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GPT-Wert erhöht: Normalwerte, Ursachen und De-Ritis

GPT (ALT) ist der leberspezifischste Blutwert: normal unter 35 U/l bei Frauen, unter 50 U/l bei Männern. Häufigste Ursache erhöhter Werte ist die Fettleber.

Publié le August 12, 202612 min de lectureRédigé par l'Équipe Blood Analysis · Relu et vérifié par Julien Priour

Auf deutschen Laborbefunden heißt dieses Enzym meist GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase), auf neueren Befunden ALT (Alanin-Aminotransferase), in französischsprachigen Unterlagen ALAT. Es ist dasselbe Enzym – drei Schreibweisen aus verschiedenen Nomenklatur-Generationen. Das IQWiG formuliert es knapp: „Alanin-Aminotransferase (ALAT oder ALT) ist ein Enzym, das sich vor allem in der Leber befindet."1 Genau darin liegt der Wert dieses Parameters: Die GPT ist die leberspezifischste der beiden Transaminasen und damit ein früher Marker einer Leberzellschädigung. Dieser Ratgeber erklärt die Normalwerte in U/l, was ein erhöhter GPT-Wert bedeutet, wie er sich von der GOT unterscheidet, was der De-Ritis-Quotient aussagt – und was die GPT auch ohne Lebererkrankung ansteigen lässt. Sie gehört zu den Leberwerten.

Auf einen Blick

  • GPT = ALT = ALAT: dasselbe Enzym, drei Bezeichnungen. Die Deutsche Leberstiftung hält fest: „Die GPT kommt fast ausschließlich in den Leberzellen vor."2
  • Referenzwerte (IQWiG, ab 18 Jahren): Frauen unter 35 U/l, Männer unter 50 U/l – gemessen bei 37 °C.12
  • Die GPT ist zu 80 % zytoplasmatisch und steigt deshalb „bereits bei leichter zellulärer Störung"; ihre Halbwertszeit beträgt rund 47 Stunden.3
  • Häufigste Ursache eines mäßig erhöhten Werts ist die Fettleber. Ihre Prävalenz in der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands beziffert die DGVS-Leitlinie auf ca. 23 %.4
  • Seit 2023/24 heißt diese Erkrankung nicht mehr NAFLD, sondern MASLD – die DGVS hat die neue Nomenklatur im März 2024 offiziell übernommen.5
  • ⚠️ Ein normaler GPT-Wert schließt eine Fettleber nicht aus: „Allein erhöhte Leberwerte reichen als Entscheidungskriterium nicht aus, da auch bei normalen Transaminasen eine NAFLD vorliegen kann."4
  • Bei wiederholt oder dauerhaft erhöhter GPT sieht die deutsche Leitlinie eine starke Empfehlung zur Überweisung an eine gastroenterologische bzw. hepatologische Praxis vor.4

Was die GPT ist

Die GPT ist ein Enzym des Aminosäurestoffwechsels, das ganz überwiegend im Inneren der Leberzellen (Hepatozyten) sitzt. Werden diese Zellen geschädigt, tritt GPT ins Blut über – der Messwert steigt. Der Fachbegriff dafür ist Zytolyse, also Leberzellzerfall.

Zwei Eigenschaften machen die GPT im Alltag besonders brauchbar. Erstens ihre Verteilung in der Zelle: Etwa 80 % der GPT liegen im Zytoplasma, nur 20 % in den Mitochondrien. Sie tritt daher schon dann ins Blut aus, wenn die Zellmembran nur leicht gestört ist – bei der GOT ist es genau umgekehrt (80 % mitochondrial), weshalb diese eher bei schwererer Zellzerstörung ansteigt.3 Zweitens ihre Halbwertszeit von etwa 47 Stunden gegenüber rund 17 Stunden bei der GOT: Die GPT bleibt nach einem Ereignis deutlich länger messbar erhöht.3

Ganz „leberexklusiv" ist sie dennoch nicht: Laborfachlich kommt ALT „hauptsächlich in Leber, aber auch in Muskel und Niere" vor.3 Der Unterschied zur GOT ist graduell, nicht absolut – aber groß genug, dass ein isoliert erhöhter GPT-Wert zuerst an die Leber denken lässt.

