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Quick-Wert und INR: Normalwerte, Tabelle, zu niedrig

Quick-Wert in Prozent, INR als Verhältniszahl - ein und derselbe Test. Normalbereiche, Zielbereich unter Marcumar und was ein niedriger Quick bedeutet.

Publié le August 12, 202612 min de lectureRédigé par l'Équipe Blood Analysis · Relu et vérifié par Julien Priour

Auf deutschen Laborbefunden stehen für ein und dieselbe Messung meist zwei Zahlen nebeneinander: der Quick-Wert — offiziell Thromboplastinzeit (TPZ) — in Prozent, und der INR (International Normalized Ratio) als Verhältniszahl. Beide beschreiben, wie schnell das Blut gerinnt, und bewegen sich gegenläufig: Je niedriger der Quick-Wert, desto höher der INR. Dieser Ratgeber erklärt die Normalwerte, warum es den INR überhaupt gibt, was ein zu niedriger Quick-Wert ohne Gerinnungshemmer bedeutet, welche Besonderheiten das in Deutschland übliche Phenprocoumon (Marcumar, Falithrom) mit sich bringt und warum der INR unter DOAK kein Maßstab ist. Der Test gehört zur Blutgerinnung.

Nicht verwechseln: hoch und gut sind hier nicht dasselbe. Ein hoher Quick-Wert bedeutet schnelle Gerinnung, ein hoher INR langsame. Wer unter Marcumar einen „schlecht niedrigen" Quick von 25 % liest, sieht genau den gewollten Effekt des Medikaments.

Das Wichtigste in Kürze

  • Quick-Wert = Thromboplastinzeit (TPZ) = INR. Ein Test, zwei Darstellungen: Prozent und standardisierte Verhältniszahl.1
  • Übliche Orientierung ohne Gerinnungshemmer: Quick etwa 70–130 %, INR etwa 0,9–1,2. Die Bereiche unterscheiden sich von Labor zu Labor deutlich.23
  • Der Test erfasst die Faktoren I, II, V, VII und X — darunter die Vitamin-K-abhängigen Faktoren II, VII und X, die in der Leber gebildet werden.31
  • Unter Vitamin-K-Antagonisten wird in der Regel ein INR-Zielbereich von 2,0–3,0 angestrebt, je nach Indikation höher. Den Zielwert legt ausschließlich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest.41
  • In Deutschland ist der Vitamin-K-Antagonist der Wahl Phenprocoumon, nicht Warfarin — Halbwertszeit etwa 4–6 Tage, daher besonders träge INR-Reaktion.45
  • DOAK werden nicht über den INR gesteuert. Ein normaler INR schließt eine wirksame DOAK-Konzentration nicht aus.67

Was sind Quick-Wert und INR?

Wird ein Gefäß verletzt, läuft eine Kette von Eiweißen — den Gerinnungsfaktoren — nacheinander ab, bis ein stabiles Fibringerinnsel steht. Für den Quick-Test gibt das Labor Gewebethromboplastin und Kalzium zu Zitratplasma und misst die Sekunden bis zur Fibrinbildung. Diese Zeit wird in Prozent der Norm umgerechnet: 100 % entspricht der Gerinnungsleistung eines Normalplasmas, ein niedrigerer Wert einer langsameren Gerinnung.1

Der Test bildet den exogenen Weg (Faktor VII) und die gemeinsame Endstrecke ab, insgesamt die Faktoren I, II, V, VII und X.3 Die zweite große Gerinnungsuntersuchung, die PTT, prüft dagegen den endogenen Weg — beide ergänzen einander und werden meist gemeinsam angefordert.

