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Blutabnahme: Ablauf, Dauer und was danach hilft

Stauschlauch nur 30 Sekunden, Faust nicht pumpen: Dieser eine Handgriff hebt das Kalium um bis zu 1 mmol/l. Der Ablauf, das Hämatom, der Kreislauf.

Publié le August 15, 202612 min de lectureRédigé par l'Équipe Blood Analysis · Relu et vérifié par Julien Priour

Die Blutabnahme ist einer der häufigsten Handgriffe der Medizin — und einer der wenigen, bei denen fast jeder schon dabei war, ohne genau zu wissen, was passiert. Dieser Ratgeber beschreibt den Ablauf Schritt für Schritt: wie die Vene gewählt wird, warum der Stauschlauch nur Sekunden liegen darf, weshalb Sie nicht mit der Faust pumpen sollten, wer in Deutschland Blut abnehmen darf, was bei einem Kreislaufkollaps zu tun ist und wie Sie einen blauen Fleck vermeiden. Es geht nicht um die Zahlen auf dem Befund — die finden Sie beim großen Blutbild —, sondern um den Vorgang.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die reine Punktion dauert ein bis drei Minuten; mit Kompression und Ruhezeit planen Sie rund zehn Minuten ein.1
  • Der Stauschlauch gehört gelöst, sobald das Blut fließt: Das Universitätsklinikum Freiburg empfiehlt 30 Sekunden, eine Minute soll nicht überschritten werden.23
  • Pumpen Sie nicht mit der Faust. Das hebt Kalium und Magnesium um bis zu 1 mmol/l — genug, um einen normalen Wert bedrohlich aussehen zu lassen.24
  • Blut darf auch nichtärztliches Personal abnehmen, wenn die Ärztin es anordnet und verantwortet: Die venöse und kapillare Blutentnahme steht im Delegationskatalog von KBV und GKV-Spitzenverband.56
  • Ein Kreislaufkollaps ist selten — in einer Auswertung von 677 956 ambulanten Blutabnahmen 0,004 %.7 Sagen Sie trotzdem vorher Bescheid, wenn Sie dazu neigen.
  • Danach drücken, nicht den Arm beugen — bis zu 2 Minuten, unter Gerinnungshemmern bis zu 10 Minuten.1

Wer darf in Deutschland Blut abnehmen?

Viele fragen sich das, wenn nicht die Ärztin, sondern die Medizinische Fachangestellte (MFA) mit dem Röhrchen kommt. Nach § 28 Abs. 1 SGB V gehört zur ärztlichen Behandlung auch die Hilfeleistung anderer Personen, sofern sie ärztlich angeordnet und verantwortet ist. Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband haben das in der Anlage 24 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte ausbuchstabiert: Der Katalog delegierbarer Leistungen führt „Blutentnahme kapillär sowie venös" ausdrücklich auf, typische Mindestqualifikation MFA — bei Risikokonstellationen ist die Ärztin hinzuzuziehen.5

Die Stellungnahme von Bundesärztekammer und KBV zieht die Grenzen: Nicht delegierbar sind Anamnese, Indikationsstellung, Diagnose und Aufklärung. Delegiert werden darf nur, wenn die Ärztin die Mitarbeiterin auswählt, anleitet und überwacht und sich grundsätzlich in Rufweite aufhält — einzeln angeordnete Blutentnahmen dürfen deshalb auch vor Beginn der Sprechstunde erfolgen, sofern die Ärztin kurzfristig da sein kann.6 Im Krankenhaus nehmen entsprechend auch Pflegende und MTL-Assistierende Blut ab. Die Verantwortung bleibt ärztlich.6

Der Ablauf Schritt für Schritt

Die Schritte folgen der Empfehlung des Instituts für Klinische Chemie der Uniklinik Köln und der europäischen Empfehlung zur venösen Blutentnahme.31