Warum die GPT gemessen wird

  • Um Hinweisen auf eine Leber- oder Gallenwegserkrankung nachzugehen – der klassische Anlass laut IQWiG, besonders bei dauerhafter Medikamenteneinnahme, hohem Alkoholkonsum oder starkem Übergewicht.1
  • Als Teil der Basisdiagnostik neben GOT, Gamma-GT, alkalischer Phosphatase und Bilirubin.6
  • Zur Verlaufskontrolle unter Medikamenten, die die Leber belasten können.
  • Im metabolischen Kontext: Fettleber tritt gehäuft zusammen mit erhöhtem Blutzucker, HbA1c, Insulin, Triglyceriden und auffälligen Cholesterinwerten auf; die Stufendiagnostik der Leitlinie sieht ausdrücklich LDL- und HDL-Cholesterin vor.4 Häufig begleitet wird das Bild von erhöhter Harnsäure.
  • Als Baustein von Fibrose-Scores: Der FIB-4 wird aus Alter, Thrombozytenzahl, GOT und GPT berechnet; die Basisdiagnostik der Leitlinie umfasst zusätzlich ein großes Blutbild.4 In der Praxis wird die GPT ohnehin meist gemeinsam mit den Nierenwerten abgenommen.

Muss man für die GPT nüchtern sein?

Die GPT selbst verlangt keine Nüchternheit. Praktisch wird sie aber fast immer zusammen mit Werten abgenommen, die nüchtern bestimmt werden – Blutzucker und Triglyceride etwa. Halten Sie sich deshalb an die Angabe auf Ihrem Laborzettel.

Zwei labortechnische Punkte lohnen dabei die Aufmerksamkeit: Die Tag-zu-Tag-Variation der GPT liegt bei 10–30 %, und ihr höchstes Level erreicht sie am Nachmittag.3 Ein Kontrollwert, der um ein paar Einheiten abweicht, ist also nicht automatisch eine Veränderung – er kann schlicht Messstreuung und Tageszeit widerspiegeln.

GPT-Normalwerte

ParameterFrauenMänner
GPT (ALT)unter 35 U/lunter 50 U/l
GOT (AST)unter 35 U/lunter 50 U/l
Gamma-GTunter 40 U/lunter 60 U/l

Messung bei 37 °C. Quellen: IQWiG und Deutsche Leberstiftung; die Werte der Labore im LADR-Verbund stimmen damit überein.126

Warum Ihr Befund andere Zahlen zeigen kann

Die Referenzbereiche „können je nach Labor unterschiedlich sein, da verschiedene Testverfahren verwendet werden".1 Manche deutschen Quellen geben für Frauen eine Obergrenze von 30 statt 35 U/l an. Maßgeblich ist immer der Bereich, der auf Ihrem eigenen Befund gedruckt ist. Die deutsche Leitlinie hält ausdrücklich fest, dass die Beurteilung der ALT „nach geschlechts- und altersspezifischen Normwerten erfolgen" soll.4

Der Streit um die Obergrenze. International wird diskutiert, ob diese Schwellen zu hoch angesetzt sind. Eine Untersuchung an 6 835 Erstblutspendern schlug bereits 2002 vor, die Obergrenze auf 30 U/l bei Männern und 19 U/l bei Frauen zu senken; die revidierten Grenzen erkannten eine HCV-Virämie deutlich besser (Sensitivität 76,3 % statt 55 %).7 Eine Kohorte mit 34 346 Personen kam später auf noch niedrigere Werte.8 Wichtig für die Einordnung: In den hier geprüften deutschen Referenzquellen – IQWiG, Deutsche Leberstiftung, Laborverbund LADR – ist diese Absenkung nicht übernommen worden. Deutsche Befunde arbeiten weiterhin mit 35 bzw. 50 U/l.

GPT erhöht: was das bedeutet

Entscheidend ist zweierlei: wie stark der Wert erhöht ist und wie lange.