Warum es den INR überhaupt gibt

Hier werden die zwei Zahlen auf dem Befund verständlich. Verschiedene Labore arbeiten mit verschiedenen Testreagenzien, die unterschiedlich empfindlich reagieren. Zwei Quick-Werte aus zwei Häusern sind deshalb nur bedingt vergleichbar — sie können sich sogar innerhalb desselben Labors verschieben, wenn eine neue Reagenzcharge zum Einsatz kommt.1

Genau dafür führte die WHO 1983 den INR ein. Er setzt die Gerinnungszeit des Patientenplasmas ins Verhältnis zu der eines Normalplasmas und korrigiert das Ergebnis über den ISI (International Sensitivity Index), einen Empfindlichkeitsfaktor des Reagenzes.1 Das Resultat ist eine Zahl, die überall dasselbe bedeutet — die Voraussetzung dafür, dass eine Dosis in Hamburg und eine Kontrolle in München nach denselben Regeln beurteilt werden. Für die Steuerung einer Cumarintherapie zählt deshalb ausschließlich der INR.

Warum werden Quick-Wert und INR bestimmt?

Vier Anlässe decken den größten Teil der Anforderungen ab:13

  • Überwachung einer Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten (Cumarine) — hier ist der INR die zentrale Messgröße;
  • Verdacht auf einen Vitamin-K-Mangel;
  • Beurteilung der Lebersyntheseleistung, im Zusammenhang mit den Leberwerten;
  • Abklärung einer Blutungsneigung oder des Gerinnungspotenzials vor Eingriffen, häufig zusammen mit Fibrinogen, den Thrombozyten und je nach Fragestellung den D-Dimeren.

Muss man nüchtern sein?

Nein. Wichtiger als das Frühstück ist die Blutentnahme selbst: Das Blut kommt in eine Zitrat-Monovette, die exakt bis zur Markierung gefüllt sein muss.23 Ein zu wenig gefülltes Röhrchen enthält im Verhältnis zu viel Zitrat — das Ergebnis fällt dann falsch niedrig (Quick) beziehungsweise falsch hoch (INR) aus. Auch der Abstand zur Tabletteneinnahme zählt; halten Sie sich an die Vorgabe Ihrer Praxis.

Normalwerte: Quick-Wert und INR

Die folgenden Angaben sind Orientierungswerte für Erwachsene ohne Gerinnungshemmer. Wie stark sie sich unterscheiden, zeigt der Vergleich dreier deutscher Labore — maßgeblich ist der Bereich, der neben Ihrem Ergebnis gedruckt steht.

AngabeWerte
Quick-Wert, Universitätsmedizin Rostock70 – 130 % (Erwachsene über 18 Jahre)2
Quick-Wert, Labor 28 Berlin70 – 130 %1
Quick-Wert, Labor Koblenz80 – 127 %3
INR ohne Antikoagulation0,9 – 1,2 (also etwa 1)38
INR-Zielbereich unter Vitamin-K-Antagonistenin der Regel 2,0 – 3,0; je nach Indikation bis 3,5 oder höher41

Ein Zielbereich ist keine Norm. Er hängt allein von der Indikation ab — mechanische Herzklappe, Antiphospholipid-Syndrom oder Vorhofflimmern werden unterschiedlich eingestellt94 — und wird ärztlich festgelegt. Passen Sie Ihre Dosis niemals eigenständig an einen im Internet gelesenen Wert an.

Ergebnisse einordnen

Quick-Wert zu niedrig ohne Gerinnungshemmer

Das ist die Situation, die am häufigsten beunruhigt: ein Quick von 60 %, obwohl gar kein Blutverdünner eingenommen wird. Die Erklärung liegt fast immer in der Herkunft der Faktoren — sie werden in der Leber gebildet, und drei von ihnen brauchen dafür Vitamin K.1 Typische Konstellationen:

  • Lebererkrankungen. Sinkt die Syntheseleistung, fällt der Quick-Wert. In der Frühphase ist oft nur Faktor VII vermindert, weil er die kürzeste Halbwertszeit aller Gerinnungsfaktoren hat — der Quick reagiert also früh.1 Passend dazu werden GPT, GOT, Bilirubin, Gamma-GT und Albumin mitbeurteilt.
  • Vitamin-K-Mangel, etwa bei einseitiger Ernährung, nach längerer Antibiotikatherapie oder bei Neugeborenen.3
  • Malabsorption: Vitamin K ist fettlöslich und wird bei gestörter Fettaufnahme mit den übrigen fettlöslichen Vitaminen — darunter Vitamin D — schlechter aufgenommen.
  • Seltener ein angeborener Faktorenmangel. Quick-Werte zwischen 50 und 70 % können je nach Reagenz auf einen milden Faktor-VII-Mangel hinweisen.2

