Ferritin zu niedrig: Ursachen, Grenzwerte, was tun
Ferritin zu niedrig heißt Eisenmangel – meist lange vor der Blutarmut. Grenzwerte 15 und 30 µg/l, Ursachen nach Häufigkeit, und wann der Darm untersucht wird.
Auf Ihrem Befund steht ein Ferritin unterhalb der unteren Laborgrenze – und das Hämoglobin ist vielleicht völlig normal. Das ist die häufigste und am meisten missverstandene Konstellation: Ein niedriges Ferritin bedeutet nicht, dass Sie blutarm sind, sondern dass Ihr Eisenspeicher leer oder fast leer ist – und es ist der spezifischste Hinweis auf einen Eisenmangel, den die Labormedizin kennt. Diese Seite erklärt, warum die Grenzwerte zwischen 15 und 30 µg/l schwanken, welche Ursachen nach echter Häufigkeit infrage kommen, wer eine Magen- und Darmspiegelung braucht – und was in Deutschland für die Eiseninfusion gilt. Was Ferritin ist, steht in der Hauptseite Ferritin-Wert; liegt Ihr Wert über der Norm, lesen Sie Ferritin zu hoch.
Zuerst: Ist der Wert wirklich zu niedrig?
Ein Ferritin von 4 µg/l und eines von 27 µg/l erzählen zwei verschiedene Geschichten, auch wenn beide „unter der Norm" markiert sind.
Vergleichen Sie sich mit der Grenze auf IHREM Befund. Die Referenzbereiche hängen vom Messverfahren ab: Die Onkopedia-Leitlinie der DGHO hält fest, dass der untere Grenzwert „laborabhängig bei Frauen zwischen 12 – 20 µg/L und bei Männern um 30 µg/l variiert".1 Zwei Messungen aus zwei Laboren sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
Zur Einheit: Ferritin wird in Deutschland in Mikrogramm pro Liter (µg/l) angegeben – zahlenwertgleich mit ng/ml, also ohne Umrechnung. Hämoglobin steht auf deutschen Befunden in g/dl.
Technisch ist Ferritin robust: Sie müssen nicht nüchtern sein, es schwankt im Tagesverlauf kaum und leidet nicht unter Stauschlauch oder Transportzeit. Zwei Dinge verfälschen die Ablesung trotzdem – eine laufende oder gerade beendete Eisentherapie und eine Entzündung.
Der Grenzwert ist umstritten – und das ist ehrlicher als eine einzelne Zahl
| Grenzwert | Bedeutung | Herkunft |
|---|---|---|
| < 15 µg/l | Eisenmangel bei Erwachsenen ohne Entzündung bewiesen | WHO, zitiert in der Onkopedia-Leitlinie1 |
| 15 – 30 µg/l | Speicher praktisch leer, Mangel sehr wahrscheinlich | klinische Praxis |
| < 30 µg/l | zunehmend verwendete Untergrenze, geschlechtsunabhängig | Onkopedia; Cochrane: Spezifität 98 %, Sensitivität 79 %12 |
| < 70 µg/l | angehobene Grenze bei Entzündung oder Infekt | WHO3 |
Die Cochrane-Übersicht prüfte den Grenzwert von 30 µg/l bei Erwachsenen in medizinischer Behandlung: Spezifität 98 % – ein Ferritin unter 30 irrt sich selten – bei einer Sensitivität von 79 %, ein Wert über 30 schließt einen Mangel also nicht aus. Die Certainty ist ausdrücklich niedrig, und die in den Einzelstudien vorgeschlagenen Schwellen reichen von 12 bis 200 µg/l – der beste Beleg gegen einen einheitlichen Konsens.2 Onkopedia formuliert entsprechend zurückhaltend: Ein Serumferritin unter 15 µg/L sei „als beweisend für einen Eisenmangel zu betrachten", zugleich gebe es „einen zunehmenden Consensus dafür, bei den Erwachsenen geschlechtsunabhängig den Ferritinwert <30 µg/l als untere Grenze zu verwenden".1 Wie folgenreich die Wahl ist, zeigt eine Auswertung von 255 351 Hausarztpatienten: Je nach Grenzwert (15, 30 oder 45 ng/ml) fanden sich 10,9, 29,9 oder 48,3 neue Diagnosen pro 1 000 Patientenjahre.4
⚠️ Die umgekehrte Falle: Ein „normales" Ferritin schließt nichts aus
Ferritin ist auch ein Akute-Phase-Protein. Entzündungen, Infekte, Leber- und Tumorerkrankungen heben den Wert an – unabhängig vom tatsächlichen Speicher. Onkopedia warnt, dass dadurch „ein bestehender Eisenmangel maskiert werden kann", und rät, sich vorher „(BKS, CRP, klinisch)" zu vergewissern, dass keine wesentliche Entzündung vorliegt.1 Auch die AWMF-S1-Leitlinie Eisenmangelanämie nennt Ferritin dann „kein zuverlässiger Parameter".5
Ist das CRP erhöht und das Ferritin „normal", entscheiden andere Werte: die Transferrinsättigung – unter 20 % spricht für eine eisendefizitäre Erythropoese, physiologisch sind 16–45 % – und der lösliche Transferrinrezeptor (sTfR) bzw. der daraus berechnete Ferritin-Index, der bei Entzündung mit angepasstem Grenzwert gelesen wird.16 Kurz: niedriges Ferritin plus normales CRP ist eindeutig; erhöhtes CRP macht jeden Ferritinwert erklärungsbedürftig – in beide Richtungen. Mehr unter Entzündungswerte.
