher CRP-Wert ist ein Signal, keine Diagnose.
Warum wird der CRP-Wert bestimmt?
Deutsche Universitätslabore nennen als Hauptindikationen:23
- Diagnostik und Verlaufsbeurteilung systemischer Entzündungsprozesse;
- Kontrolle des Therapieerfolgs – etwa, ob eine Antibiotikabehandlung anschlägt;
- Unterscheidung bakterieller von viraler Infektion: Bakterielle Infektionen bewirken in der Regel einen deutlich höheren CRP-Anstieg als virale – als Tendenz, nicht als Beweis;
- Verlaufskontrolle rheumatischer Erkrankungen und Bewertung entzündungshemmender Therapien;
- Nachweis postoperativer Komplikationen.
Gelesen wird der Wert nie isoliert, sondern zusammen mit den Leukozyten, den neutrophilen Granulozyten im Differenzialblutbild und – je nach Frage – der BSG oder dem Procalcitonin.
Ein oft übersehener Nebeneffekt: CRP entscheidet mit darüber, wie andere Werte zu lesen sind. Die AWMF-Leitlinie zur Eisenmangelanämie hält fest, dass das Ferritin bei systemischen Entzündungsreaktionen erhöht sein kann „und somit in diesen Situationen kein zuverlässiger Parameter für die Diagnostik eines Eisenmangels ist".9 Ein normales Ferritin bei hohem CRP schließt einen Eisenmangel also nicht aus.
Muss ich für den CRP-Wert nüchtern sein?
Nein. CRP zeigt weder eine Tagesrhythmik noch eine Beeinflussung durch Essen.5 Nüchtern kommen müssen Sie nur, wenn bei derselben Blutentnahme Werte wie Blutzucker oder Blutfette mitbestimmt werden. Halten Sie sich an die Vorgabe Ihrer Praxis.
CRP-Normalwerte: Tabelle in mg/l und mg/dl
⚠️ Achten Sie auf die Einheit. Deutsche Labore geben CRP entweder in mg/l oder in mg/dl an – und zwischen beiden liegt der Faktor 10: mg/dl × 10 = mg/l.2 Das IQWiG nennt für Erwachsene über 18 Jahre denselben Grenzwert in beiden Schreibweisen: ≤ 5 mg/l bzw. ≤ 0,5 mg/dl.1 Auch Leitlinien mischen die Einheiten: Die DEGAM schreibt in ihrer Husten-Leitlinie „CRP > 10 mg/l", in der Halsschmerz-Leitlinie „CRP ≥ 3,0 mg/dl".610
| CRP-Wert | entspricht | Wie er üblicherweise eingeordnet wird |
|---|---|---|
| unter 5 mg/l | unter 0,5 mg/dl | Normalbereich, keine nachweisbare systemische Entzündung123 |
| ca. 5–20 mg/l | 0,5–2 mg/dl | leichte Erhöhung: virale Infekte, kleinere Entzündungen, auch Rauchen oder Übergewicht1 |
| ca. 20–100 mg/l | 2–10 mg/dl | deutliche Entzündung; bakterielle Infekte liegen in der Regel höher als virale2 |
| über 100 mg/l | über 10 mg/dl | starke Reize: schweres Trauma, schwere Infektion, Sepsis2 |
Die Uniklinik Köln gibt als Referenzbereich < 5 mg/l im Heparin-Plasma an, die Universitätsklinik Ulm ebenfalls < 5 mg/l im Plasma.32 Die Abstufungen darüber sind Orientierungen, keine amtlichen Grenzwerte: Es gibt keinen national festgelegten Schwellenwert, ab dem ein CRP-Wert „krankhaft" wäre. Maßgeblich ist immer der Referenzbereich, der neben Ihrem Wert gedruckt steht – er hängt von Methode und Gerät des Labors ab.1
CRP-Wert zu hoch: was die Größenordnung sagt
Ein erhöhter CRP-Wert heißt: Irgendwo läuft eine Entzündung, eine Infektion oder eine Gewebeschädigung. Die Höhe grenzt ein, wie stark der Reiz ist – mehr nicht. Der Verlauf ist dabei oft aussagekräftiger als ein Einzelwert: Fällt der Wert bei einer Kontrolle deutlich, geht es in die richtige Richtung.
