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Hepatitis C Test: Anti-HCV positiv, was bedeutet das?

Anti-HCV bleibt nach Heilung lebenslang positiv. Erst die HCV-RNA zeigt eine aktive Infektion – im Check-up 35 waren 0,79 % anti-HCV-, nur 0,13 % RNA-positiv.

Publié le August 14, 202612 min de lectureRédigé par l'Équipe Blood Analysis · Relu et vérifié par Julien Priour

Die Hepatitis-C-Diagnostik läuft in zwei Schritten, und wer diese zwei Schritte verwechselt, erschrickt unnötig. Der erste Test sucht HCV-Antikörper (Anti-HCV): Er zeigt, dass Sie dem Virus irgendwann einmal begegnet sind – und er bleibt lebenslang positiv, auch nach vollständiger Heilung.1 Der zweite Test sucht das Virus selbst, die HCV-RNA per PCR. Nur er beantwortet die Frage, die Sie wirklich stellen: Ist die Infektion jetzt aktiv? Und noch ein Satz gleich vorweg, weil er das Wichtigste ist: Hepatitis C ist heilbar. Mehr als 95 % der Infektionen lassen sich mit modernen Tabletten ausheilen.2 Diese Serologie gehört zu den infektiologischen Serologien – neben Hepatitis B, dem HIV-Test und der Syphilis-Serologie.

Auf einen Blick

  • Anti-HCV positiv heißt nicht krank. Der alleinige Nachweis von HCV-Antikörpern erlaubt laut RKI keine Unterscheidung zwischen einer ausgeheilten und einer aktiven Infektion.3
  • Deshalb schreibt die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie des G-BA vor: Bei reaktivem Antikörpertest erfolgt die HCV-RNA-Untersuchung aus derselben Blutentnahme.4
  • Anti-HCV positiv + HCV-RNA negativ = abgelaufene oder ausgeheilte Infektion. Sie sind weder krank noch ansteckend.3
  • Wie oft das vorkommt, zeigt eine deutsche Auswertung des Screenings: 0,79 % anti-HCV-positiv, aber nur 0,13 % HCV-RNA-positiv – auf sechs positive Antikörperbefunde kommt etwa eine aktive Infektion.5
  • Antikörper brauchen Zeit: Sie werden in der Regel erst 7 bis 8 Wochen nach der Ansteckung messbar, die HCV-RNA dagegen schon nach wenigen Tagen.3
  • Seit dem 1. Oktober 2021 haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren einmalig Anspruch auf ein Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Screening im Check-up.46
  • Der Genotyp ist seit den pangenotypischen Therapien meist entbehrlich – die Leitlinie erlaubt eine hochwirksame Behandlung ohne Genotypbestimmung.7

Warum zwei Tests? Antikörper und Virus sind nicht dasselbe

Anti-HCV sind Abwehrstoffe, die Ihr Immunsystem nach einem Kontakt mit dem Hepatitis-C-Virus bildet. Sie sind ein Gedächtnis, keine Momentaufnahme. Das IQWiG formuliert es für Patientinnen und Patienten so klar wie möglich: Antikörper „verbleiben nach einer überstandenen Infektion im Blut. Daher bedeutet ein positives Testergebnis nicht, dass man aktuell erkrankt ist – sondern dass man sich irgendwann im Leben mit dem Virus infiziert hat.“1

HCV-RNA ist das Erbgut des Virus, nachgewiesen über eine Nukleinsäure-Amplifikation (meist PCR). Sie ist der direkte Erregernachweis: Ist sie nachweisbar, vermehrt sich das Virus gerade. Ist sie nicht nachweisbar, ist kein Virus da – unabhängig davon, wie hoch die Antikörper sind.

Der Satz, der die meisten Ängste auflöst: Ein positiver Antikörperbefund ist eine Aufforderung zur PCR, keine Diagnose. Erst der zweite Test entscheidet.

Warum heilt der Körper überhaupt manchmal von selbst aus? Bei etwa 30 % der Infizierten verschwindet das Virus innerhalb von sechs Monaten spontan; die Antikörper bleiben.2 Wer also vor 20 Jahren eine unbemerkte Infektion durchgemacht hat, trägt heute einen positiven Antikörperbefund – und ein virusfreies Blut.