Normales Hämoglobin heißt nicht „alles in Ordnung"
Das ist der häufigste Denkfehler zu diesem Wert. Der Eisenmangel läuft in fester Reihenfolge ab; die Leitlinien kennen drei Stadien: Stadium I – nur der Speicher ist leer, Ferritin vermindert, Hämoglobin, MCV und MCH normal; Stadium II – die Blutbildung bekommt zu wenig Eisen; Stadium III – die Eisenmangelanämie, das Hämoglobin fällt unter 12 g/dl (Frauen) bzw. 13 g/dl (Männer).15 Ein niedriges Ferritin bei normalem Blutbild ist also kein Fehlalarm, sondern das früheste Stadium. Wie lange der Weg von Stadium I bis III dauert, sagt keine Leitlinie – das hängt von Verlust und Zufuhr ab.
Macht dieses frühe Stadium Beschwerden? Die Beweislage ist je nach Symptom sehr unterschiedlich, und genau das wird selten geschrieben:
- Müdigkeit – gut belegt, aber nicht grenzenlos. Eine Meta-Analyse von sechs randomisierten Studien fand einen signifikanten Effekt einer Eisengabe auf die Erschöpfung bei Eisenmangel ohne Anämie. In sechs Querschnittsstudien war derselbe Zusammenhang in der Allgemeinbevölkerung dagegen nicht signifikant: Eisen hilft den wirklich Betroffenen, es erklärt nicht jede Müdigkeit.7 Siehe ständige Müdigkeit.
- Restless-Legs-Syndrom – mittlere Evidenz. Ein Cochrane-Review von zehn Studien kommt zu dem Schluss, dass Eisen die Beschwerden gegenüber Placebo wahrscheinlich bessert (moderate Certainty).8
- Kurzatmigkeit – plausibel, ohne Anämie schwach belegt. Das IQWiG nennt „Kurzatmigkeit" unter den möglichen Beschwerden.9 Eine deutliche Belastungsdyspnoe folgt aber dem Hämoglobin; ohne Anämie ist der Zusammenhang nicht sauber gezeigt.10
- ⚠️ Haarausfall – nicht belegt. Hier geht fast jede Seite zu weit. Publikumsinformationen wie die des IQWiG führen „Haarausfall" auf,9 die hämatologische Onkopedia-Leitlinie dagegen nur „die vermehrte Brüchigkeit der Fingernägel und Haare".1 Die dermatologische Übersichtsarbeit zu Vitaminen und Mineralstoffen beim Haarausfall bewertet die Datenlage als widersprüchlich und unzureichend und fordert große kontrollierte Studien, bevor man Eisen ein Nachwachsen der Haare zuschreibt.11 Ein niedriges Ferritin erklärt Ihren Haarausfall also nicht automatisch, und eine Eisentablette bringt ihn nicht zuverlässig zurück.