  1. Identität prüfen. Sie werden offen nach Namen und Geburtsdatum gefragt — nicht „Sind Sie Frau X?", denn auf eine geschlossene Frage antworten viele reflexhaft mit Ja. Name, Etikett und Anforderungsschein werden abgeglichen.3
  2. Hinsetzen oder hinlegen. Ambulant sitzen Sie, stationär liegen Sie — idealerweise schon zehn Minuten vorher: Der Wechsel der Körperlage verschiebt Wasser aus den Gefäßen, beim Hämatokrit und Hämoglobin sind Unterschiede bis 10 % möglich.32
  3. Material richten. Kanüle oder Flügelkanüle („Butterfly"), Röhrchen, Stauschlauch, Desinfektionsmittel, Tupfer, Pflaster, Handschuhe — und ein Abwurfbehälter in Reichweite.3
  4. Vene auswählen. Erste Wahl ist die Ellenbeuge, Alternative der Handrücken; von Venen am Handgelenk wird abgeraten.31
  5. Desinfizieren — und warten. Die Kommission für Krankenhaushygiene am Robert Koch-Institut verlangt, die vom Hersteller angegebene Mindesteinwirkzeit einzuhalten und das Mittel vor der Punktion abtrocknen zu lassen.8 Deutsche Labore nennen mindestens 15 Sekunden, bei Blutkulturen 30 Sekunden.39 Feuchtes Antiseptikum brennt beim Einstich und kann die Probe hämolytisch machen.3
  6. Stauen und punktieren. Der Stauschlauch kommt etwa zehn Zentimeter oberhalb der Einstichstelle; der Puls muss tastbar bleiben — gestaut wird die Vene, nicht die Arterie. Die Kanülenöffnung zeigt nach oben, der Einstichwinkel liegt bei etwa 15 Grad.3
  7. Röhrchen füllen. Sobald Blut fließt, wird die Stauung gelöst. Gefüllt wird in fester Reihenfolge, damit kein Zusatzstoff das nächste Röhrchen verfälscht, und bis zur Markierung: Beim Gerinnungsröhrchen führt eine Unterfüllung von mehr als 10 % zu falsch verlängerten Gerinnungszeiten und einem falschen Quick-Wert.3
  8. Beenden. Tupfer auflegen, Kanüle ziehen, sofort fest drücken, Sicherheitsmechanismus aktivieren, Pflaster. Der Klick ist Vorschrift: Nach der TRBA 250 sind Sicherheitsgeräte bei Blutentnahmen verpflichtend, gebrauchte Kanülen dürfen nicht zurück in die Schutzkappe.103

Der Stauschlauch: warum Sekunden zählen

Ein zu lange angelegter Stauschlauch konzentriert die Probe: Zellen und große Moleküle — Eiweiße, Enzyme, Fette und daran gebundene Elektrolyte wie Calcium — bleiben im gestauten Abschnitt zurück, während Wasser ins Gewebe abwandert.2 Eine Untersuchung mit standardisiertem Staudruck zeigt, wie schnell das messbar wird: Schon nach einer Minute stieg das Albumin um 3,5 % und das Calcium um 1,6 %, nach drei Minuten um 8,6 % bzw. 3,6 % — zehn von zwölf Messgrößen hatten sich signifikant verschoben.11 Zu intensives Stauen kann zudem Marker der Gefäßinnenwand aktivieren und die Blutgerinnung beeinflussen.23

Daher die Vorgabe: Das Universitätsklinikum Freiburg empfiehlt 30 Sekunden, eine Minute solle nicht überschritten werden;2 die Uniklinik Köln formuliert es als Handgriff — lösen, sobald Blut ins erste Röhrchen fließt.3 Bei gut sichtbaren Venen rät die europäische Empfehlung, ganz auf die Stauung zu verzichten.1

Bitte nicht mit der Faust pumpen

Fast jeder tut es reflexhaft: mehrfach die Faust öffnen und schließen, damit die Vene hervortritt. Genau das sollten Sie lassen. Wiederholter Faustschluss presst Kalium und Magnesium aus der Unterarmmuskulatur ins Blut — das Universitätsklinikum Freiburg beziffert den Anstieg mit bis zu 1 mmol/l.2 Der gesamte Normalbereich des Kaliums ist nur rund 1,5 mmol/l breit: Ein gut gemeinter Handgriff kann einen unauffälligen Wert also alarmierend aussehen lassen — eine Pseudohyperkaliämie, die eine Kontrollentnahme nach sich zieht. In einer Qualitätsuntersuchung fiel der gemessene Kaliumwert nach Beenden des Faustschlusses um 8,4 bis 25,9 %.4

Die Uniklinik Köln formuliert es als Anweisung ans Personal: „Lassen Sie die Patientin oder den Patient nicht mit der Faust pumpen."3 Die Faust einmal ruhig schließen ist in Ordnung, rhythmisches Pumpen nicht. Betroffen sind auch die übrigen Elektrolyte und das Laktat.

Wie viele Röhrchen — und ist das viel Blut?