Die vier möglichen Befundkonstellationen

Anti-HCVHCV-RNABedeutung
negativ(nicht durchgeführt)Kein Hinweis auf eine Infektion – außer der Kontakt liegt weniger als etwa 8 Wochen zurück
positivnicht nachweisbarAbgelaufene bzw. ausgeheilte Infektion – kein Virus, nicht ansteckend3
positivnachweisbarAktive HCV-Infektion, akut oder chronisch – behandelbar und heilbar3
negativnachweisbarSehr seltene Konstellation einer frischen Infektion vor der Serokonversion3

Bei der zweiten Zeile empfiehlt das RKI zusätzlich einen Bestätigungstest (Immunoblot), um ein falsch-reaktives Screening-Ergebnis auszuschließen.3 Fällt er positiv aus, spricht man von einem bestätigten Antikörpernachweis bei ausgeheilter Infektion.

Falsch positive Antikörper: warum sie in Deutschland häufig sind

Hier hilft ein Stück Statistik, das viel Kummer erspart. Der positive prädiktive Wert eines Tests – also die Wahrscheinlichkeit, dass ein positives Ergebnis wirklich zutrifft – hängt nicht nur vom Test ab, sondern von der Häufigkeit der Erkrankung in der getesteten Gruppe. Je seltener eine Infektion, desto größer der Anteil falsch positiver Befunde unter allen positiven.

Und in Deutschland ist Hepatitis C selten: Das RKI beziffert die Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung auf unter 0,5 %, während sie in vulnerablen Gruppen bis zu 54 % erreichen kann.2 Das IQWiG nennt rund 0,3 % chronische Hepatitis C in Deutschland.1 Genau in dieser Konstellation zeigt eine Untersuchung an fast 95 000 Personen aus einer Niedrigprävalenz-Population, dass ein einzelner Antikörper-Assay einen positiven prädiktiven Wert von nur 55 bis 64 % erreichte – rund 30 % der reaktiven Proben waren im zweiten Verfahren gar nicht antikörperpositiv, und keine davon war RNA-positiv.8

Die deutschen Screening-Zahlen passen dazu: In einer Auswertung von 286 192 Personen im ersten Jahr des Check-up-Screenings waren 0,79 % anti-HCV-positiv, aber nur 0,13 % HCV-RNA-positiv.5 Mit anderen Worten: Der überwiegende Teil der positiven Antikörperbefunde in Deutschland steht für eine ausgeheilte oder gar keine Infektion. Das ist keine Schwäche des Tests – ein Screening soll empfindlich sein – sondern der Grund, warum die PCR dazugehört.

Das diagnostische Fenster

Nach einer Ansteckung ist die HCV-RNA bereits wenige Tage später im Blut messbar. Die Antikörper hinken hinterher: Die Serokonversion dauert laut RKI 2 Wochen bis 6 Monate, in der Regel werden Antikörper 7 bis 8 Wochen nach der Infektion nachweisbar.3 Ein negativer Antikörpertest kurz nach einem Risikoereignis beweist also nichts. Nach beruflicher Exposition, etwa einer Nadelstichverletzung, sieht das RKI deshalb einen Nukleinsäure-Nachweis nach 2 und 6 Wochen sowie einen Antikörpernachweis bis zu 26 Wochen nach der Exposition vor.3 Wenn Sie ein konkretes Ereignis im Kopf haben, nennen Sie das Datum – daraus ergibt sich, welcher Test wann sinnvoll ist.

Der Check-up 35: das einmalige Hepatitis-Screening

Das ist der Grund, warum in Deutschland so viele Menschen völlig beschwerdefrei einen positiven Antikörperbefund erhalten. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 20. November 2020 beschlossen, ein Hepatitis-Screening in die Gesundheitsuntersuchung aufzunehmen; abrechenbar ist es seit dem 1. Oktober 2021.6 Die Richtlinie ist präzise:

  • Anspruch: „Versicherte, die das 35. Lebensjahr vollendet haben, haben im Rahmen der Inanspruchnahme einer allgemeinen Gesundheitsuntersuchung einmalig Anspruch auf ein Screening auf Hepatitis-B-Virusinfektion und einmalig Anspruch auf ein Screening auf Hepatitis-C-Virusinfektion.“4
  • Methode: Untersuchung auf HCV-Antikörper; „bei positivem (reaktivem) Ergebnis der HCV-Antikörper-Untersuchung erfolgt anschließend eine Untersuchung auf HCV-RNA aus derselben Blutentnahme“.4

Dieser zweite Punkt ist ein sogenannter Reflextest: Sie müssen für die Bestätigung nicht noch einmal zur Blutabnahme. International gilt das als Schlüssel dafür, dass Betroffene zwischen Antikörper- und Virusnachweis nicht verloren gehen – eine Metaanalyse aus 51 Studien fand unter laborbasierter Reflextestung eine deutlich höhere Rate durchgeführter Viruslast-Tests (RR 1,35) bei einer Bearbeitungszeit von unter einem Tag.9 In Deutschland ist dieser Ablauf seit 2021 verbindlich geregelt.