Gegen ein verbreitetes Missverständnis: Bei fortgeschrittener Leberzirrhose bedeutet ein niedriger Quick beziehungsweise hoher INR nicht automatisch ein hohes Blutungsrisiko. Die kranke Leber bildet auch die gerinnungshemmenden Eiweiße schlechter; es entsteht eine „rebalanzierte" Hämostase, bei der Thrombose- und Blutungsrisiko zugleich erhöht sein können. Von einer „Autoantikoagulation" kann ausdrücklich nicht ausgegangen werden — Quick/INR, PTT und Thrombozytenzahl bilden diese Störung nur unzureichend ab.410

Unter Marcumar: Phenprocoumon ist nicht Warfarin

Das ist die deutsche Besonderheit schlechthin. Im deutschsprachigen Raum wird überwiegend Phenprocoumon verwendet (Handelsnamen u. a. Marcumar und Falithrom), im angelsächsischen Raum Warfarin.4 Der Unterschied ist keine Formsache, sondern eine Frage der Halbwertszeit: etwa 10 Stunden für Acenocoumarol, 2–3 Tage für Warfarin — und etwa 4–6 Tage für Phenprocoumon.4 Ein deutsches Notfallregister maß 5,3 Tage.5

Praktisch heißt das: Der INR reagiert unter Phenprocoumon träge, beim Einstellen wie beim Absetzen. Ein einzelner Ausreißer bildet deshalb oft nicht die aktuelle Dosis ab, sondern die der vergangenen Tage. Dieselbe Trägheit erklärt ein Phänomen desselben Registers: Nach einer Notfall-Antagonisierung kam es bei 27,6 % zu einem INR-Rebound, verbunden mit höheren Blutungsraten.5

Wie oft kontrolliert wird, ist nicht einheitlich geregelt. Die AWMF-Leitlinie nennt in der Einstellungsphase Abstände von 2–3 Tagen und rät, bei stabiler Einstellung 3–4 Wochen nicht zu überschreiten;4 der G-BA beschreibt die gelebte Praxis mit alle 4–6 Wochen.9 Das Intervall gehört also in den ärztlichen Behandlungsplan, nicht in eine allgemeine Tabelle.

DOAK: Der INR ist hier kein Maßstab

Direkte orale Antikoagulanzien — Apixaban, Dabigatran, Edoxaban, Rivaroxaban — greifen an anderer Stelle an als Cumarine. Ihr praktischer Vorteil: Der Gerinnungswert muss nicht regelmäßig kontrolliert werden.6 Viele Betroffene wundern sich trotzdem über einen INR von 1,1 und fürchten, das Medikament wirke nicht.

Wie wenig der INR hier aussagt, hat das Dresdner NOAK-Register an 724 Notaufnahmen quantifiziert: INR und Quick lagen bei über 65 % der Fälle außerhalb des Normbereichs — aber über 30 % hatten normale Werte für INR, Quick und PTT, obwohl die letzte DOAK-Einnahme weniger als 12 Stunden zurücklag. Die Aussagekraft der Standardtests war unzureichend, um klinische Entscheidungen zu tragen.7 Ein normaler INR beweist unter DOAK also nichts — ein erhöhter ebenso wenig; gemessen wird, wenn nötig, mit substanzspezifischen Tests. Regelmäßig überprüft gehören unter DOAK dagegen die Nierenwerte.

Quick-Wert zu hoch

Ein Quick oberhalb des Referenzbereichs — etwa 135 % — ist für sich genommen kein Krankheitszeichen und kein Hinweis auf ein erhöhtes Thromboserisiko: Der Test misst, ob die Gerinnung zu langsam abläuft, nicht ob sie zu schnell ist. Für eine Thromboseneigung sind andere Untersuchungen der Blutgerinnung zuständig.