Die Zahl richtet sich nach den Untersuchungen: Jedes Blutröhrchen enthält einen anderen Zusatz, und viele Analysen gelten nur in Serum, Plasma oder Vollblut. Drei bis sechs Röhrchen sind bei einem größeren Profil normal.

Zur Einordnung: Eine Serum-Monovette fasst rund 10 Milliliter.9 Bei einer Vollblutspende werden 500 Milliliter entnommen — laut DRK etwa zehn Prozent der Blutmenge eines Erwachsenen, und selbst das gilt als unbedenklich, weil der Körper es rasch ausgleicht.12 Fünf Röhrchen entsprechen damit rund einem Zehntel einer Blutspende, also etwa einem Prozent Ihres Blutvolumens.

Tut das weh — und wenn ich Angst vor Nadeln habe?

Die Empfindung ist meist ein kurzer Stich und ein leichtes Ziehen. Angst vor Nadeln ist dabei kein Randphänomen: Eine Metaanalyse fand sie bei 20 bis 30 % der jungen Erwachsenen, häufiger bei Frauen, mit dem Alter abnehmend.13 Was hilft:

  • Sagen Sie es vorher. Wer davon weiß, arbeitet ruhiger und legt Sie im Zweifel hin.
  • Wegschauen und ruhig weiteratmen im Moment des Einstichs.
  • Gut getrunken haben, sofern Sie nicht nüchtern bleiben müssen: Gefüllte Venen sind leichter zu treffen.
  • Für Kinder und sehr ängstliche Erwachsene kommt eine betäubende Creme infrage.

Kreislaufkollaps: wenn Ihnen schwarz vor Augen wird

Ein vasovagaler Kollaps ist die häufigste Komplikation — und trotzdem selten: Eine Auswertung von 677 956 ambulanten Blutabnahmen fand eine Häufigkeit von 0,004 %. Zwei Faktoren erhöhten das Risiko messbar: mehr als fünf Röhrchen (Odds Ratio 8,10) und eine Wartezeit über 15 Minuten.7

Die Vorboten sind typisch: Wärmegefühl, Übelkeit, Schwitzen, Ohrensausen, Flimmern vor den Augen, plötzliche Blässe. Halten Sie ihnen nicht stand:

  • Sofort Bescheid sagen, nicht warten, bis es „vorbeigeht".
  • Hinlegen, Beine hoch — ein Sturz vom Stuhl ist gefährlicher als der Kollaps selbst.
  • Nicht sofort Auto fahren; lassen Sie sich im Zweifel abholen.
  • Wenn Sie dazu neigen, sagen Sie es vor der Punktion. Dann wird von vornherein im Liegen abgenommen — dieser Punkt kommt nur von Ihnen.

Die europäische Empfehlung rät allen, danach fünf Minuten sitzen zu bleiben — auch um Menschen aufzufangen, denen erst dann schwindelig wird. Der Kollaps tritt oft im Moment der plötzlichen Erleichterung auf, nicht während des Stichs.1

Das Hämatom: warum der blaue Fleck entsteht

Ein Bluterguss entsteht, wenn nach dem Herausziehen der Kanüle Blut aus dem Einstichkanal ins Gewebe sickert. Der wirksamste Schutz wird meist falsch gemacht: drücken statt beugen. Die europäische Empfehlung ist hier konkret: sanfter, anhaltender Druck auf die Einstichstelle, ohne den Arm zu beugen, bis die Blutung steht — bis zu 2 Minuten bei einer Routineentnahme, bis zu 10 Minuten unter Gerinnungshemmern.1 Den Arm zu beugen öffnet die Punktionsstelle eher, als sie zu verschließen.

Ein kleiner blauer Fleck ist harmlos und verschwindet in wenigen Tagen. Ärztlich abklären sollten Sie starke oder zunehmende Schmerzen, eine deutliche Schwellung, einen elektrisierenden Schmerz in Hand oder Fingern sowie Rötung, Überwärmung oder Fieber.

Ernsthafte Komplikationen sind ausgesprochen selten: Ein Universitätsklinikum wertete über eine Million Venenpunktionen aus — ein Zwischenfall je rund 3 700 Punktionen, eine gesicherte Nervenläsion je rund 67 000, und alle bildeten sich zurück.14

Wenn die Venen schwer zu finden sind

Schlanke, tiefliegende oder „rollende" Venen, Kälte, Flüssigkeitsmangel oder viele Vorpunktionen machen es schwieriger. Bewährt haben sich: den Arm herabhängen lassen, die Stelle wärmen, den Handrücken wählen, eine dünnere Flügelkanüle benutzen oder den Arm wechseln.31 Füllt sich ein Röhrchen nicht, liegt die Kanülenöffnung oft nur an der Venenwand an — eine minimale Lagekorrektur genügt, ohne neu zu stechen.3 Sagen Sie ruhig, an welchem Arm es bei Ihnen besser klappt: Diese Information ist wertvoll.