Deutsche Laborquellen geben dafür klare Anhaltspunkte. Einmalig leicht erhöhte Leberwerte stellen „meist keinen Anlass für eine weitere Diagnostik dar"; abgeklärt werden sollen chronische, über 6 Monate bestehende Erhöhungen sowie Erhöhungen um mehr als das Dreifache des Normbereichs.6 Am oberen Ende stehen akut und stark erhöhte Werte (10–50 × ULN), wie sie bei akuten Vergiftungen – etwa durch Paracetamol – oder Virusinfektionen (EBV, CMV, Hepatitis A und E) auftreten.3 Das gehört umgehend in ärztliche Hände.

Die häufigsten Ursachen, nach ihrem tatsächlichen Gewicht in Deutschland geordnet:

  • Fettleber (MASLD) – in westlichen Industrienationen neben der alkoholbedingten Genese die häufigste Ursache überhaupt.6 Die DGVS-Leitlinie beziffert die Prävalenz in Deutschland auf ca. 23 % der erwachsenen Bevölkerung, mit einer modellierten Zunahme auf etwa 26 % bis 2030; die entzündliche Form (MASH) auf ca. 4 %.4 Bei Vorliegen von Risikofaktoren wie Typ-2-Diabetes und Übergewicht steigt sie auf 60–75 %.4
  • Alkohol – dabei ist charakteristischerweise die GOT stärker erhöht als die GPT (siehe De-Ritis unten).3
  • Medikamente, Phytotherapeutika und Nahrungsergänzungsmittel: Die medikamentöse Leberschädigung (DILI) bleibt eine Ausschlussdiagnose, an die bei jeder unerklärten Transaminasenerhöhung gedacht werden muss.9 In der pharmazeutischen Fachliteratur werden unter anderem Paracetamol, Diclofenac, Methotrexat, Allopurinol und Amiodaron genannt.10 ⚠️ Das ist ein Grund, Ihre Medikamentenliste zum Termin mitzubringen – kein Grund, selbst etwas abzusetzen.
  • Virushepatitiden (A bis E) – in Deutschland deutlich seltener als die Fettleber, aber mit unmittelbaren Konsequenzen.6
  • Seltenere Ursachen: Autoimmunhepatitis, Hämochromatose, Morbus Wilson, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel. Die deutsche Leitlinie führt für die persistierende Transaminasenerhöhung eine gestufte Abklärung auf, die genau diese Diagnosen systematisch abarbeitet.4

Bedeutet ein erhöhter GPT-Wert Krebs? Nein. Die GPT ist kein Tumormarker. Sie zeigt an, dass Leberzellen Enzym freisetzen – nicht warum. Der weitaus häufigste Grund für einen mäßig erhöhten Wert ist eine Fettleber, und die ist in frühen Stadien beeinflussbar.

GPT oder GOT: was die GPT beiträgt

Die GPT beantwortet vor allem die Frage „Kommt es aus der Leber?". Die GOT ist „in vielen Geweben vorhanden, d. h. nicht spezifisch";3 die Deutsche Leberstiftung ergänzt: Sie „kommt auch im Muskelgewebe vor und kann deshalb auch bei einer muskulären Erkrankung erhöht sein".2 Eine isoliert erhöhte GOT bei normaler GPT lenkt den Blick also zuerst auf Muskel und Herz, nicht auf die Leber. Umgekehrt gilt: Ein erhöhter GPT-Wert ist ein Leberargument.

Der De-Ritis-Quotient

Der in Deutschland gebräuchliche De-Ritis-Quotient ist das Verhältnis GOT/GPT (= AST/ALT). Deutsche Laborquellen legen ihn so aus:3

Quotient GOT/GPTEinordnung
unter 0,7eher Entzündung – bei fast allen Lebererkrankungen ist ALT höher als AST
über 1eher fortgeschrittener Schaden mit Nekrosen
über 2 (bei gleichzeitig erhöhter Gamma-GT)Hinweis auf Ethanol oder fortgeschrittene Fibrose

Die Erklärung für den Alkohol-Effekt ist biochemisch: „Bei Ethanol ist AST stärker erhöht als ALT – wegen des Vitamin-B6-Mangels ist weniger ALT aktiv."3