CRP erhöht ohne Infektion – häufiger als gedacht
Das IQWiG listet als Ursachen erhöhter Werte ausdrücklich auch Situationen ganz ohne Infekt:1
- Gewebeverletzungen – Operationen, Unfälle, Verbrennungen. Nach einem Eingriff ist ein hoher CRP-Wert die Regel, nicht die Ausnahme;
- chronische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Morbus Crohn;
- Herzinfarkt;
- Rauchen;
- intensive körperliche Belastung;
- hormonelle Verhütungsmittel.
Außerdem beeinflussen Alter, Körpergewicht und Hormonpräparate den Referenzbereich.1 Wer nach einem Marathon, zwei Wochen nach einer Operation oder mit einer bekannten Rheumaerkrankung einen erhöhten Wert hat, hat dafür meist eine naheliegende Erklärung. Sagen Sie solche Umstände in der Praxis von sich aus – sie ändern die Bewertung.
„CRP erhöht – ist das Krebs?"
Diese Sorge ist verbreitet, und die ehrliche Antwort ist beruhigend: CRP ist weder ein empfindlicher noch ein treffsicherer Krebstest und wird nirgends zur Krebsfrüherkennung eingesetzt.
Eine britische Kohortenstudie an 160 000 Personen aus der hausärztlichen Versorgung hat es beziffert: Bei erhöhtem Entzündungswert lag die Krebsdiagnose-Rate im folgenden Jahr bei 3,53 % – gegenüber 1,50 % bei normalem Wert. Anders gesagt: Mehr als 96 von 100 Menschen mit erhöhtem Entzündungswert bekamen im Folgejahr keine Krebsdiagnose. Die Sensitivität von CRP für Krebs betrug nur 46 % – der Wert taugt also auch nicht dazu, Krebs auszuschließen.8 Weil es in Deutschland keine vergleichbare Auswertung gibt, greift dieser Abschnitt ausdrücklich auf diese internationale Studie zurück.
Bleibt ein erhöhter Wert ohne erkennbare Ursache über Wochen bestehen, gehört er ärztlich abgeklärt – gemeinsam mit Beschwerden, Blutbild und Untersuchung. Ein einzelner Wert rechtfertigt keine Panik, ein hartnäckiger keine Ignoranz.
CRP normal – ist damit alles ausgeschlossen?
Ein Wert unter 5 mg/l ist beruhigend, aber kein Freibrief. Zwei Einschränkungen sind wichtig:
- Zu früh gemessen. Weil CRP erst nach 6 bis 12 Stunden ansteigt, kann es ganz am Anfang einer Infektion noch normal sein.25 Ein normaler Wert am ersten Fiebertag beweist deshalb nichts.
- Manche Erkrankungen lassen CRP kalt. Beim systemischen Lupus erythematodes etwa bleibt die CRP-Produktion trotz deutlicher Entzündung oft aus.5 Hier ist die BSG häufig aussagekräftiger.
CRP und BSG: warum beide nicht dasselbe messen
Der entscheidende Unterschied ist das Tempo. CRP steigt binnen Stunden und fällt mit einer Halbwertszeit von rund 19 Stunden fast so schnell wieder ab, wie es abgebaut wird – sobald der Reiz weg ist.5 Die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) ist träger, in beide Richtungen. Deshalb bildet CRP das aktuelle Geschehen ab, während die BSG eher zeigt, dass etwas länger besteht. CRP hat zudem keine Tagesschwankung und wird vom Essen nicht beeinflusst.5 Ein dritter Marker, das Procalcitonin, spricht deutlich spezifischer auf bakterielle Infektionen an – ist in Hausarztpraxen aber kaum verfügbar.6
Der CRP-Schnelltest in der Praxis: weniger Antibiotika
Hier wird der CRP-Wert in Deutschland gesundheitspolitisch wichtig. Die ambulante Antibiotikaverordnung ging zwischen 2010 und 2018 um 21 % zurück – von 562 auf 446 Verordnungen je 1000 Versicherte und Jahr, bei Kindern und Jugendlichen sogar um 41 %.11
Die DEGAM nennt in ihrer S3-Leitlinie Akuter und chronischer Husten (AWMF-Register-Nr. 053-013) vier Strategien, die dafür eingesetzt werden können – als offene Empfehlung auf Evidenzgrad Ia:6
- Delayed Prescribing (Rezept zur Einnahme nur bei Verschlechterung),
- Shared Decision Making,
- Point-of-Care-Test (Schnelltest) mit CRP,
- Bestimmung von Procalcitonin.
