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Blutbild: Kosten und Zahlen

Was kostet eine Blutuntersuchung in Deutschland — und wer bezahlt sie? Hier stehen die amtlichen Beträge Wert für Wert: was die gesetzliche Krankenkasse nach dem EBM zahlt, was Privatversicherten und Selbstzahlern nach der GOÄ berechnet wird, was der Check-up 35 wirklich abdeckt und wo die IGeL beginnen. Alle Beträge stammen aus deutschen Primärquellen mit Stand- und Jahresangabe.

Aktualisiert am 17. August 2026Herausgegeben von Smart Medical Care SAS
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zahlen gesetzlich Versicherte für eine ärztlich veranlasste Blutuntersuchung: Für vertragsärztliche Leistungen darf keine Zuzahlung verlangt werden
Quelle 3
1,07
zahlt die gesetzliche Krankenkasse für ein großes Blutbild, den vollständigen Blutstatus (EBM 32122, Stand 3/2026)
Quelle 1
0,25
kostet die Kasse eine einzelne Basisbestimmung wie Glukose, Cholesterin, Kreatinin oder GPT (EBM 32057, 32060, 32066, 32070)
Quelle 1
4,67
beträgt der einfache Gebührensatz der GOÄ für dasselbe große Blutbild bei Privatversicherten und Selbstzahlern (Nrn. 3550 + 3551)
Quelle 2
27,98–32,18
kostet die Vitamin-D-Bestimmung als Selbstzahlerleistung — die Kasse zahlt für dieselbe Messung 14,00 € (EBM 32413)
Quelle 5
alle 3 Jahre
besteht ab dem 35. Geburtstag Anspruch auf den Check-up; aus dem Blut sieht die Richtlinie nur Lipidprofil und Nüchternplasmaglucose vor
Quelle 4
72,6 Mio.
Behandlungsfälle rechneten Laborärztinnen und Laborärzte 2025 ab — bei rund 580 Millionen vertragsärztlichen Behandlungsfällen insgesamt
Quelle 7
2,4 Mrd. €
geben gesetzlich Versicherte pro Jahr für IGeL aus; 585 Millionen davon für Leistungen, die der IGeL-Monitor als „unklar“ oder „(tendenziell) negativ“ bewertet
Quelle 6
10,3 %
der Erwachsenen berichteten 2024 einen ärztlich diagnostizierten Diabetes (Männer 11,6 %, Frauen 9,0 %)
Quelle 8
95 %
der Gesunden liegen im Referenzbereich: rechnerisch fällt etwa 1 Wert von 20 heraus, ohne dass eine Krankheit vorliegt
Quelle 10

Wie oft Blut untersucht wird — und was Sie dafür zahlen

Die Labormedizin ist der Massenbetrieb des deutschen Gesundheitswesens. Nach dem Zi-Trendreport zur vertragsärztlichen Versorgung rechneten Laborärztinnen und Laborärzte im Jahr 2025 rund 72,6 Millionen Behandlungsfälle ab — bei etwa 580 Millionen vertragsärztlichen Behandlungsfällen insgesamt.7 Jeder dieser Fälle steht für mindestens eine Blutprobe, meist für mehrere Werte daraus.

Die praktisch wichtigste Antwort vorweg: Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Untersuchung veranlasst, kostet sie Sie als gesetzlich versicherte Person nichts. Leistungen der Krankenbehandlung werden als Sachleistung erbracht (§ 2 Absatz 2 SGB V),11 und der Bundesmantelvertrag – Ärzte hält in § 18 Absatz 10 ausdrücklich fest, dass der Vertragsarzt für vertragsärztliche Leistungen keine Zuzahlungen von Versicherten fordern darf.3 Die Zuzahlungen nach § 61 SGB V betreffen Arznei-, Heil- und Hilfsmittel sowie stationäre Aufenthalte — nicht Laborwerte.11

Geld fließt trotzdem, nur eben nicht aus Ihrer Tasche. Wie viel, steht in zwei Gebührenwerken: im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) für die gesetzliche Krankenversicherung und in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) für Privatversicherte und Selbstzahler. Beide sind öffentlich, und beide sind erstaunlich konkret.