Und die Grenzen. Der Quotient ist ein Hinweis, kein Beweis. Die DGVS-Leitlinie schreibt, die alkoholbedingte Lebererkrankung sei zwar durch eine erhöhte GOT/GPT-Ratio gekennzeichnet – „solange keine Zirrhose vorliegt" –, könne aber „durch den erhöhten Nachweis dieser Laborparameter nicht bewiesen werden. Entscheidend sind die Anamnese und strukturierte Befragungsbögen".4 Auch die Schwellen werden nicht überall gleich gezogen: Manche deutschen Fachquellen setzen die Trennlinie schlicht bei 1.10

Wenn die GPT ohne Lebererkrankung steigt

  • Körperliche Anstrengung. Hier widersprechen sich die Quellen. Die Studie von Pettersson an 15 gesunden Männern zeigte nach einer Stunde Krafttraining einen signifikanten Anstieg von GOT und GPT, der mindestens sieben Tage anhielt.11 Das IQWiG formuliert allgemein: „Anstrengender Sport kann die Werte vorübergehend steigen lassen."1 Deutsche Laborunterlagen setzen den Akzent anders: Anstrengung könne die GOT „um das mehr als Dreifache erhöhen", die GPT dagegen „um 20 % verringern".3 Tragfähig ist: Muskelarbeit trifft die GOT ungleich stärker – aber ein sehr intensives Krafttraining kann auch die GPT anheben. Erwähnen Sie ein hartes Training vor der Blutentnahme.
  • Übergewicht und Stoffwechsel. Der stärkste nicht-hepatologische Treiber ist der metabolische Kontext selbst: Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes und Adipositas sind eindeutige unabhängige Risikofaktoren.4
  • Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel – siehe oben.910
  • Geschlecht und Tageszeit. Die Obergrenze liegt bei Männern höher, und der Wert erreicht am Nachmittag sein Maximum.13

Ein niedriger GPT-Wert

Ein GPT-Wert am unteren Ende ist im Regelfall kein eigenständiger Befund. Die deutschen Referenzquellen geben für die GPT eine Obergrenze an, teils mit einer unteren Angabe von 10 U/l;2 eine krankhafte Bedeutung wird einem niedrigen Wert dort nicht zugeschrieben. Wichtiger ist die Umkehrung: Ein normaler GPT-Wert beweist keine gesunde Leber. Eine Fettleber kann auch bei normalen Transaminasen vorliegen, weshalb der Nachweis „einer erhöhten ALT in Kombination mit einer Ultraschalluntersuchung" als sensitivste Methode zur Früherkennung gilt.4

Aktuelle Forschung

Aus deutschen Leitlinien und auf PubMed indexierten Publikationen:

  • Neuer Name, neue Definition. Nach einem internationalen Delphi-Prozess, der im Juni 2023 auf dem EASL-Kongress in Wien vorgestellt wurde,12 hat die DGVS im März 2024 ein Amendment zur S2k-Leitlinie verabschiedet: Aus NAFLD wird MASLD, aus NASH wird MASH. Die als stigmatisierend empfundenen Begriffe „nicht-alkoholisch" und „fettig" wurden aufgegeben. Da 98–99 % der bisherigen Patientenkohorten die neuen Kriterien erfüllen, dürfen beide Begriffe „im klinischen Alltag synonym" verwendet werden.5
  • Lebensstil bleibt die erste Therapiestufe. Die europäischen Leitlinien 2024 bestätigen Gewichtsreduktion und Bewegung als Basis.13 Die deutsche Leitlinie ist konkret: mindestens 5 % Gewichtsreduktion zur Verbesserung von Steatose, Entzündung und Transaminasen, mindestens 10 % zur Verbesserung der Fibrose.4 Eine Metaanalyse zeigt, dass Ernährungsumstellung und Bewegung kombiniert die Transaminasen senken.14
  • Medikamentöse Leberschädigung im Blick behalten. DILI bleibt ein Ausschlussdiagnose-Problem, das bei jeder unerklärten Transaminasenerhöhung – besonders bei Polymedikation – erwogen werden muss.9
  • Die Referenzgrenzen bleiben umstritten. Die Debatte um eine Absenkung der oberen ALT-Normgrenze läuft seit 2002,78 hat aber in den deutschen Referenzwerten keinen Niederschlag gefunden.