INR-Selbstmanagement: in Deutschland gut ausgebaut

Betroffene messen ihren INR mit einem Koagulometer selbst: ein Blutstropfen aus der Fingerkuppe auf einen Teststreifen, der Streifen ins Gerät, Ablesen des INR.8 Fachlich gibt es zwei Stufen — Selbstkontrolle (der Wert wird gemessen, die Dosis legt die Praxis fest) und Selbstmanagement, bei dem nach vereinbartem Schema auch die Dosis angepasst wird.11

Was übernommen wird und unter welchen Bedingungen. Das Messgerät ist im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands gelistet, Produktgruppe „Messgeräte für Körperzustände/-funktionen". Vor der Versorgung müssen Betroffene die erfolgreiche Teilnahme an einer standardisierten Schulung zur Blutgerinnungs-Selbstkontrolle nachweisen; hinzu kommen die Zusage einer weiterbehandelnden Praxis (Hausarzt, Kardiologie, Klinikambulanz) und ein Patiententagebuch mit Messwertprotokoll.9 Die Kosten der Schulung übernehmen die Krankenkassen in der Regel, wenn sie ärztlich verordnet wird.8 Seit einem G-BA-Beschluss vom 16. Oktober 2025 kann die Messung zudem als Leistung der häuslichen Krankenpflege durch einen Pflegedienst erbracht werden, wenn jemand die Voraussetzungen ursprünglich erfüllt hat, die Messung aber nicht mehr selbst durchführen kann.9

Wie oft? Für das Selbstmanagement gilt die wöchentliche INR-Kontrolle als Standard; Belege, dass kürzere Intervalle die Einstellungsqualität weiter verbessern, fehlen.9

Was Quick-Wert und INR beeinflusst

An erster Stelle stehen die Gerinnungshemmer selbst. Daneben wirken die Leberfunktion, die Vitamin-K-Zufuhr über die Ernährung, zahlreiche Begleitmedikamente — Cumarine haben ein hohes Interaktionspotenzial4 — sowie die Präanalytik: Füllhöhe der Zitrat-Monovette, Transportzeit, Reagenzcharge. Auch hohe Heparinkonzentrationen und Fibrinspaltprodukte verändern das Ergebnis,1 und ein Lupus-Antikoagulans kann den Quick verfälschen, sodass der INR unzuverlässig wird.2

Und die grünen Blätter? Vitamin-K-reiche Lebensmittel wie Spinat, Kohl oder Brokkoli wirken der Cumarinwirkung entgegen. Der richtige Umgang ist jedoch nicht der Verzicht, sondern eine gleichmäßige Zufuhr ohne Sprünge — ein Punkt fürs ärztliche Gespräch, nicht für Selbstregulation über den Speiseplan.

Aktuelle Entwicklungen in der Forschung

Nach aktuellen, in PubMed indexierten Veröffentlichungen:

  • Warfarin-Studien lassen sich nicht einfach auf Phenprocoumon übertragen. Sämtliche Zulassungsstudien der DOAK verglichen gegen Warfarin. Eine Metaanalyse deutscher Routinedaten mit über 1,8 Millionen antikoagulationsnaiven Patienten fand gegenüber Phenprocoumon unter DOAK eine höhere Sterblichkeit (HR 1,14) und mehr thromboembolische Ereignisse (HR 1,08), zugleich weniger schwere Blutungen (HR 0,80) — und stellt den generellen Vorrang der DOAK dort infrage, wo Phenprocoumon der übliche Vitamin-K-Antagonist ist.12 Eine Auswertung deutscher Abrechnungsdaten bei Vorhofflimmern kam zu einem ähnlichen Bild.13
  • Die lange Halbwertszeit ist messbar — und praktisch bedeutsam. Im deutschen RADOA-Register lag sie bei rund 5,3 Tagen; bei 27,6 % der Notfälle trat ein INR-Rebound auf, der mit mehr Blutungen einherging.5
  • Selbstmessung verringert Thromboembolien, nicht aber Blutungen. Eine Metaanalyse individueller Patientendaten aus 11 Studien mit 6 417 Teilnehmenden zeigte weniger thromboembolische Ereignisse (HR 0,51), jedoch keinen Effekt auf schwere Blutungen oder Sterblichkeit.14 Ein Cochrane-Review mit 28 Studien bestätigte die Senkung der Thromboembolien (RR 0,58); eine niedrigere Gesamtsterblichkeit fand sich nur beim Selbstmanagement (RR 0,55).11
  • Unter DOAK sind Quick und INR unzuverlässig. Das Dresdner NOAK-Register zeigte in Notaufnahmen sowohl falsch normale als auch verlängerte Werte — mit dem Risiko klinischer Fehlinterpretationen.7
  • Bei schwerer Lebererkrankung braucht es eine andere Lesart. Die Standardgerinnungstests bilden die rebalanzierte Hämostase nicht ab.104