Die häufigsten Untersuchungen — und was sie kosten

Die folgende Tabelle stellt beide Systeme nebeneinander. Links steht die Gebührenordnungsposition des EBM (Stand 3/2026) mit dem Betrag, den die gesetzliche Krankenkasse dafür zahlt.1 Rechts steht die Nummer aus Abschnitt M der GOÄ mit dem einfachen Gebührensatz: Er ergibt sich aus der Punktzahl des Gebührenverzeichnisses multipliziert mit dem gesetzlichen Punktwert von 5,82873 Cent (§ 5 Absatz 1 GOÄ).2

#UntersuchungGesetzlich versichert (EBM)Privat oder Selbstzahler (GOÄ, einfacher Satz)
1Großes Blutbild (vollständiger Blutstatus)32122 · 1,07 €3550 + 3551 · 3,50 € + 1,17 €
2Kleines Blutbild (mindestens zwei Parameter)32120 · 0,50 €3550 · 3,50 €
3Blutzucker (Glukose)32057 · 0,25 €3560 · 2,33 €
4Gesamtcholesterin32060 · 0,25 €3562 · 2,33 €
5HDL-Cholesterin32061 · 0,25 €3563 · 2,33 €
6LDL-Cholesterin32062 · 0,25 €3564 · 2,33 €
7Triglyceride32063 · 0,25 €3565 · 2,33 €
8Kreatinin32066 · 0,25 €3585 · 2,33 €
9GPT (ALAT)32070 · 0,25 €3595 · 2,33 €
10Gamma-GT32071 · 0,25 €3592 · 2,33 €
11CRP (C-reaktives Protein)32128 · 1,12 €3741 · 11,66 €
12TSH32101 · 2,39 €4030 · 14,57 €
13HbA1c32094 · 2,67 €3561 · 11,66 €
14Ferritin32325 · 3,50 €3742 · 14,57 €
15Vitamin B1232373 · 4,20 €4140 · 14,57 €
16PSA32351 · 4,42 €3908 · 17,49 €
17Vitamin D (25-OH-Cholecalciferol)32413 · 14,00 €4138 · 27,98 €

Drei Dinge fallen auf. Erstens ist die einfache Klinische Chemie für die Kasse fast umsonst: Glukose, Cholesterin, Kreatinin und die Leberwerte stehen jeweils bei 0,25 €. Zweitens kosten die aufwendigeren Immunoassays ein Vielfaches — Vitamin D allein 14,00 €, mehr als das Dreizehnfache eines vollständigen großen Blutbilds. Drittens liegt die GOÄ bei den Basiswerten deutlich höher als der EBM, bei den Immunoassays dagegen nur noch etwa doppelt so hoch.

Zur GOÄ-Spalte zwei Hinweise, die auf Ihrer Rechnung den Unterschied machen. Für die Leistungen des Abschnitts M darf zwischen dem 1,0-fachen und dem 1,3-fachen Gebührensatz abgerechnet werden; in der Regel wird das 1,15-fache angesetzt (§ 5 Absatz 4 GOÄ).2 Aus 27,98 € für die Vitamin-D-Bestimmung werden so 32,18 €.5 Und die Laborwerte allein stehen nie auf der Rechnung: Hinzu kommen die Blutentnahme aus der Vene (Nr. 250, 40 Punkte, 2,33 € im einfachen Satz) und die Beratung (Nr. 1, 80 Punkte, 4,66 €).2

Was ein Bluttest aufdeckt — und was der Check-up wirklich enthält

Viele Menschen erwarten vom Check-up 35 ein umfassendes Laborpaket. Die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses sieht aus dem Blut jedoch nur zwei Blöcke vor: das Lipidprofil (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyceride) und die Nüchternplasmaglucose, dazu einen Harnstreifentest.4