Diese Erkenntnisse betreffen Diagnostik und Behandlung. Sie rechtfertigen keine Selbstbehandlung und ersetzen die ärztliche Beurteilung nicht.

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Häufige Fragen

Was bedeutet GPT im Blutbild? GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase) ist ein Enzym, das fast ausschließlich in den Leberzellen vorkommt.2 Steigt es im Blut, sind Leberzellen geschädigt worden.

Sind GPT, ALT und ALAT dasselbe? Ja. GPT ist die ältere deutsche Bezeichnung, ALT (bzw. ALAT) die international übliche. Beide stehen für dasselbe Enzym; auf deutschen Befunden finden Sie je nach Labor die eine oder die andere Abkürzung.

Welcher GPT-Wert ist normal? Bei Erwachsenen ab 18 Jahren: Frauen unter 35 U/l, Männer unter 50 U/l, gemessen bei 37 °C.12 Die Bereiche unterscheiden sich je nach Testverfahren – maßgeblich ist Ihr eigener Befund.

Ab wann ist ein GPT-Wert gefährlich? Eine einmalige leichte Erhöhung ist meist kein Anlass zur Sorge. Abgeklärt werden sollten Erhöhungen um mehr als das Dreifache der Norm sowie Werte, die länger als sechs Monate erhöht bleiben.6 Sehr hohe Werte deuten laut IQWiG „auf eine akute Leberentzündung (Hepatitis) oder Vergiftung hin" – das ist ein Fall für rasche ärztliche Abklärung.1

Was ist der Unterschied zwischen GPT und GOT? Die GPT ist deutlich leberspezifischer. Die GOT kommt auch im Muskelgewebe vor und kann bei Muskelerkrankungen oder nach intensivem Sport erhöht sein.23 Mehr dazu im Ratgeber zum GOT-Wert.

Was sagt der De-Ritis-Quotient aus? Er beschreibt das Verhältnis GOT/GPT. Werte unter 0,7 sprechen eher für eine Entzündung, Werte über 1 für einen fortgeschritteneren Schaden, Werte über 2 mit erhöhter Gamma-GT für Alkohol oder eine fortgeschrittene Fibrose.3 Er ist ein Hinweis, kein Beweis.4

Kann Sport den GPT-Wert erhöhen? Möglich ja, aber weniger ausgeprägt als bei der GOT. Nach einer Stunde Krafttraining blieben bei gesunden Männern GOT und GPT mindestens sieben Tage lang erhöht.11 Deutsche Laborunterlagen betonen dagegen, dass Anstrengung vor allem die GOT anhebt.3 Erwähnen Sie ein hartes Training vor der Blutentnahme.

Kann man eine Fettleber trotz normaler GPT haben? Ja. Die DGVS-Leitlinie stellt ausdrücklich fest, dass eine Fettleber auch bei normalen Transaminasen vorliegen kann.4 Deshalb wird die GPT in der Früherkennung mit dem Ultraschall kombiniert.

Wie senkt man einen erhöhten GPT-Wert? Behandelt wird die Ursache, nicht die Zahl. Bei einer Fettleber sind mindestens 5 % Gewichtsreduktion (für die Fibrose eher 10 %) und regelmäßige Bewegung die belegten Hebel.414 Eine „Detox-Kur" gibt es nicht; realistisch sind Wochen bis Monate bis zur Kontrolle.

Das Wichtigste in Kürze

Die GPT – identisch mit ALT und ALAT – ist der leberspezifischste der beiden Transaminasen-Werte. Merken Sie sich die Größenordnung: unter 35 U/l bei Frauen, unter 50 U/l bei Männern bei 37 °C, laborabhängig. Ein mäßig erhöhter Wert ist häufig und weist in Deutschland am ehesten auf eine Fettleber (MASLD) hin, die etwa ein Viertel der Erwachsenen betrifft und in frühen Stadien beeinflussbar ist. Drei Sätze sind entscheidend: Ein normaler Wert schließt eine Fettleber nicht aus, ein dauerhaft erhöhter Wert gehört abgeklärt, und der De-Ritis-Quotient ist ein Hinweis, kein Beweis. Kein Laborwert ergibt allein einen Sinn – es zählt das Gesamtbild aus Leberwerten, Stoffwechsel und Vorgeschichte. Dabei hilft AI DiagMe, ergänzend zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Quellen