Kapillare Blutentnahme statt Venenpunktion

Für einen Blutstropfen aus der Fingerbeere reicht ein Stich mit einer Lanzette. Diese kapillare Entnahme ist deutlich weniger belastend und wird eingesetzt, wenn wenig Material genügt — klassisch beim Blutzucker, beim Blutausstrich, bei Blutgasen und bei Säuglingen an der Ferse.8 Austauschbar mit Venenblut ist sie nicht: Kapillarblut mischt arterielle, venöse und Gewebeanteile, und für viele Parameter — HbA1c, Leberwerte, Nierenwerte — bleibt die venöse Entnahme der Maßstab. Welcher Weg gilt, legt das Labor fest.

Besondere Situationen

  • Unter Gerinnungshemmern. Die Abnahme läuft normal ab, nur die Kompression dauert länger — bis zu 10 Minuten.1 Sagen Sie vorher, dass Sie Marcumar, ein DOAK oder ASS einnehmen.
  • Dialyse-Shunt. An einer Extremität mit Shunt oder Fistel wird nicht punktiert — feste Regel deutscher Laborvorschriften.3
  • Infusionsarm, Ödem, Katheter, entzündete Haut. Ebenfalls tabu: oberhalb eines Katheters, in geschwollenen, vernarbten oder infizierten Arealen und am Arm mit laufender Infusion — sonst verdünnt Infusions- oder Gewebeflüssigkeit die Probe.32
  • Nach einer Brustoperation. Deutsche Laborvorschriften raten von der operierten Seite ab, wegen Lymphödem- und Infektionsrisiko.3 Die Datenlage ist differenzierter, als die Regel klingt: Eine prospektive Studie mit 3 041 Armvolumenmessungen fand keinen Zusammenhang mit ipsilateralen Blutabnahmen; verbunden mit dem Lymphödem waren die axilläre Lymphknotendissektion, die Bestrahlung der Lymphabflusswege, ein BMI ab 25 und Wundrosen.15 Die Vorsichtsregel bleibt in Deutschland Standard — kommt der andere Arm nicht infrage, ist das aber kein Grund zur Panik. Entschieden wird im Behandlungsteam.
  • Unter Chemotherapie. Häufig liegt ohnehin ein Port; die Entnahme daraus folgt eigenen Regeln (Vorspülen, erste Milliliter verwerfen).2 Weil die Thrombozyten niedrig sein können, dauert die Kompression oft länger.

Nach der Blutabnahme

Fünf Minuten sitzen bleiben, dann können Sie gehen.1 Das Pflaster kann nach wenigen Stunden ab, Duschen ist problemlos, sobald der Einstich verschlossen ist. Auf intensive Belastung des Arms verzichten Sie am besten für den Rest des Tages: Sie begünstigt das Nachbluten und damit den blauen Fleck.

Und falls etwas schiefgeht: Das IQWiG weist darauf hin, dass Fehler bei Abnahme oder Transport meist auffallen, wenn die Ärztin die Ergebnisse mit den übrigen Befunden abgleicht — dann wird erneut Blut abgenommen.16 Eine Kontrollentnahme ist ein Zeichen von Sorgfalt, kein Hinweis auf eine Diagnose.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Blutabnahme? Die reine Punktion ein bis drei Minuten; mit Identitätsprüfung, Kompression und fünf Minuten Ruhe rund zehn Minuten.1

Darf eine MFA Blut abnehmen? Ja. Die venöse und kapillare Blutentnahme steht im Delegationskatalog von KBV und GKV-Spitzenverband, typische Mindestqualifikation ist die Medizinische Fachangestellte.5 Die Ärztin muss auswählen, anleiten, überwachen und grundsätzlich in Rufweite sein; bei Risikokonstellationen ist sie hinzuzuziehen.65

Warum soll ich nicht mit der Faust pumpen? Weil das Kalium und Magnesium aus der Muskulatur presst — bis zu 1 mmol/l.2 Ein normaler Kaliumwert kann dadurch falsch erhöht erscheinen und eine unnötige Kontrolle auslösen.4