Der Anspruch besteht ab dem vollendeten 35. Lebensjahr alle drei Jahre, zwischen 18 und 35 einmalig — in dieser Altersgruppe die Blutuntersuchung nur bei entsprechendem Risikoprofil, etwa positiver Familienanamnese, Adipositas oder Bluthochdruck. Versicherte ab 35 haben außerdem einmalig Anspruch auf ein Screening auf Hepatitis B (HBs-Ag) und Hepatitis C (HCV-Antikörper).4 Nicht im Check-up enthalten sind das Blutbild, die Leberwerte, die Nierenwerte, der TSH-Wert, Ferritin und Vitamin D — genau die Werte, die häufig als Zusatzleistung angeboten werden. Bei Beschwerden, Verdacht oder einer bestehenden Erkrankung übernimmt die Kasse sie dagegen sehr wohl; sie sind dann Teil der Krankenbehandlung, nicht der Früherkennung.

Dass so viel Blut untersucht wird, hat einen realen Hintergrund. Nach der Jahreserhebung des Panels Gesundheit in Deutschland berichteten 2024 insgesamt 10,3 % der Erwachsenen einen ärztlich diagnostizierten Diabetes mellitus — Männer 11,6 %, Frauen 9,0 %. Die Häufigkeit steigt von 3,1 % bei den 18- bis 44-Jährigen auf 20,9 % bei den 65- bis 79-Jährigen und 22,5 % ab 80 Jahren; seit 2003 hat sie sich von 5,8 % auf 10,3 % nahezu verdoppelt.8 Auch die Zahl der Gesundheitsuntersuchungen wächst: 2025 wurden 10,2 Millionen Behandlungsfälle mit einer Gesundheitsuntersuchung abgerechnet, nach 9,1 Millionen im Jahr 2023.7

Kosten und Kostenübernahme: Kasse, privat, Selbstzahler

Gesetzlich versichert. Die Untersuchung ist Sachleistung, Sie zahlen nichts dazu. Der Gegenwert ist die Bindung an das Wirtschaftlichkeitsgebot: Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen (§ 12 SGB V).11 Deshalb steht auf einem Kassenrezept nicht alles, was messbar ist, sondern das, was die Fragestellung beantwortet.

Privat versichert. Rund 8,79 Millionen Menschen waren Ende 2025 privat vollversichert.9 Sie erhalten eine Rechnung nach der GOÄ mit Gebührennummer, Punktzahl und Steigerungssatz, zahlen sie zunächst selbst und reichen sie bei ihrem Versicherer ein. Die Spalte rechts in der Tabelle oben ist damit auch eine Prüfhilfe: Weicht ein Betrag stark ab, lohnt der Blick auf den angesetzten Steigerungsfaktor.

Selbstzahler und IGeL. Wünschen Sie eine Blutuntersuchung ohne medizinischen Anlass, ist sie eine Individuelle Gesundheitsleistung. Der BMV-Ä verlangt dafür vorher die schriftliche Zustimmung und den ausdrücklichen Hinweis auf die Kostenübernahmepflicht (§ 18 Absatz 8 Satz 3 Nummer 3); derselbe Paragraph stellt klar, dass Ärztinnen und Ärzte gegen ihre vertragsärztlichen Pflichten verstoßen, wenn sie Versicherte zu privatärztlicher Versorgung anstelle der ihnen zustehenden Kassenleistungen bewegen.3

Der Markt ist groß. Nach dem IGeL-Report 2024 — einer forsa-Befragung von 2.013 gesetzlich Versicherten zwischen dem 17. Juli und dem 12. August 2024 — geben gesetzlich Versicherte jährlich mindestens 2,4 Milliarden Euro für IGeL aus, davon 585 Millionen Euro für Leistungen, die der IGeL-Monitor mit „unklar“ oder „(tendenziell) negativ“ bewertet hat. Bei Männern ist die am häufigsten genutzte IGeL eine Blutuntersuchung: die Bestimmung des PSA-Werts zur Früherkennung von Prostatakrebs.6