Deutsche Fachgesellschaften, Institutionen und Laboratorien sowie wissenschaftliche Publikationen (PubMed):

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Footnotes

  1. IQWiG / Gesundheitsinformation.de – Alanin-Aminotransferase (ALAT). Verwendet: „Alanin-Aminotransferase (ALAT oder ALT) ist ein Enzym, das sich vor allem in der Leber befindet"; Referenzwerte ab 18 Jahren (Frauen unter 35 U/l bzw. 0,6 µkat/l, Männer unter 50 U/l bzw. 0,8 µkat/l); Hinweis auf laborabhängige Testverfahren; „Sehr hohe Werte deuten auf eine akute Leberentzündung (Hepatitis) oder Vergiftung hin"; anstrengender Sport als vorübergehende Ursache. gesundheitsinformation.de 2 3 4 5 6 7 8 9

  2. Deutsche Leberstiftung – Leber und Leberwerte. Informationen für Betroffene und Angehörige, Kurzbroschüre 2022. Verwendet: „Die GPT kommt fast ausschließlich in den Leberzellen vor"; GOT „kommt auch im Muskelgewebe vor"; Normalwerttabelle GPT (ALT) Frauen 10–35 U/l, Männer 10–50 U/l bei 37 °C, GOT und Gamma-GT entsprechend. deutsche-leberstiftung.de 2 3 4 5 6 7 8

  3. LADR Laborverbund Dr. Kramer & Kollegen – Themenheft Erhöhte Leberwerte (Best.-Nr. 117465, Stand 01/2026). Verwendet: ALT „kommt hauptsächlich in Leber, aber auch in Muskel und Niere vor", 80 % zytoplasmatisch, Halbwertszeit ca. 47 h, Tag-zu-Tag-Variation 10–30 % mit höchstem Level am Nachmittag, „körperl. Anstrengung kann den Wert um 20 % verringern"; AST 80 % mitochondrial, Halbwertszeit ca. 17 h, „körperl. Anstrengung kann den Wert um das > 3-fache erhöhen"; De-Ritis-Quotient mit Schwellen < 0,7, > 1 und > 2 samt Vitamin-B6-Erklärung; akut stark erhöhte Werte 10–50 × ULN. PDF 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

  4. Roeb E, Canbay A, Bantel H u. a. (DGVS) – Aktualisierte S2k-Leitlinie nicht-alkoholische Fettlebererkrankung, AWMF-Registernummer 021-025, Version 2.0/April 2022, publiziert in Z Gastroenterol 2022; 60: 1346–1421. Verwendet: Statement zur Prävalenz („In Deutschland liegt sie bei ca. 23 %"; NASH ca. 4 %; Projektion ca. 26 % bzw. 6 % für 2030); Prävalenzanstieg auf 60–75 % bei Risikofaktoren; „Allein erhöhte Leberwerte reichen als Entscheidungskriterium nicht aus, da auch bei normalen Transaminasen eine NAFLD vorliegen kann"; starke Empfehlung zur Überweisung bei wiederholt/kontinuierlich erhöhter GPT/ALT; Empfehlung zu geschlechts- und altersspezifischen ALT-Normwerten; Kommentar zur GOT/GPT-Ratio bei alkoholbedingter Lebererkrankung; Stufendiagnostik bei persistierender Transaminasenerhöhung; FIB-4 aus Alter, Thrombozyten, AST und ALT; Gewichtsreduktion ≥ 5 % bzw. ≥ 10 %. register.awmf.org · PDF 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16

  5. Roeb E, Canbay A, Bantel H u. a. (DGVS) – Amendment „Neue Nomenklatur zur MASLD" zur S2k-Leitlinie „Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung", AWMF-Registernummer 021-025, März 2024; Z Gastroenterol 2024; 62: 1077–1087. Verwendet: Vorstellung der neuen Nomenklatur im Juni 2023 auf dem EASL-Kongress in Wien; Aufgabe der Begriffe „nicht-alkoholisch" und „fettig"; MASLD/MASH als Ersatzbegriffe; 98 % (LITMUS) bzw. 99 % (NHANES, Schwedisches Register) Übereinstimmung, daher synonymer Gebrauch „im klinischen Alltag". PDF · DOI 2