Abgerechnet wird das Screening über die GOP 01865, die Bestätigungsdiagnostik bei reaktivem HCV-Antikörpertest über die GOP 01867.6 Bemerkenswert: Der Bewertungsausschuss hatte die Leistung ursprünglich bis Ende 2025 befristet, weil er annahm, die meisten Anspruchsberechtigten würden sie in den ersten Jahren in Anspruch nehmen. Das „hat sich bisher nicht bestätigt“ – deshalb wurde die Abrechenbarkeit bis Ende 2028 verlängert.6 Wenn Sie über 35 sind und nicht wissen, ob Sie den Test schon hatten: Sie können ihn ansprechen.

Wirkung hatte das Programm sofort. Die Zahl der neu diagnostizierten Hepatitis-C-Fälle stieg ab dem vierten Quartal 2021 an – 2022 um 68 % und 2023 um 121 % gegenüber 2021.10 Für 2024 übermittelte das RKI 9 624 HCV-Infektionen (Inzidenz 11,4 pro 100 000 Einwohner), ein Rückgang um 8 % gegenüber 2023.2 Außerhalb des Check-ups bleibt die Testung bei Risiko jederzeit möglich; bei Menschen, die Drogen injizieren, empfiehlt das RKI mindestens jährliche Kontrollen.3

Der Genotyp: früher entscheidend, heute meist entbehrlich

Das Hepatitis-C-Virus kommt in sieben Genotypen vor; weltweit dominiert Genotyp 1 (46 %), gefolgt von Genotyp 3 (30 %).3 Früher bestimmte der Genotyp die Therapie. Das hat sich grundlegend geändert: Mit der Zulassung pangenotypischer Kombinationen, so die deutsche S3-Leitlinie, „besteht damit die Möglichkeit, eine hoch effektive antivirale Therapie ohne Bestimmung des HCV-Genotyps durchzuführen“.7 Nur in besonderen Fällen – etwa bei Leberzirrhose oder nach einer Vortherapie – kann eine Genotypisierung je nach Regime weiterhin nötig sein.7 Wenn auf Ihrem Befund kein Genotyp steht, fehlt also in aller Regel nichts.

Hepatitis C ist heilbar – das ist der Unterschied zu Hepatitis B

Der wichtigste Grund, sich testen zu lassen, ist nicht die Diagnose, sondern die Heilung. Das RKI schreibt zur oralen Therapie mit direkt antiviral wirkenden Substanzen: „Mehr als 95 % der Infektionen können damit geheilt und somit Spätfolgen sowie weitere Übertragungen vermindert werden.“2 Das IQWiG beziffert die Einnahmedauer auf meist 8 oder 12 Wochen, seltener 16 oder 24 – und hält fest, dass man nach erfolgreicher Therapie nicht mehr ansteckend ist.1 Als geheilt gilt, wer mindestens 12 Wochen nach Therapieende keine HCV-RNA mehr im Blut hat; spätere Rückfälle sind sehr selten.3 Was das langfristig bedeutet, zeigt eine bevölkerungsbezogene Kohortenstudie aus Ontario mit 73 411 Menschen mit HCV-Virämie: Ein dauerhaftes virologisches Ansprechen ging mit einer deutlich niedrigeren leberbezogenen Sterblichkeit einher (adjustierte Hazard Ratio 0,22) – mit und ohne Zirrhose.11

Welche Substanzen infrage kommen und wie lange, entscheidet ausschließlich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt – dieser Ratgeber nennt bewusst keine Präparate und keine Schemata.