Das IGeL-Verzeichnis A–Z umfasst derzeit 71 Einträge, darunter sieben Blutuntersuchungen. Wir haben jede einzelne Bewertung geöffnet; keine davon fällt positiv aus:5

SelbstzahlerleistungBewertung des IGeL-MonitorsPreis laut Steckbrief
Vitamin-D-Mangel: Früherkennungunklar27,98 bis 32,18 € Laborkosten
Vitamin-B12-Mangel: Früherkennung und Vitamingabeunklarje Verfahren 17 bis 76 €
HbA1c zur Früherkennung eines Typ-2-Diabetesunklar12 bis 15 €
Schilddrüsenwerte zur Früherkennung von Funktionsstörungentendenziell negativ16,90 bis 26,22 € im einfachen Satz
PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebstendenziell negativ25 bis 35 € inklusive Beratung
Protein C zur Einschätzung des Thromboserisikos (archivierte Bewertung von 2012)tendenziell negativ26 bis 30 €
Immunglobulin G zur Diagnose einer Nahrungsmittelallergie (archivierte Bewertung von 2012)negativ8 bis 10 €

„Unklar“ heißt beim IGeL-Monitor, dass aussagekräftige Studien zu Nutzen und Schaden fehlen oder sich beide die Waage halten; „tendenziell negativ“, dass der Schaden den Nutzen überwiegt; „negativ“, dass es keine Hinweise auf einen Nutzen, aber Belege für einen Schaden gibt.6 Zwei der sieben Bewertungen — Protein C und Immunglobulin G — stammen aus dem Jahr 2012 und sind archiviert: Der IGeL-Monitor prüft sie nicht mehr auf Aktualisierungsbedarf. Das ist bei der Einordnung zu berücksichtigen.

Nüchtern gerechnet lohnt der Vergleich beider Spalten. Die Vitamin-D-Bestimmung kostet als IGeL 27,98 bis 32,18 € an reinen Laborkosten, zuzüglich Beratung und Blutentnahme5 — während die Kasse für dieselbe Messung 14,00 € zahlt, wenn eine medizinische Begründung vorliegt.1 Der Preisunterschied entsteht nicht durch eine bessere Analyse, sondern durch das Gebührenwerk.

Befunde richtig lesen: der Reflex „Referenzbereich“

Ein Referenzbereich ist so gebildet, dass er etwa 95 % der Gesunden umfasst. Rechnerisch fällt damit ungefähr ein Wert von zwanzig heraus, ohne dass eine Krankheit vorliegt.10 Das ist kein Makel des Labors, sondern die Definition — und es ist der Hauptgrund, warum ein breit angelegtes Selbstzahlerpaket häufiger beunruhigt als es klärt: Je mehr Werte gleichzeitig bestimmt werden, desto wahrscheinlicher ist mindestens ein auffälliges Ergebnis ohne Krankheitswert.

Ein einzelner, leicht verschobener Wert ist deshalb selten ein Grund zur Sorge. Es zählen der Verlauf, der Zusammenhang mit Ihren Beschwerden und die Gesamtschau — etwa wenn CRP, Blutbild und Eisenwerte zusammen auf eine Anämie hindeuten. Unsere Tabelle der Normalwerte und der Einheiten-Umrechner helfen Ihnen, jeden einzelnen Befund einzuordnen — die Beurteilung bleibt bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Häufige Fragen

Was kostet ein Blutbild in Deutschland?