Die Evidenz dahinter: Eine Metaanalyse von 13 Studien mit 9844 Teilnehmenden fand, dass der CRP-Schnelltest die sofortige Antibiotikaverordnung signifikant senkt (relatives Risiko 0,79) – bei gleichem Heilungsverlauf und gleicher Rate an Krankenhauseinweisungen, allerdings mit etwas mehr Wiedervorstellungen.7
Genauso wichtig sind die Grenzen, und die Leitlinie benennt sie klar: Die CRP-Bestimmung beziehungsweise ein Schnelltest sind nicht ausreichend, um eine Lungenentzündung von einer akuten Bronchitis abzugrenzen.6 Bei Halsschmerzen rät die DEGAM sogar davon ab: Laborwerte spielen dort gegenüber klinischen Scores eine untergeordnete Rolle, und es gibt Hinweise, dass eine routinemäßige CRP-Bestimmung gerade bei Kindern zu Verunsicherung und mehr Antibiotikaverordnungen führt.10 Eine Metaanalyse von 2026 zur Trennschärfe der Geräte kommt auf eine gepoolte Sensitivität von 70 % bei einer Spezifität von 86 % – gut genug zur Unterstützung, zu schwach als alleinige Entscheidung.12
Wird der Test bezahlt? Ja, die CRP-Bestimmung ist eine Kassenleistung. Im EBM (Stand 3. Quartal 2026) ist der immunologische Nachweis als GOP 32128 mit 1,12 € bewertet, die quantitative Bestimmung als GOP 32460 mit 3,36 €.13 Weil das die Kosten eines Schnelltests kaum deckt, haben einzelne Krankenkassen den Test regional zusätzlich vergütet, um Antibiotikaverordnungen zu senken.14
CRP und hs-CRP: derselbe Stoff, zwei Fragestellungen
hs-CRP (hochsensitives CRP) ist kein anderer Laborwert, sondern dieselbe Substanz, gemessen mit einem Verfahren, das auch im niedrigen Bereich noch genau auflöst.4 Nur die Fragestellung unterscheidet sich: Das normale CRP klärt, ob gerade eine akute Entzündung vorliegt; das hs-CRP sucht nach einer niedrigschwelligen Dauerentzündung, die für die Herz-Kreislauf-Risikobewertung relevant sein kann.
Die Uniklinik Köln weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass für die kardiovaskuläre Risikobewertung die hochsensitive Bestimmung genutzt werden soll – nicht das Standard-CRP.3 Wichtig: Ein hs-CRP-Wert während eines Infekts ist dafür nicht verwertbar, weil ihn die akute Entzündung überlagert. Diese Seite behandeln wir in einem eigenen Ratgeber.
Was den CRP-Wert beeinflusst
Neben Entzündungen und Infektionen wirken auf den Wert: Operationen und Verletzungen, Rauchen, Übergewicht, starke körperliche Belastung, hormonelle Verhütungsmittel, Alter und entzündungshemmende Medikamente, die den Wert senken.1 Auch der Zeitpunkt zählt: zu früh gemessen ist zu niedrig gemessen.2 Setzen Sie ein verordnetes Medikament niemals eigenmächtig ab, um „den Wert zu verbessern".
Neues aus der Forschung
Aus aktuellen, in PubMed gelisteten Veröffentlichungen:
- CRP-Schnelltest senkt Antibiotikaverordnungen. Die Metaanalyse randomisierter Studien mit 9844 Teilnehmenden zeigt eine signifikante Reduktion sofortiger Verordnungen bei Atemwegsinfekten, ohne Nachteil für Heilung oder Krankenhausaufnahmen.7
- Wie trennscharf sind die Geräte wirklich? Eine systematische Übersicht von 2026 beziffert die gepoolte Sensitivität der Point-of-Care-Geräte zur Unterscheidung bakteriell/viral auf 70 % bei 86 % Spezifität – mit deutlichen Unterschieden zwischen den Systemen.12
- Entzündungswerte und Krebs, in Zahlen. Die Auswertung von 160 000 hausärztlich betreuten Personen ordnet ein, wie gering das Krebsrisiko nach einem erhöhten Entzündungswert tatsächlich ist – und dass CRP als Ausschlusstest ungeeignet ist.8
Diese Erkenntnisse betreffen die ärztliche Einordnung. Sie rechtfertigen keine Selbstbehandlung und ersetzen nicht das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
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Ein CRP-Wert allein sagt wenig. Seine Bedeutung ergibt sich aus der Größenordnung, aus Ihren Beschwerden, aus dem übrigen Befund – Leukozyten, Blutbild, BSG, Albumin – und vor allem aus dem Verlauf.