Zwei Einschränkungen gehören dazu: Es gibt keine Impfung gegen Hepatitis C, und eine durchgemachte Infektion schützt nicht vor einer neuen.1 Eine Metaanalyse bei Menschen, die Drogen injizieren, zeigt, dass Reinfektionen nach erfolgreicher Behandlung vorkommen – Prävention bleibt also auch nach der Heilung sinnvoll.12

Meldepflicht: was gemeldet wird – und was nicht

Hepatitis C ist in Deutschland meldepflichtig. Dem Gesundheitsamt werden gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1 IfSG der Krankheitsverdacht, die Erkrankung und der Tod an akuter Virushepatitis sowie gemäß § 7 Abs. 1 IfSG alle Nachweise des Hepatitis-C-Virus namentlich gemeldet.3 Entscheidend für Sie: Keine Meldepflicht besteht bei einem indirekten Erregernachweis mit negativem direktem Nachweis – also Anti-HCV positiv bei negativer HCV-RNA, der ausgeheilten Infektion.3 Die Meldung betrifft das Gesundheitsamt, nicht Arbeitgeber oder Versicherung.

Welche Blutwerte dazugehören

Eine aktive Hepatitis C wird nie allein über die Serologie beurteilt. Fast immer laufen die Leberwerte mit: die Transaminasen GPT und GOT, die Gamma-GT und das Bilirubin. Wichtig zu wissen: Eine replikative HCV-Infektion ist laut Leitlinie unabhängig von der Höhe der Leberwerte behandlungsbedürftig – normale Transaminasen schließen nichts aus.7

Zur Einschätzung der Leberfunktion kommen Albumin, der Quick-Wert aus der Blutgerinnung und die Thrombozyten hinzu, deren Abfall auf eine fortgeschrittene Fibrose hinweisen kann. Bei Zirrhose gehört die Verlaufskontrolle mit AFP und Ultraschall dazu. Chronische Infektionen können außerdem die Globuline verändern, sichtbar in der Eiweißelektrophorese; die Kryoglobulinämie – in etwa 80 % der Fälle durch HCV verursacht – ist die bekannteste extrahepatische Manifestation.3

Deutschland und das Eliminationsziel 2030

Die WHO will die Virushepatitis bis 2030 als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit beseitigen; Deutschland hat sich diesem Ziel 2016 angeschlossen.210 Der Stand ist nüchtern: Die Eliminationsziele „sind bislang noch nicht erreicht“, schreibt das RKI 2025 und benennt als Hebel gezielte Angebote für Gruppen mit erhöhtem Risiko.2 Als Hebel nennt eine Übersichtsarbeit des RKI zur Virushepatitis A bis E in Deutschland vor allem den verbesserten Zugang zu Prävention, Testung und Versorgung – nicht neue Testverfahren.13 Das Check-up-Screening hat dabei sichtbar geholfen: Zwischen 2007 und 2021 nahmen rund 83 % aller Versicherten mindestens einmal an einer Gesundheitsuntersuchung teil – eine Reichweite, die kaum ein anderes Angebot erreicht.10

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Ein Serologiebefund ergibt erst im Zusammenhang Sinn: Antikörper oder Virus, Zeitpunkt einer möglichen Exposition, Leberwerte, Vorgeschichte. Genau dieses Zusammenspiel entscheidet, ob ein positiver Wert beruhigend oder abklärungsbedürftig ist.

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Häufige Fragen

Anti-HCV positiv – habe ich Hepatitis C? Nicht zwangsläufig. Der Antikörpernachweis erlaubt laut RKI keine Unterscheidung zwischen ausgeheilter und aktiver Infektion.3 Erst die HCV-RNA entscheidet. In den deutschen Screening-Daten war nur etwa jeder sechste positive Antikörperbefund auch RNA-positiv.5

Was heißt Anti-HCV positiv, HCV-RNA negativ? Eine abgelaufene beziehungsweise ausgeheilte Infektion – spontan oder nach Therapie. Es ist kein Virus vorhanden, Sie sind nicht ansteckend, und dieser Befund ist nicht meldepflichtig.3

Bleiben die Antikörper für immer? Ja, in aller Regel. Sie verbleiben nach überstandener Infektion im Blut; ein positives Ergebnis bedeutet nur, dass Sie sich irgendwann infiziert haben.1

Wie lange nach einem Risiko ist der Test aussagekräftig? Antikörper werden meist erst 7 bis 8 Wochen nach der Infektion messbar, die Serokonversion kann 2 Wochen bis 6 Monate dauern.3 Die HCV-RNA ist schon nach wenigen Tagen nachweisbar – deshalb wird bei frischem Verdacht direkt der Virusnachweis geführt.