Wie lange darf der Stauschlauch liegen? So kurz wie möglich: empfohlen 30 Sekunden, eine Minute soll nicht überschritten werden. Gelöst wird er, sobald Blut ins erste Röhrchen fließt.23

Wie vermeide ich einen blauen Fleck? Drücken statt beugen — anhaltender Druck auf den Tupfer, bis zu 2 Minuten, unter Gerinnungshemmern bis zu 10 Minuten.1

Was tun bei Kreislaufproblemen während der Blutabnahme? Sofort Bescheid sagen und hinlegen, Beine hoch. Danach nicht selbst Auto fahren. Wer zu Kollapsen neigt, sagt es vor der Punktion — dann wird im Liegen abgenommen.71

Wie viel Blut wird abgenommen — ist das gefährlich? Nein. Eine Vollblutspende umfasst 500 Milliliter, etwa zehn Prozent der Blutmenge eines Erwachsenen.12 Fünf Röhrchen sind ungefähr ein Prozent Ihres Blutvolumens.9

Kann man auf dem Arm der operierten Seite Blut abnehmen? Deutsche Laborvorschriften raten davon ab.3 Eine prospektive Untersuchung fand allerdings keinen Zusammenhang mit einer Zunahme des Armvolumens.15 Sprechen Sie es an — entschieden wird im Behandlungsteam.

Auf einen Blick

Eine Blutabnahme ist ein kurzer, sehr sicherer Handgriff: Identität prüfen, hinsetzen, Vene in der Ellenbeuge wählen, desinfizieren und die Einwirkzeit abwarten, kurz stauen, punktieren, Röhrchen in fester Reihenfolge füllen, drücken. Zwei Details entscheiden über die Qualität Ihres Befundes, beide dauern Sekunden: Der Stauschlauch gehört gelöst, sobald das Blut fließt — 30 Sekunden, höchstens eine Minute.23 Und die Faust bleibt ruhig, weil Pumpen das Kalium um bis zu 1 mmol/l verfälscht.24 Danach zählt: drücken, nicht beugen, bis zu 2 Minuten und unter Gerinnungshemmern bis zu 10.1 Wer zu Kreislaufproblemen neigt, sagt es vorher — dann wird im Liegen abgenommen. Die Zahlen auf dem Befund ergeben anschließend erst im Zusammenhang einen Sinn: dabei unterstützt Sie AI DiagMe, ergänzend zu Ihrer ärztlichen Betreuung.

Quellen

Deutsche institutionelle Quellen und wissenschaftliche Publikationen (PubMed), die diesem Ratgeber zugrunde liegen:

Footnotes

  1. Simundic AM, Bölenius K, Cadamuro J, et al. (EFLM Working Group for Preanalytical Phase / COLABIOCLI). Joint EFLM-COLABIOCLI Recommendation for venous blood sampling. Clinical Chemistry and Laboratory Medicine, 2018; 56(12): 2015–2038 — Stauzeit höchstens 1 Minute, kein Faustpumpen, Kompression bis zu 2 Minuten (bis zu 10 Minuten unter Antikoagulation) ohne Armbeugen, 5 Minuten Ruhe nach der Entnahme. PubMed · DOI 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14

  2. Universitätsklinikum Freiburg, Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin — Präanalytik („Pumpen" erhöht Kalium und Magnesium bis zu 1 mmol/l; venöse Stauung: empfohlen 30 Sekunden, eine Minute soll nicht überschritten werden; Orthostase-Effekt bis 10 %; Blutgewinnung aus Kathetern). uniklinik-freiburg.de 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

  3. Universitätsklinikum Köln, Institut für Klinische Chemie — Blutentnahme: Empfehlungen zur venösen Blutentnahme (Identifikation, Punktionsstellen und Kontraindikationen, Einwirkzeit mindestens 15 s bzw. 30 s bei Blutkulturen, Stauschlauch 10 cm oberhalb, kein Faustpumpen, Stauung nicht länger als eine Minute, Einstichwinkel 15°, Reihenfolge der Röhrchen, Sicherheitsmechanismus). klinische-chemie.uk-koeln.de 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22

  4. Seimiya M, Yoshida T, Sawabe Y, et al. Reducing the incidence of pseudohyperkalemia by avoiding making a fist during phlebotomy: a quality improvement report. American Journal of Kidney Diseases, 2010; 56(4): 686–692. PubMed · DOI 2 3 4