Die Ursachen – von der häufigsten zur seltensten
Der Körper verliert Eisen nur über Blutungen und abgeschilferte Zellen und gewinnt es nur über den Darm. Jedes niedrige Ferritin hat deshalb eine von drei Ursachen: Verlust, zu wenig Aufnahme, erhöhter Bedarf.51
- Starke Regelblutungen – vor den Wechseljahren mit Abstand die Nummer eins. Onkopedia rechnet vor: Eine normale Regelblutung kostet etwa 50 ml Blut und damit 25 mg Eisen pro Monat; ab 60 ml steigt das Risiko deutlich, und etwa 15 % aller Frauen haben eine Hypermenorrhoe mit über 80 ml. Die Leitlinie merkt an, dass starke Blutungen „von den Frauen häufig als normal eingestuft werden", vor allem wenn sie seit der Menarche unverändert sind.1
- Schwangerschaft und Stillzeit – der Bedarf steigt ab dem zweiten Trimenon deutlich; Onkopedia empfiehlt spätestens unter 30 µg/l eine Substitution.1
- Zu geringe Zufuhr – fleischarme, vegetarische oder vegane Ernährung, Diäten, Wachstumsphasen. Die DGE empfiehlt 11 mg Eisen pro Tag für Männer, 16 mg für menstruierende Frauen, 14 mg nach den Wechseljahren, 27 mg in der Schwangerschaft.12
- Resorptionsstörung – vor allem die Zöliakie. Eisen wird im Zwölffingerdarm aufgenommen; jede Schädigung dort blockiert die Aufnahme. Die S2k-Leitlinie Zöliakie der DGVS nennt die Eisenmangelanämie „die häufigste extraintestinale Manifestation der Zöliakie" bei Erwachsenen und empfiehlt bei diesem Zeichen tTG-IgA und Gesamt-IgA; sie stützt sich auf eine Meta-Analyse, nach der 1 von 31 Betroffenen mit Eisenmangelanämie eine bioptisch gesicherte Zöliakie hat.1314 Ebenfalls hierher: atrophische Gastritis, Helicobacter pylori, Magenoperationen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.1
- Häufiges Blutspenden – jede Spende entzieht rund 200–250 mg Eisen.
- Blutung im Magen-Darm-Trakt – Refluxösophagitis, Ulcus, Polypen, Angiodysplasien, seltener ein Karzinom. Sie kann völlig unbemerkt verlaufen: kein sichtbares Blut, keine Schmerzen, kein veränderter Stuhlgang.1
- Seltenes – intravasale Hämolyse, Blutungen über die Harnwege, pulmonale Hämosiderose.1
Wann Sie nicht abwarten sollten
Ein isoliert niedriges Ferritin ist kein Notfall. Diese Situationen gehören zeitnah in ärztliche Hände:
- Sie sind ein Mann oder eine Frau nach den Wechseljahren. Hier erklärt keine Regelblutung den Verlust – die Ursache muss gesucht werden und liegt häufig im Magen-Darm-Trakt.1
- Blut im Stuhl, schwarzer, teerartiger Stuhl oder blutiges Erbrechen.
- Ungewollter Gewichtsverlust, anhaltend veränderter Stuhlgang, dauerhafte Bauchschmerzen.
- Luftnot bei kleinster Anstrengung, Brustschmerz, Ohnmachtsneigung – Zeichen einer bereits bestehenden Anämie.
- Ausgeprägte Blässe mit Herzrasen.
Was Ihre Ärztin oder Ihr Arzt als Nächstes tut
Der Ablauf hat immer zwei Teile: den Mangel beheben – und die Ursache finden. Die AWMF-Leitlinie ist deutlich: Der Nachweis eines Eisenmangels „ist per se noch keine ausreichende Diagnose".5
1. Das Labor ergänzen. Meist großes Blutbild (Anämie? mikrozytär, hypochrom?), CRP und je nach Lage die übrigen Eisenwerte: Serumeisen, Transferrin, Transferrinsättigung. Bei Anämie kommen häufig Vitamin B12 und Folsäure dazu.