Zahlt die Krankenkasse den Test? Ja. Versicherte ab 35 Jahren haben einmalig Anspruch auf das Screening im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung; die Abrechenbarkeit wurde bis Ende 2028 verlängert.46 Bei Verdacht oder Risiko ist eine Testung unabhängig davon möglich.

Muss ich für den Test nüchtern sein? Nein. Weder der Antikörpertest noch die PCR verlangen Nüchternheit. Nüchtern kommen müssen Sie nur, wenn auf derselben Anforderung Werte wie Blutzucker oder Blutfette stehen.

Ist Hepatitis C heilbar? Ja. Mehr als 95 % der Infektionen können mit der oralen antiviralen Therapie geheilt werden.2 Die Einnahme dauert meist 8 oder 12 Wochen; nach erfolgreicher Behandlung ist man nicht mehr ansteckend.1

Brauche ich eine Genotypbestimmung? Meist nicht. Pangenotypische Therapien erlauben laut S3-Leitlinie eine hochwirksame Behandlung ohne Genotypbestimmung; nur bei Zirrhose oder Vortherapie kann sie je nach Regime nötig sein.7

Kann ich mich erneut anstecken? Ja. Es gibt keine Impfung, und eine überstandene Infektion schützt nicht.1 Reinfektionen nach erfolgreicher Therapie sind dokumentiert.12

Bedeutet ein positiver Befund ein Krebsrisiko? Der Test ist kein Tumormarker. Eine unbehandelte chronische Infektion kann über Jahrzehnte zu Zirrhose und Leberzellkarzinom führen – genau das verhindert eine rechtzeitige Behandlung.2

Das Wichtigste in Kürze

Merken Sie sich die Reihenfolge: Anti-HCV = Kontakt, HCV-RNA = aktive Infektion. Ein positiver Antikörperbefund ist weder eine Diagnose noch ein Urteil – er ist der Anlass für die PCR, die in Deutschland seit 2021 verpflichtend aus derselben Blutprobe erfolgt.4 Weil Hepatitis C hierzulande selten ist, steht hinter den meisten positiven Antikörperbefunden eine ausgeheilte oder gar keine Infektion.5 Und wenn die PCR doch positiv ausfällt, ist das die gute Nachricht innerhalb der schlechten: Mehr als 95 % dieser Infektionen sind heilbar – in wenigen Wochen Tablettentherapie, ärztlich begleitet.2 Der richtige nächste Schritt ist ein Termin, kein Abwarten. Und weil kein Laborwert für sich steht, hilft AI DiagMe beim Gesamtbild – ergänzend zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Quellen

Deutsche Institutionen und Leitlinien sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen (PubMed), die für diesen Ratgeber ausgewertet wurden:

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Footnotes

  1. IQWiG – gesundheitsinformation.de, Hepatitis C: Antikörper etwa acht Wochen nach Ansteckung nachweisbar und lebenslang im Blut verbleibend („bedeutet ein positives Testergebnis nicht, dass man aktuell erkrankt ist“), anschließender Virusnachweis, Virustypbestimmung nur in bestimmten Situationen, rund 0,3 % chronische Hepatitis C in Deutschland, spontane Ausheilung bei 20–40 %, Therapiedauer meist 8 oder 12 Wochen mit Heilung bei mehr als 95 %, keine Ansteckungsfähigkeit nach erfolgreicher Therapie, keine Impfung und kein Schutz durch eine überstandene Infektion, einmaliges Screening ab 35 Jahren seit 2021. gesundheitsinformation.de 2 3 4 5 6 7 8

  2. Robert Koch-Institut – Epidemiologie von Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virusinfektionen in Deutschland 2024, Epidemiologisches Bulletin 30/2025 (24.07.2025): 9 624 übermittelte HCV-Infektionen 2024, Inzidenz 11,4/100 000 Einwohner, Rückgang um 8 % gegenüber 2023 (n = 10 515); spontane Ausheilung bei etwa 30 % innerhalb von sechs Monaten; „Mehr als 95 % der Infektionen können damit geheilt … werden“; Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung unter 0,5 % (HCV) und bis zu 54 % bei Menschen, die Drogen injizieren; Eliminationsziele bis 2030 bislang nicht erreicht. rki.de 2 3 4 5 6 7 8 9 10