Das hängt davon ab, wer zahlt. Für die gesetzliche Krankenkasse ist ein großes Blutbild — der vollständige Blutstatus — im Einheitlichen Bewertungsmaßstab mit 1,07 € bewertet (EBM 32122, Stand 3/2026), ein kleines Blutbild mit 0,50 € (EBM 32120). Als Privatversicherte oder Selbstzahlerin zahlen Sie nach der Gebührenordnung für Ärzte: Nr. 3550 (60 Punkte) und Nr. 3551 (20 Punkte) ergeben im einfachen Gebührensatz 3,50 € plus 1,17 €, also 4,67 €. Hinzu kommen die Blutentnahme (Nr. 250, 2,33 € im einfachen Satz) und die Beratung (Nr. 1, 4,66 €). Für Abschnitt M der GOÄ ist zudem der 1,0- bis 1,3-fache Satz zulässig, in der Regel wird das 1,15-fache berechnet.

Zahlt die Krankenkasse die Blutuntersuchung?

Ja. Hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Untersuchung zur Abklärung, Behandlung oder Verlaufskontrolle veranlasst, ist sie Teil der Krankenbehandlung und wird als Sachleistung erbracht (§ 2 Absatz 2 SGB V). Sie zahlen dafür nichts dazu: Der Bundesmantelvertrag – Ärzte stellt in § 18 Absatz 10 ausdrücklich fest, dass für vertragsärztliche Leistungen von Versicherten keine Zuzahlungen gefordert werden dürfen. Zuzahlungen nach § 61 SGB V gibt es bei Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln sowie bei stationären Aufenthalten — nicht bei Laborwerten.

Was kostet ein Blutbild ohne Überweisung, also als Selbstzahler?

Ohne medizinischen Anlass ist die Untersuchung keine Kassenleistung, sondern eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Sie wird dann nach der GOÄ abgerechnet, und Sie bezahlen sie selbst. Die Ärztin oder der Arzt muss vorher Ihre schriftliche Zustimmung einholen und Sie darauf hinweisen, dass Sie die Kosten tragen (§ 18 Absatz 8 Satz 3 Nummer 3 BMV-Ä). Verlangen Sie vor der Blutentnahme einen schriftlichen Kostenvoranschlag mit den GOÄ-Nummern — dann wissen Sie vorher, was auf der Rechnung stehen wird.

Warum ist derselbe Laborwert privat teurer als für die Kasse?

Weil zwei verschiedene Gebührenwerke gelten. Der EBM bewertet Laborleistungen direkt in Euro und ist auf die Massenanalytik ausgelegt; die GOÄ rechnet mit Punkten, die mit einem gesetzlich festgelegten Punktwert von 5,82873 Cent multipliziert werden (§ 5 Absatz 1 GOÄ) — ihr Gebührenverzeichnis geht in der geltenden Fassung auf das Jahr 1996 zurück. Bei einfachen photometrischen Bestimmungen ist der Unterschied groß: Glukose kostet die Kasse 0,25 €, nach GOÄ 2,33 € im einfachen Satz. Bei aufwendigen Immunoassays nähern sich die Beträge an: Vitamin D liegt bei 14,00 € (EBM) gegenüber 27,98 € (GOÄ, einfacher Satz).

Welche Blutwerte gehören zum Check-up 35?

Weniger, als viele erwarten. Die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses sieht aus dem Blut genau zwei Blöcke vor: das Lipidprofil (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyceride) und die Nüchternplasmaglucose. Dazu kommt ein Harnstreifentest. Der Anspruch besteht ab dem vollendeten 35. Lebensjahr alle drei Jahre, zwischen 18 und 35 einmalig — in dieser Altersgruppe die Blutuntersuchung nur bei entsprechendem Risikoprofil. Zusätzlich haben Versicherte ab 35 einmalig Anspruch auf ein Screening auf Hepatitis B und Hepatitis C. Blutbild, Leberwerte, Nierenwerte, TSH, Ferritin und Vitamin D gehören ausdrücklich nicht dazu.

Lohnt sich eine Vitamin-D-, TSH- oder PSA-Bestimmung als Selbstzahlerleistung?