  5. Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband — Vereinbarung über die Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung gemäß § 28 Abs. 1 S. 3 SGB V (Anlage 24 BMV-Ä), vom 1. Oktober 2013, Stand 1. Januar 2015 — Beispielkatalog, Ziffer 9: „Blutentnahme kapillär sowie venös", Mindestqualifikation MFA, Arzt bei Risikokonstellationen hinzuzuziehen. kbv.de 2 3 4

  6. Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung — Persönliche Leistungserbringung. Möglichkeiten und Grenzen der Delegation ärztlicher Leistungen, Stand 29.08.2008 (höchstpersönliche Leistungen; Auswahl-, Anleitungs- und Überwachungspflicht; Aufenthalt in Rufweite; Blutentnahmen als Beispiel). bundesaerztekammer.de 2 3 4

  7. Yoshimoto A, Yasumoto A, Kamiichi Y, et al. Analysis of vasovagal syncope in the blood collection room in patients undergoing phlebotomy. Scientific Reports, 2020; 10: 17933 — 677 956 ambulante Blutabnahmen, Häufigkeit 0,004 %; mehr als 5 Röhrchen (OR 8,10) und Wartezeit über 15 Minuten als Risikofaktoren. PubMed · DOI 2 3

  8. Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut — Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen, Bundesgesundheitsblatt 2011; 54: 1135–1144 (Mindesteinwirkzeit nach Herstellerangabe, Hautantiseptikum muss vor der Punktion abgetrocknet sein; Risikogruppen einschließlich Lanzettenblutentnahme). edoc.rki.de 2

  9. Labor Dr. Wisplinghoff, Köln — Präanalytik (Einwirkzeit des Desinfektionsmittels mindestens 15 Sekunden, Einstichstelle muss trocken sein; Blutfluss nach der Entnahme durch Druck, nicht durch Armbeugen stoppen; Serummonovette entspricht etwa 10 ml Blut). wisplinghoff.de 2 3

  10. Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe — TRBA 250: Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege, Abschnitt 4.2.5 (Sicherheitsgeräte bei Blutentnahmen verpflichtend; gebrauchte Kanülen dürfen nicht in die Schutzkappe zurückgesteckt werden), veröffentlicht über die BGW. bgw-online.de

  11. Lippi G, Salvagno GL, Montagnana M, Brocco G, Guidi GC. Influence of short-term venous stasis on clinical chemistry testing. Clinical Chemistry and Laboratory Medicine, 2005; 43(8): 869–875 — nach 1 Minute Stauung Albumin +3,5 % und Calcium +1,6 %, nach 3 Minuten +8,6 % bzw. +3,6 %; zehn von zwölf Messgrößen signifikant verändert. PubMed · DOI

  12. DRK-Blutspendedienste — Blutspende-Menge: Wie viel Blut spendet man? (Vollblutspende 500 Milliliter, entspricht etwa zehn Prozent der gesamten Blutmenge eines Erwachsenen). blutspende.de 2

  13. McLenon J, Rogers MAM. The fear of needles: A systematic review and meta-analysis. Journal of Advanced Nursing, 2019; 75(1): 30–42. PubMed · DOI

  14. Tsukuda Y, Funakoshi T, Nasuhara Y, et al. Venipuncture Nerve Injuries in the Upper Extremity From More Than 1 Million Procedures. Journal of Patient Safety, 2019; 15(4): 299–301 — 1 082 053 Punktionen, ein Zwischenfall je rund 3 700, eine gesicherte Nervenläsion je rund 67 000, alle rückläufig. PubMed · DOI

  15. Ferguson CM, Swaroop MN, Horick N, et al. Impact of Ipsilateral Blood Draws, Injections, Blood Pressure Measurements, and Air Travel on the Risk of Lymphedema for Patients Treated for Breast Cancer. Journal of Clinical Oncology, 2016; 34(7): 691–698 — 3 041 Messungen, kein signifikanter Zusammenhang mit ipsilateralen Blutabnahmen (p = 0,62); assoziiert waren BMI ≥ 25, axilläre Lymphknotendissektion, regionale Lymphknotenbestrahlung und Erysipel. PubMed · DOI 2

  16. IQWiG — Gesundheitsinformation.de, Laborwerte richtig verstehen (Fehler bei der Blutabnahme oder beim Transport fallen im Abgleich mit anderen Befunden auf; dann wird erneut Blut abgenommen). gesundheitsinformation.de

Avertissement médical. Cette fiche est fournie à titre informatif et éducatif ; elle ne constitue pas un avis médical et ne remplace pas une consultation. Les valeurs de référence varient selon les laboratoires et les techniques : seul votre médecin peut interpréter vos résultats dans votre contexte.