  3. Robert Koch-Institut – RKI-Ratgeber Hepatitis C: Basisdiagnostik (Antikörpernachweis, anschließend HCV-RNA, da der alleinige Antikörpernachweis keine Unterscheidung zwischen ausgeheilter und aktiver Infektion erlaubt), Bestätigungstest Immunoblot bei negativer NAT, Serokonversion 2 Wochen bis 6 Monate bzw. Antikörper in der Regel 7–8 Wochen nach Infektion, Genotypverteilung (GT 1 46 %, GT 3 30 %), Kryoglobulinämie in ca. 80 % HCV-bedingt, SVR-Definition 12 Wochen nach Therapieende, Vorgehen nach beruflicher Exposition, jährliche Testung bei injizierendem Drogenkonsum, Meldepflicht nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 und § 7 Abs. 1 IfSG sowie fehlende Meldepflicht bei ausgeheilter Infektion. rki.de 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18

  4. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) – Richtlinie über die Gesundheitsuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten (Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie), Fassung vom 20.11.2020, in Kraft getreten am 12.02.2021, Abschnitt B Kapitel III „Screening auf Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virusinfektion“: § 2 Anspruchsberechtigung (einmaliger Anspruch ab vollendetem 35. Lebensjahr), § 4 Abs. 2 Untersuchungsmethode (HCV-Antikörper, bei reaktivem Ergebnis HCV-RNA aus derselben Blutentnahme), § 7 Übergangsregelung. g-ba.de 2 3 4 5 6

  5. Bätz O, Petroff D, Jedrysiak K, Wolffram I, Berg T, Kramer J, Wiegand J. Successful hepatitis B and C screening in the health check-up in the German primary care setting. JHEP Rep, 2024. PubMed · DOI 2 3 4

  6. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) – Nachweis einer Hepatitis-B- oder C-Virusinfektion in der Gesundheitsuntersuchung, PraxisNachrichten vom 14.08.2025: einmalige Abrechnung der GOP 01865 ab 35 Jahren, Bestätigungsdiagnostik über GOP 01866/01867, ursprüngliche Befristung bis Ende 2025 und Verlängerung der Berechnungsfähigkeit bis Ende 2028, da sich die Annahme einer frühen Inanspruchnahme „bisher nicht bestätigt“ hat. kbv.de 2 3 4 5

  7. Sarrazin C, Zimmermann T, Berg T et al. – DGVS-S3-Leitlinie „Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-C-Virus(HCV)-Infektion“, AWMF-Register-Nr. 021/012, Addendum November 2020, publiziert in Z Gastroenterol 2020; 58: 1110–1131: Kapitel 1 Diagnostik und Screening (Antikörperbestimmung, ergänzt durch HCV-RNA zur Unterscheidung replikativer und ausgeheilter Infektion; Einführung des allgemeinen Screenings im Check-up 35), Therapieindikation unabhängig von der Höhe der Leberwerte, Kapitel 4.2.1 pangenotypische Therapieregime („ohne Bestimmung des HCV-Genotyps“; Genotypisierung nur bei Zirrhose bzw. Vortherapie je nach Regime). register.awmf.org · DOI 2 3 4 5

  8. Huang Y, Pan H, Gao Q, Lv P, Xu X, Zhao Z. The role of a two-assay serological testing strategy for anti-HCV screening in low-prevalence populations. Sci Rep, 2021. PubMed · DOI

  9. Tao Y, Tang W, Fajardo E et al. Reflex Hepatitis C Virus Viral Load Testing Following an Initial Positive Hepatitis C Virus Antibody Test: A Global Systematic Review and Meta-analysis. Clin Infect Dis, 2023. PubMed · DOI

  10. Hüppe D, Serfert Y, Cornberg M, Wedemeyer H. Deutlicher Anstieg neu diagnostizierter Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Fälle nach Einführung des Screenings in die allgemeine Gesundheitsuntersuchung (ehemals „Check-up 35“) in Deutschland. Z Gastroenterol, 2025. PubMed · DOI 2 3

  11. Erman A, Everett K, Wong WWL et al. Effect of sustained virologic response on liver-related mortality among individuals living with hepatitis C by treatment era: A population-based retrospective cohort study. PLoS One, 2025. PubMed · DOI

  12. Hajarizadeh B, Cunningham EB, Valerio H, Martinello M, Law M et al. Hepatitis C reinfection after successful antiviral treatment among people who inject drugs: A meta-analysis. J Hepatol, 2020. PubMed · DOI 2

  13. Dudareva S, Faber M, Zimmermann R, Bock CT, Offergeld R et al. Epidemiologie der Virushepatitiden A bis E in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz, 2022. PubMed · DOI

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