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Häufige Fragen
Was ist ein normaler CRP-Wert? Bei Erwachsenen gilt ein Wert unter 5 mg/l (entspricht unter 0,5 mg/dl) als normal. Der genaue Referenzbereich hängt vom Labor ab und steht auf Ihrem Befund.13
Ab wann ist der CRP-Wert zu hoch? Oberhalb des Referenzbereichs, also in der Regel ab 5 mg/l. Wie ernst das ist, hängt von der Größenordnung ab: Werte über 100 mg/l sprechen für starke Reize wie ein schweres Trauma oder eine schwere Infektion.2 Es gibt keinen amtlichen Grenzwert, ab dem ein Wert „gefährlich" wäre.
Bedeutet ein hoher CRP-Wert Krebs? Fast immer nein. Über 96 % der Menschen mit erhöhtem Entzündungswert erhielten im Folgejahr keine Krebsdiagnose, und die Sensitivität von CRP für Krebs liegt bei nur rund 46 %.8 Ein dauerhaft erhöhter Wert ohne Erklärung sollte trotzdem ärztlich abgeklärt werden.
Was ist der Unterschied zwischen mg/l und mg/dl? Der Faktor 10: 5 mg/l sind 0,5 mg/dl.21 Vergleichen Sie Werte nie über verschiedene Befunde hinweg, ohne vorher die Einheit zu prüfen.
Wie schnell steigt und fällt der CRP-Wert? Er steigt nach 6 bis 12 Stunden, erreicht sein Maximum nach 24 bis 48 Stunden und fällt danach mit einer Halbwertszeit von rund 19 Stunden wieder ab, sobald der Auslöser weg ist.25
Was ist der Unterschied zwischen CRP und hs-CRP? Es ist derselbe Stoff, nur genauer gemessen. hs-CRP dient der Abschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos, das Standard-CRP der Beurteilung akuter Entzündungen.34
Zahlt die Krankenkasse den CRP-Schnelltest? Die CRP-Bestimmung ist eine Kassenleistung: Im EBM sind 1,12 € für den immunologischen Nachweis und 3,36 € für die quantitative Bestimmung vorgesehen.13 Ob im Einzelfall getestet wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Muss ich für die CRP-Bestimmung nüchtern sein? Nein. CRP wird vom Essen nicht beeinflusst.5 Nüchternheit ist nur nötig, wenn gleichzeitig Werte wie Blutzucker oder Blutfette bestimmt werden.
Das sollten Sie mitnehmen
Der CRP-Wert ist der schnelle Entzündungsmelder Ihrer Leber: unter 5 mg/l (0,5 mg/dl) normal, Anstieg nach 6 bis 12 Stunden, Maximum nach 24 bis 48 Stunden, Halbwertszeit 19 Stunden.125 Er ist hochempfindlich, aber unspezifisch – er meldet, ohne die Ursache zu benennen. Prüfen Sie zuerst die Einheit (Faktor 10 zwischen mg/l und mg/dl), lesen Sie den Wert in Größenordnungen statt auf die Kommastelle genau und achten Sie mehr auf den Verlauf als auf einen Einzelwert. Erhöhte Werte ohne Infektion – nach Operationen, bei Rheuma, beim Rauchen, bei starker Belastung – sind häufig und meist erklärbar; Krebs ist eine sehr seltene Erklärung. Der Schnelltest in der Praxis ist ein Hilfsmittel für den bewussten Antibiotikaeinsatz, kein Ersatz für die Untersuchung. Kein Laborwert steht für sich – dabei hilft Ihnen AI DiagMe, ergänzend zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Quellen
Deutsche Institutionen, Fachgesellschaften und Universitätslabore sowie geprüfte Publikationen aus PubMed. Wo keine deutsche Auswertung vorliegt – insbesondere zum Zusammenhang zwischen erhöhten Entzündungswerten und Krebs –, greift dieser Ratgeber ausdrücklich ersatzweise auf internationale Fachliteratur zurück:
Footnotes
-
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) — C-reaktives Protein (CRP), gesundheitsinformation.de (Normalwert ≤ 5 mg/l bzw. ≤ 0,5 mg/dl bei Erwachsenen; Ursachen erhöhter Werte). gesundheitsinformation.de ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9 ↩10 ↩11 ↩12
-
Universitätsklinikum Ulm, Zentrale Einrichtung Klinische Chemie — Leistungsverzeichnis C-reaktives Protein (Referenzbereich < 5 mg/l im Plasma; Anstieg nach 6–12 h, Spitzenwert nach 24–48 h; Werte über 100 mg/l bei schwerem Trauma oder schwerer Infektion; Umrechnung mg/dl × 10 = mg/l), Revision 002 vom 06.07.2022. uniklinik-ulm.de ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9 ↩10 ↩11 ↩12 ↩13 ↩14 ↩15 ↩16 ↩17 ↩18 ↩19 ↩20 ↩21