2. Die Ursache suchen. Anamnese zu Regelblutung, Ernährung, Medikamenten (Schmerzmittel, Gerinnungshemmer, Protonenpumpenhemmer) und Blutspenden; Stuhltest auf okkultes Blut; Zöliakie-Serologie.113
3. Magen und Darm spiegeln – bei wem genau. Hier lohnt Klartext ohne Alarmismus. Onkopedia hält fest, dass der Test auf okkultes Blut bei etwa der Hälfte aller Patientinnen und Patienten mit Kolonkarzinom negativ ausfällt, und folgert: Zum Ausschluss einer chronischen gastrointestinalen Blutung „muss […] immer eine endoskopische Abklärung mittels Gastroskopie und Koloskopie erfolgen, wenn keine andere eindeutige Ursache des Eisenmangels vorliegt".1 Dieser Nachsatz ist entscheidend: Bei einer menstruierenden Frau mit offensichtlich starker Regelblutung liegt eine eindeutige Ursache vor – hier wird nicht automatisch gespiegelt, sondern behandelt und beobachtet; erst wenn der Mangel wiederkehrt oder trotz Therapie bleibt, wird der Darm untersucht. Bleiben Magen und Dickdarm unauffällig, folgen MRT-Sellink, Kapselendoskopie oder Enteroskopie.1
4. Behandeln. Meist orales Eisen, nach Onkopedia mindestens drei Monate über die Korrektur der Anämie hinaus, damit sich die Speicher füllen; Behandlungsziel ist neben normalem Hämoglobin ein Ferritin von etwa 50 µg/l.1 Dosis und Präparat gehören in ärztliche Hand: Das IQWiG hält fest, Eisenpräparate vorbeugend einzunehmen habe „in der Regel keine Vorteile, eher im Gegenteil".9
Eiseninfusion: was in Deutschland gilt
Intravenöses Eisen wird in Deutschland häufig eingesetzt; vier dextranfreie Eisenkomplexe sind zugelassen: Eisen(III)-Gluconat, Eisen(III)-Hydroxid-Saccharose (max. 500 mg pro Sitzung), Eisencarboxymaltose und Eisen(III)-Derisomaltose (je bis 20 mg/kg, höchstens 1 000 mg).1 Genau deshalb sind die Regeln streng.
- Die Indikation ist eng. Die Fachinformation zu Eisencarboxymaltose nennt drei Fälle: orale Präparate sind unwirksam, nicht anwendbar, oder es besteht „die medizinische Notwendigkeit einer raschen Eisengabe" – und: „Die Diagnose eines Eisenmangels muss durch geeignete Laboruntersuchungen bestätigt sein."15 Onkopedia nennt zusätzlich Resorptionsstörungen und Tumorerkrankungen.1
- Überempfindlichkeitsreaktionen. Der Rote-Hand-Brief des BfArM stellt fest, dass alle i. v.-Eisenpräparate „schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit tödlichem Ausgang verursachen" können – auch wenn eine frühere Gabe vertragen wurde. Sie dürfen deshalb nur gegeben werden, wenn geschultes Personal und Reanimationsausrüstung „unverzüglich verfügbar" sind; überwacht wird mindestens 30 Minuten nach jeder Gabe.1615
- Keine Testdosis mehr. Testdosen werden nicht mehr empfohlen: Sie können „ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln", weil Reaktionen auch bei zuvor negativer Testdosis auftreten.16 Auch vorbeugende H1-Antihistaminika gelten als überholt.1
- Schwangerschaft. Im ersten Trimenon ist die intravenöse Gabe kontraindiziert; sie bleibt auf das zweite und dritte Trimenon beschränkt, wenn der Nutzen die Risiken klar überwiegt.161
- Phosphat im Blick. Eisencarboxymaltose senkt den Phosphatspiegel; die Fachinformation führt eine hypophosphatämische Osteomalazie auf und rät, bei „zunehmender Erschöpfung mit Myalgien oder Knochenschmerzen" ärztliche Hilfe zu suchen.15 Zwei randomisierte Studien fanden Hypophosphatämien bei 73,7–75,0 % unter Eisencarboxymaltose gegenüber 7,9–8,1 % unter Eisen-Derisomaltose; die klinische Tragweite ist offen.17
Was dieser Wert NICHT bedeutet
- Es ist keine Blutarmut. Die allermeisten niedrigen Ferritinwerte gehen mit normalem Hämoglobin einher – Stadium I, nicht Stadium III.1
- Es ist kein Krebszeichen. Ein Eisenmangel ist ein Anlass, bei bestimmten Personen nach einer Blutungsquelle zu suchen – etwas völlig anderes, als eine zu haben. Bei menstruierenden Frauen liegt die Ursache fast immer bei der Regelblutung.
- Es ist kein Beweis, dass Ihre Müdigkeit daher kommt. Eisenmangel ist eine häufige Ursache von Erschöpfung, nicht die einzige.7
- Es erklärt Ihren Haarausfall nicht. Die Daten dazu sind widersprüchlich und unzureichend.11
- Es ist kein Freibrief für Eisen aus dem Regal. Selbst eingenommenes Eisen verfälscht die nächste Messung, verdeckt die Ursache und ist bei unerkannter Überladung nicht harmlos.918
Wann sollte man den Wert erneut bestimmen?