Der IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes Bund hat sieben Blutuntersuchungen aus dem Selbstzahlerbereich bewertet. Keine davon erhielt ein positives Urteil: Vitamin D, Vitamin B12 und HbA1c zur Früherkennung sind mit „unklar“ bewertet, die Schilddrüsenwerte zur Früherkennung, der PSA-Test und die Protein-C-Bestimmung mit „tendenziell negativ“, die Immunglobulin-G-Bestimmung bei vermuteter Nahrungsmittelallergie mit „negativ“. Das heißt nicht, dass diese Werte nutzlos sind — bei konkretem Verdacht oder bestehender Erkrankung zahlt die Kasse sie. Es heißt: als Reihenuntersuchung bei Beschwerdefreien ist ihr Nutzen nicht belegt.

Ist ein Wert außerhalb des Referenzbereichs immer bedenklich?

Nein. Ein Referenzbereich ist so gebildet, dass er etwa 95 % der Gesunden umfasst. Rechnerisch fällt damit ungefähr ein Wert von zwanzig heraus, ohne dass eine Krankheit vorliegt — und wer viele Werte auf einmal bestimmen lässt, erhöht genau diese Wahrscheinlichkeit. Ein einzelner, leicht verschobener Wert ist deshalb selten ein Grund zur Sorge. Es zählen der Verlauf, der Zusammenhang mit Ihren Beschwerden und die Gesamtschau aller Werte — beurteilt von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Hinweis. Diese Zahlen dienen der Information und Aufklärung und stammen aus offiziellen Quellen mit dem angegebenen Stand. Sie sind keine medizinische Beratung: Die Beurteilung Ihrer Befunde liegt bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Quellen

  1. 1

    Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM), Stand 3. Quartal 2026 — Kapitel 32 Laboratoriumsmedizin · kbv.de (PDF)

  2. 2

    Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für JustizGebührenordnung für Ärzte (GOÄ) — § 5 Bemessung der Gebühren und Gebührenverzeichnis Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) · gesetze-im-internet.de

  3. 3

    KBV und GKV-SpitzenverbandBundesmantelvertrag – Ärzte (BMV-Ä) vom 1. April 2026 — § 18 Zuzahlungspflichten der Versicherten und Vergütungsanspruch gegen Versicherte · kbv.de (PDF)

  4. 4

    Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie (GU-RL), Fassung vom 19. Dezember 2019, zuletzt geändert am 20. November 2020, in Kraft getreten am 12. Februar 2021 · g-ba.de (PDF)

  5. 5

    IGeL-Monitor, Medizinischer Dienst BundIGeL A–Z: wissenschaftliche Bewertungen der als Selbstzahlerleistung angebotenen Blutuntersuchungen · igel-monitor.de

  6. 6

    IGeL-Monitor, Medizinischer Dienst BundIGeL-Report 2024 — IGeL-Gesamtumsatz Deutschland, Versichertenbefragung (forsa, 17. Juli bis 12. August 2024, n = 2.013), vorgestellt am 3. Dezember 2024 · igel-monitor.de (PDF)

  7. 7

    Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi)Zi-Trendreport zur vertragsärztlichen Versorgung, 1. Quartal 2021 bis 4. Quartal 2025, Berlin, 14. Juli 2026 (Tabellen 3, 6 und 9) · zi.de (PDF)

  8. 8

    Robert Koch-InstitutErgebnisse der Jahreserhebung des Panels Gesundheit in Deutschland (RKI-Panel 2024): Diabetes mellitus — Prävalenz ab 18 Jahre, Stand 5. Dezember 2025 · rki.de

  9. 9

    Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV)Private Krankenversicherung auch 2025 mit stabilem Wachstum, Pressemitteilung vom 4. Februar 2026 · pkv.de

  10. 10

    Timbrell NEThe Role and Limitations of the Reference Interval Within Clinical Chemistry and Its Reliability for Disease Detection. Br J Biomed Sci, 2024 · PubMed

  11. 11

    Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für JustizSozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch — § 2 Leistungen (Sach- und Dienstleistungen), § 12 Wirtschaftlichkeitsgebot und § 61 Zuzahlungen · gesetze-im-internet.de