-
Uniklinik Köln, Institut für Klinische Chemie — Leistungsverzeichnis: CRP (Referenzbereich < 5 mg/l im Heparin-Plasma; für die kardiovaskuläre Risikobewertung ist die hochsensitive Bestimmung hsCRP zu verwenden). uk-koeln.de ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7
-
Plebani M. Why C-reactive protein is one of the most requested tests in clinical laboratories? Clinical Chemistry and Laboratory Medicine, 2023. PubMed · DOI ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6
-
Pepys MB, Hirschfield GM. C-reactive protein: a critical update. Journal of Clinical Investigation, 2003 (Halbwertszeit ca. 19 Stunden; Anstieg über 5 mg/l nach etwa 6 Stunden, Maximum nach rund 48 Stunden; keine Tagesrhythmik, kein Einfluss durch Nahrungsaufnahme). PubMed · DOI ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9 ↩10
-
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) — S3-Leitlinie Akuter und chronischer Husten, AWMF-Register-Nr. 053-013, Version 3.2 (Empfehlung 5.11: Point-of-Care-Test mit CRP als eine von vier Strategien zur Reduktion nicht indizierter Antibiotikaverordnungen, Empfehlungsgrad 0, Evidenzgrad Ia; CRP-Bestimmung nicht ausreichend zur Abgrenzung Pneumonie/akute Bronchitis; CRP > 10 mg/l als Kriterium bei Rhinosinusitis). register.awmf.org ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5
-
Martínez-González NA, Keizer E, Plate A, Coenen S, et al. Point-of-Care C-Reactive Protein Testing to Reduce Antibiotic Prescribing for Respiratory Tract Infections in Primary Care: Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Controlled Trials. Antibiotics (Basel), 2020. PubMed · DOI ↩ ↩2 ↩3
-
Watson J, Salisbury C, Banks J, Whiting P, Hamilton W. Predictive value of inflammatory markers for cancer diagnosis in primary care: a prospective cohort study using electronic health records. British Journal of Cancer, 2019. PubMed · DOI ↩ ↩2 ↩3 ↩4
-
Behnisch W, Muckenthaler M, Kulozik A (Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie) — S1-Leitlinie Eisenmangelanämie, AWMF-Register-Nr. 025/021, 5. Fassung Oktober 2021 (Serumferritin bei chronischen Leberkrankheiten oder systemischen Entzündungsreaktionen erhöht und dann „kein zuverlässiger Parameter für die Diagnostik eines Eisenmangels"). register.awmf.org ↩
-
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) — S3-Leitlinie Halsschmerzen, AWMF-Register-Nr. 053-010 (Kap. 8.3.3: klinisch-chemische Untersuchungen mit untergeordneter Rolle, keine sichere Differenzierung bakteriell/viral; Hinweise auf erhöhte Antibiotikaverordnung bei routinemäßiger CRP-Bestimmung bei Kindern; Angabe „CRP ≥ 3,0 mg/dl"). degam.de ↩ ↩2
-
Holstiege J, Schulz M, Akmatov MK, Kern WV, Steffen A, Bätzing J. The Decline in Outpatient Antibiotic Use. Deutsches Ärzteblatt International, 2020. PubMed · DOI ↩
-
Sahoo RK, Sahoo KC, Sachin O, Sinha A, et al. A systematic review and meta-analysis on diagnostic accuracy of point-of-care C-reactive protein devices for acute respiratory tract infections. Infection, 2026. PubMed · DOI ↩ ↩2
-
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) — Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM), Stand: 3. Quartal 2026 (GOP 32128 „C-reaktives Protein" 1,12 €; GOP 32460 „C-reaktives Protein (CRP)", quantitative Bestimmung, 3,36 €; GOP 32459 Procalcitonin 8,83 €). kbv.de ↩ ↩2
-
Deutsches Ärzteblatt — CRP-Schnelltest wird in Sachsen-Anhalt extra vergütet (Zusatzvergütung durch AOK Sachsen-Anhalt und IKK gesund plus mit dem Ziel, unnötige Antibiotikaverordnungen zu senken), 16.03.2018. aerzteblatt.de ↩