Vor der Therapie bringt eine sofortige Kontrolle nichts – Ferritin springt nicht von Woche zu Woche. Ausnahme: Wurde der Wert während oder kurz nach einem Infekt gemessen, gibt eine Messung mit Abstand ein ehrlicheres Bild.
Unter der Therapie läuft die Erholung in klarer Reihenfolge – gut zu kennen, um bei der ersten Kontrolle nicht über ein noch niedriges Ferritin zu erschrecken:1
- das Retikulozytenhämoglobin (CHr) steigt bereits nach 2–4 Tagen;
- der Retikulozytenanstieg beginnt in der zweiten Woche;
- das Hämoglobin soll nach 4 Wochen um 1–2 g/dl gestiegen sein, weitere Kontrollen folgen alle 4 Wochen bis zur Normalisierung;
- das Ferritin zieht am langsamsten nach. Nach einer Eiseninfusion ist es erst frühestens 4 Wochen danach aussagekräftig, davor verfälscht das zirkulierende Eisen den Wert. Danach werden Blutbild und Ferritin je nach Grunderkrankung etwa ein Jahr lang alle 3 Monate kontrolliert.
Steigt das Ferritin trotz zuverlässiger Therapie nicht, gibt es zwei Erklärungen: Das Eisen wird nicht aufgenommen (Resorptionsstörung, Zöliakie) – oder der Verlust läuft weiter.
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Häufige Fragen
Ab welchem Wert ist Ferritin zu niedrig? Es gibt keine einzige gültige Schwelle. Unter 15 µg/l gilt ein Eisenmangel ohne Entzündung als bewiesen, 30 µg/l wird zunehmend als geschlechtsunabhängige Untergrenze verwendet, 70 µg/l gilt bei Entzündung.13 Maßgeblich bleibt die Grenze auf Ihrem Befund.
Mein Ferritin ist niedrig, mein Hämoglobin normal – ist das schlimm? Kein Notfall, aber auch nicht nichts: Ihr Eisenspeicher ist leer, in einem frühen Stadium vor der Blutarmut. Die Ursache sollte gesucht werden.15
Führt ein niedriger Ferritin-Wert zu Haarausfall? Das ist die am häufigsten behauptete und am schlechtesten belegte Verbindung. Publikumsinformationen nennen Haarausfall,9 die hämatologische Leitlinie dagegen nur brüchige Nägel und Haare,1 und die dermatologische Übersicht bewertet die Daten als widersprüchlich und unzureichend.11 Ein niedriges Ferritin erklärt Haarausfall nicht automatisch.
Kann ich Eisenmangel haben, obwohl das Ferritin normal ist? Ja, bei Entzündung: Ferritin steigt dann unabhängig vom Speicher und maskiert den Mangel.15 Dann zählen Transferrinsättigung (unter 20 %) und der lösliche Transferrinrezeptor.6
Brauche ich bei niedrigem Ferritin eine Magen- und Darmspiegelung? Nicht jeder. Sie ist Standard, wenn keine andere eindeutige Ursache vorliegt – vor allem bei Männern und Frauen nach den Wechseljahren.1 Bei einer menstruierenden Frau mit starker Regelblutung wird zuerst behandelt und beobachtet.
Muss ich für die Ferritin-Bestimmung nüchtern sein? Nein. Wird gleichzeitig das Serumeisen bestimmt, erfolgt die Blutabnahme bevorzugt morgens.
Ist eine Eiseninfusion besser als Tabletten? Nicht grundsätzlich – sie ist nur für bestimmte Fälle zugelassen: orale Präparate unwirksam oder nicht anwendbar, oder rascher Bedarf.15 Sie erfordert geschultes Personal und mindestens 30 Minuten Überwachung, weil schwere Überempfindlichkeitsreaktionen möglich sind.16
Quellen
Deutsche Fachgesellschaften, offizielle Stellen und wissenschaftliche Veröffentlichungen (PubMed), die für diese Seite verwendet wurden:
Footnotes
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Hastka J, Metzgeroth G, Gattermann N — Eisenmangel und Eisenmangelanämie. Onkopedia-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), Stand April 2025. onkopedia.com ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9 ↩10 ↩11 ↩12 ↩13 ↩14 ↩15 ↩16 ↩17 ↩18 ↩19 ↩20 ↩21 ↩22 ↩23 ↩24 ↩25 ↩26 ↩27 ↩28 ↩29 ↩30
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