Diese Erkenntnisse betreffen Diagnostik und ärztliche Behandlung. Sie rechtfertigen keine Selbstmedikation, und eine gerinnungshemmende Therapie wird niemals eigenständig verändert oder abgesetzt.

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Quick-Wert und INR liest man nie allein: Ihre Bedeutung ergibt sich aus Ihren Medikamenten, Ihrer Leberfunktion, der übrigen Blutgerinnung und dem großen Blutbild.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Quick-Wert und INR? Es ist derselbe Test in zwei Darstellungen. Der Quick in Prozent hängt vom Reagenz des Labors ab und ist zwischen Häusern nur bedingt vergleichbar; der INR rechnet diese Unterschiede über den ISI-Faktor heraus und ist überall gleich zu lesen.1 Für die Steuerung einer Cumarintherapie zählt der INR.

Welcher Quick-Wert ist normal? Ohne Gerinnungshemmer meist 70–130 %; einzelne Labore geben engere Bereiche an, etwa 80–127 %.23 Der INR liegt dann bei 0,9–1,2.3 Verbindlich ist der Referenzbereich auf Ihrem Befund.

Mein Quick-Wert ist zu niedrig — was bedeutet das? Nehmen Sie einen Vitamin-K-Antagonisten ein, ist ein niedriger Quick der gewollte Effekt. Ohne solches Medikament kommen vor allem eine Lebererkrankung, ein Vitamin-K-Mangel, eine Malabsorption und selten ein angeborener Faktorenmangel infrage.13 Die Einordnung erfolgt ärztlich, gemeinsam mit den Leberwerten.

Welcher INR-Wert ist unter Marcumar richtig? In der Regel wird ein Bereich von 2,0–3,0 angestrebt, bei bestimmten Indikationen höher.41 Welcher Zielbereich für Sie gilt, legt allein Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest — er steht in Ihrem Antikoagulationsausweis.

Wie oft muss der INR kontrolliert werden? In der Einstellungsphase alle 2–3 Tage, bei stabiler Einstellung nach AWMF-Leitlinie höchstens alle 3–4 Wochen;4 in der Praxis nennt der G-BA 4–6 Wochen.9 Im Selbstmanagement gilt die wöchentliche Messung als Standard.9 Maßgeblich ist der ärztliche Behandlungsplan.

Wird das INR-Selbstmanagement von der Krankenkasse bezahlt? Die Schulung übernehmen die Krankenkassen in der Regel, wenn sie ärztlich verordnet wird.8 Das Koagulometer ist im Hilfsmittelverzeichnis gelistet; Voraussetzung ist unter anderem der Nachweis einer erfolgreich absolvierten standardisierten Schulung sowie eine ärztliche Weiterbetreuung.9

Ich nehme ein DOAK — warum ist mein INR normal? Weil DOAK nicht über den INR gesteuert werden.6 Ein normaler INR schließt eine wirksame Wirkstoffkonzentration nicht aus: In einem deutschen Register hatten über 30 % der Betroffenen normale Werte trotz Einnahme in den letzten 12 Stunden.7

Muss ich für Quick und INR nüchtern sein? Nein. Wichtiger sind das korrekt gefüllte Zitratröhrchen und der zeitliche Abstand zur Tabletteneinnahme.23