  6. LADR informiert – Erhöhte Leberwerte, ANALYTIK Nr. 256, 03/2026. Verwendet: Normwerte GPT und GOT (Männer < 50, Frauen < 35 U/l), Gamma-GT und AP; Basisdiagnostik GOT, GPT, Gamma-GT und ggf. AP; „Einmalig leicht erhöhte Leberwerte stellen meist keinen Anlass für eine weitere Diagnostik dar", Abklärung bei über 6 Monate bestehender Erhöhung oder mehr als dem 3-fachen des Normbereichs; ethyltoxische Genese und Fettlebererkrankungen als häufigste Ursachen in westlichen Industrienationen bei niedriger Prävalenz der Virus- und Autoimmunhepatitiden. PDF 2 3 4 5 6

  7. Prati D, Taioli E, Zanella A, et al. Updated definitions of healthy ranges for serum alanine aminotransferase levels. Ann Intern Med, 2002 Jul 2;137(1):1–10. 6 835 Erstblutspender; vorgeschlagene Obergrenzen 30 U/l (Männer) und 19 U/l (Frauen); Sensitivität für HCV-Virämie 76,3 % vs. 55 %. PubMed · DOI 2

  8. Wu WC, Wu CY, Wang YJ, et al. Updated thresholds for serum alanine aminotransferase level in a large-scale population study composed of 34 346 subjects. Aliment Pharmacol Ther, 2012 Sep;36(6):560–8. PubMed · DOI 2

  9. Hosack T, Damry D, Biswas S. Drug-induced liver injury: a comprehensive review. Therapeutic Advances in Gastroenterology, 2023;16:17562848231163410. PubMed · DOI 2 3

  10. Düll M, Kremer AE – Hepatotoxizität: Was kann erhöhte Leberwerte auslösen? Pharmazeutische Zeitung, 13.02.2020. Verwendet: De-Ritis-Quotient („Werte unter 1 zeigen geringere Schäden an […] Werte größer als 1 weisen auf schwerere Schäden hin"); Hepatotoxizität von Arzneistoffen, Phytotherapeutika und Nahrungsergänzungsmitteln; Wirkstoffliste (u. a. Paracetamol, Diclofenac, Methotrexat, Allopurinol, Amiodaron) nach Jaehde U, Sarin N, Pharmazeutische Zeitung 07/2014. pharmazeutische-zeitung.de 2 3

  11. Pettersson J, Hindorf U, Persson P, et al. Muscular exercise can cause highly pathological liver function tests in healthy men. Br J Clin Pharmacol, 2008 Feb;65(2):253–9. 15 gesunde Männer, eine Stunde Krafttraining; AST und ALT „significantly increased for at least 7 days after the exercise", ebenso LD, CK und Myoglobin; Bilirubin, Gamma-GT und AP blieben normal. PubMed · DOI 2

  12. Rinella ME, Lazarus JV, Ratziu V, et al. A multisociety Delphi consensus statement on new fatty liver disease nomenclature. Hepatology, 2023 Dec 1;78(6):1966–1986. PubMed · DOI

  13. European Association for the Study of the Liver (EASL-EASD-EASO). Clinical Practice Guidelines on the management of metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease (MASLD). J Hepatol, 2024 Sep;81(3):492–542. PubMed · DOI

  14. Fernández T, Viñuela M, Vidal C, Barrera F. Lifestyle changes in patients with non-alcoholic fatty liver disease: A systematic review and meta-analysis. PLoS One, 2022;17(2):e0263931. PubMed · DOI 2

Avertissement médical. Cette fiche est fournie à titre informatif et éducatif ; elle ne constitue pas un avis médical et ne remplace pas une consultation. Les valeurs de référence varient selon les laboratoires et les techniques : seul votre médecin peut interpréter vos résultats dans votre contexte.