Auf einen Blick

Quick-Wert, Thromboplastinzeit und INR sind ein und dieselbe Messung — die eine in Prozent, die andere als standardisierte Verhältniszahl, die Reagenzunterschiede zwischen Laboren herausrechnet. Ohne Gerinnungshemmer liegt der Quick meist bei 70–130 % und der INR bei etwa 1; unter Vitamin-K-Antagonisten ist ein niedriger Quick der gewollte Effekt, und der Zielbereich wird ärztlich festgelegt. In Deutschland ist dieser Antagonist meist Phenprocoumon mit rund fünf Tagen Halbwertszeit — der INR reagiert entsprechend träge. DOAK werden über den INR nicht gesteuert. Ein niedriger Quick ohne Medikament weist vor allem auf die Leber oder einen Vitamin-K-Mangel hin. Kein Wert steht für sich allein — es zählen Ihre gesamte Blutgerinnung, Ihre Medikamente und Ihre Vorgeschichte, was AI DiagMe an der Seite Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes einzuordnen hilft.

Quellen

Deutsche institutionelle Quellen und wissenschaftliche Publikationen (PubMed), die diesem Ratgeber zugrunde liegen:

Footnotes

  1. Labor 28 Berlin — LaborInfo 42.2, Quick-Test (Thromboplastinzeit/TPZ) und INR-Wert, verifiziert 12/2022. labor28.de 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

  2. Universitätsmedizin Rostock, Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin — Laborkatalog, Thromboplastinzeit; Quick (Prothrombinzeit). ilab.med.uni-rostock.de 2 3 4 5 6 7

  3. MVZ Labor Koblenz — Leistungsverzeichnis, Thromboplastinzeit (Quick, Prothrombinzeit). labor-koblenz.de 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

  4. AWMF — S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der Lungenembolie, AWMF-Register-Nr. 065-002, Stand 2023. register.awmf.org 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

  5. Lindhoff-Last E, Birschmann I, Bidenharn AJ, et al. Pharmacokinetics of Phenprocoumon in Emergency Situations — Results of the Prospective Observational RADOA-Registry. Pharmaceuticals (Basel), 2022; 15(11): 1437. PubMed · DOI 2 3 4

  6. IQWiG — Gesundheitsinformation.de, Was sind Gerinnungshemmer?. gesundheitsinformation.de 2 3

  7. Wunder L, Tittl L, Marten S, Beyer-Westendorf J. DTI/DXI interferences with global coagulation tests in emergency hospital admissions — Results of the prospective Dresden NOAC Registry. Thrombosis Research, 2019; 182: 101–9. PubMed · DOI 2 3 4

  8. IQWiG — Gesundheitsinformation.de, Wie lassen sich Vitamin-K-Antagonisten selbst kontrollieren und anpassen?. gesundheitsinformation.de 2 3 4

  9. Gemeinsamer Bundesausschuss — Tragende Gründe zum Beschluss über eine Änderung der Häusliche Krankenpflege-Richtlinie: Leistungsnummer 32 „(POCT-)INR-Messung zur Anpassung der Vitamin-K-Antagonisten-Therapie", 16. Oktober 2025. g-ba.de 2 3 4 5 6 7 8

  10. Lisman T. How to assess hemostasis in patients with severe liver disease. Hematology (American Society of Hematology Education Program), 2023; 2023(1): 267–73. PubMed · DOI 2

  11. Heneghan CJ, Garcia-Alamino JM, Spencer EA, et al. Self-monitoring and self-management of oral anticoagulation. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2016; 7: CD003839. PubMed · DOI 2

  12. Engelbertz C, Reinecke H, Köppe J. Direct Oral Anticoagulants Versus Phenprocoumon: Mortality, Thromboembolism and Major Hemorrhage. A Systematic Review and Meta-Analysis of Routine Data Studies. Deutsches Ärzteblatt International, 2026; 123(14): 377–84. PubMed · DOI

  13. Warkentin L, Hueber S, Deiters B, Klohn F, Kühlein T. Vitamin-K-antagonist phenprocoumon versus low-dose direct oral anticoagulants (DOACs) in patients with atrial fibrillation: a real-world analysis of German claims data. Thrombosis Journal, 2022; 20: 31. PubMed · DOI

  14. Heneghan C, Ward A, Perera R, et al. Self-monitoring of oral anticoagulation: systematic review and meta-analysis of individual patient data. The Lancet, 2012; 379(9813): 322–34. PubMed · DOI

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